Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt am Sonnabend vor Glatteis durch Sprühregen im ganzen Berliner Stadtgebiet. Die Warnung gelte bis Samstagvormittag (27. Dezember, ca. 11 Uhr), teilte die Berliner Feuerwehr mit. Laut DWD soll sich auch in der Nacht zum Sonntag gebietsweise Glätte bilden.

Die Auswirkungen der Wetterlage sind bei der Berliner Feuerwehr spürbar: Seit Mitternacht kam es zu rund 380 Einsätzen wegen Glätte, sagte ein Sprecher kurz vor 11 Uhr. Das Einsatzaufkommen nehme noch nicht ab, auch wenn das Eis langsam schmelze.

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Bei den Einsätzen handele es sich zum überwiegenden Teil um Stürze und Autounfälle. Auch für die Einsatzkräfte selbst bedeutet die Glätte eine Gefahr: Vereinzelt habe es bereits Unfälle mit eigenen Fahrzeugen gegeben, sagte der Feuerwehrsprecher. Bislang sei in Berlin niemand schwer verletzt worden, aber: „Die Menge macht es.“

Nahezu alle verfügbaren Rettungswagen sind derzeit im Einsatz. Dadurch ist die sogenannte Hilfsfrist, also die Zeitspanne vom Eingang eines Notrufs in der Leitstelle bis zum Eintreffen der ersten Rettungskräfte, deutlich erhöht. Sämtliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr wurden zur Unterstützung einberufen, wie der Sprecher sagte.

20 Unfälle mit Verletzten

Am frühen Morgen meldete auch die Polizei bereits ein deutlich erhöhtes Unfallaufkommen infolge der Glätte. Seit Freitagnachmittag seien der Einsatzzentrale 665 Verkehrsunfälle gemeldet worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Dabei könne es zu Mehrfachmeldungen desselben Unfalls gekommen sein. 

Bei 20 Unfällen seien Menschen verletzt worden, eine Person habe schwere Verletzungen erlitten, hieß es. Zum Vergleich: Einen Tag vorher waren bei der Polizei im gleichen Zeitraum nur 152 Unfälle gemeldet worden. „Man sieht schon, dass die Glätte Auswirkungen auf das Straßenbild hatte“, sagte der Sprecher. 

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) warnte auf der Plattform X ebenfalls vor der Glätte. Der Winterdienst streue alle wichtigen Fahrbahnen einschließlich Radfahrstreifen und Fußgängerüberwege, hieß es. Zudem erinnerte der Betrieb daran, dass bei Glätte die Anlieger für die Gehwege verantwortlich sind.

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Diese müssen dort sowohl Schnee als auch Eis beseitigen. Außerdem muss der Gehwegbereich mit abstumpfenden Mitteln gestreut werden, also zum Beispiel Splitt oder Sand. Verstöße gegen diese Räum- und Streupflicht werden mit Bußgeldern geahndet.

Der Deutsche Wetterdienst erklärte, unter Hochdruckeinfluss gelange mit einer auf West bis Nordwest drehenden Strömung deutlich mildere, zugleich aber feuchte Luft nach Brandenburg und Berlin. Bei Temperaturen bis zu minus fünf Grad komme es dadurch zu Sprühregen und gefährlicher Glätte.

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Die Berliner Feuerwehr rief zur Vorsicht auf: Nicht notwendige Aufenthalte im Freien sollten, wenn möglich, vermieden werden. Zudem werde eine Anpassung der Fahrweise empfohlen. (mit dpa)