Nach Monaten in russischer Untersuchungshaft hätte eigentlich am 26. Dezember der Prozess gegen den belgisch-russischen Staatsbürger Mikhail Loschtschinin beginnen sollen. Dem 48-Jährigen, der in Trier lebt, in Luxemburg arbeitet und von seinen Freunden Mike genannt wird, drohen in seinem alten Heimatland 13 Jahre Haft wegen vermeintlichen Landesverrats. Doch wie das „Luxemburger Wort“ aus Familienkreisen erfuhr, hat sein Anwalt durchsetzen können, dass der Verhandlungsbeginn am 16. Januar ist.

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Das verschafft der Familie und dem Unterstützerkreis Zeit, um in den kommenden Wochen Charakterzeugnisse von Organisationen sowie Privatleuten zu sammeln. Solche Referenzen spielen im russischen Strafrecht eine wichtige Rolle und dienen dazu, dem Gericht ein umfassenderes Bild der Persönlichkeit des Angeklagten zu verschaffen.

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Weil sein Vater einen Herzinfarkt erlitten hatte, machte sich Loschtschinin Ende Juni mit seinem Motorrad auf den Weg nach St. Petersburg. Am Grenzübergang Ubylinka zwischen Lettland und Russland wurde er verhaftet und später in das Gefängnis in Stary Oskol verbracht. Weil Loschtschinin offenbar im Jahr 2022 eine Geldüberweisung an seine ukrainische Ex-Freundin tätigte, werfen ihm die Strafverfolgungsbehörden Landesverrat vor, weshalb ihm eine lange Haftstrafe droht.