Publiziert16. Dezember 2025, 20:16

Einheitlicher Preis: Luxemburg bleibt Teil der deutschen Strompreiszone

Das Großherzogtum behält den gemeinsamen Börsenstrompreis mit Deutschland. Eine geplante Aufteilung ist vorerst vom Tisch.

Im Jahr 2024 wurden in Luxemburg insgesamt 6197 Gigawattstunden Strom verbraucht.

Im Jahr 2024 wurden in Luxemburg insgesamt 6197 Gigawattstunden Strom verbraucht.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Symbolbild)

Deutschland und Luxemburg bleiben vorerst in einer gemeinsamen Stromgebotszone. Damit gilt weiterhin ein einheitlicher Börsenstrompreis für beide Länder. Wie das deutsche Wirtschaftsministerium in einer Mitteilung vom gestrigen Montag erklärt, würden so alle Verbraucher weiterhin von den jeweils besten Erzeugungsbedingungen innerhalb der «großen deutsch-luxemburgischen Stromgebotszone» profitieren.

Die Bundesregierung lehnte damit einen Vorschlag des Verbands der europäischen Stromnetzbetreiber ab, der eine Aufteilung der Gebotszone empfohlen hatte. Das Großherzogtum ist vollständig in diese Zone eingebunden. Im Jahr 2024 wurden laut nationalem Regulierungsinstitut insgesamt 6197 Gigawattstunden Strom verbraucht, 4914 davon wurden importiert, also 76 Prozent. 2813 Gigawattstunden davon aus Deutschland (45 Prozent).

«Über eine Aufteilung wird seit Jahren diskutiert», schreibt boerse.de. Ein solcher Schritt hätte zur Folge, dass Strompreise regional stärker auseinanderdriften würden. In Norddeutschland könnten sie durch das hohe Angebot an Windenergie sinken, während sie im Süden aufgrund der hohen industriellen Nachfrage steigen würden. Industrievertreter und südliche Bundesländer würden in diesem Zusammenhang davor warnen, dass wirtschaftsstarke Regionen zu Gebieten mit besonders hohen Strompreisen werden könnten.

Laut Zeit Online würde eine Neukonfiguration «die Investitionsunsicherheit in der Energiewirtschaft deutlich erhöhen», zu «regionalen Kostenunterschieden für Endverbraucher» führen und «industriepolitisch komplexe Fragestellungen» aufwerfen.

Das deutsche Fachmagazin It Boltwise hebt hervor, dass die Beibehaltung der einheitlichen Zone für Luxemburg wichtig sei, um stabile Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Investitionen zu sichern. Eine Aufteilung hätte das Risiko höherer Preise und zusätzlicher Unsicherheiten für Unternehmen erhöht, die grenzüberschreitend im deutsch-luxemburgischen Strommarkt agieren.

Um bestehende Netzengpässe zu reduzieren, setzt Deutschland auf einen neuen «Aktionsplan Gebotszone». Dieser sieht laut Ministerium Maßnahmen zur «Erhöhung der Netzübertragungskapazitäten», zur «Optimierung des Engpassmanagements» sowie zur «besseren Synchronisierung von Netz, Erzeugung, Verbrauch und Stromspeichern» vor. Ziel ist es zudem, die europäischen Vorgaben zu den Mindesthandelskapazitäten einzuhalten.

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(vs)