Israel will im kommenden Jahr mehr als zwei Dutzend Hilfsorganisationen Einsätze im verwüsteten Gazastreifen verbieten. Den betroffenen Organisationen, darunter Ärzte ohne Grenzen, warf das Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten vor, gegen neue Regeln der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verstoßen zu haben, die eine Überprüfung internationaler Organisationen vorsehen, die im Gazastreifen tätig sind.

Die Organisationen, die vom 1. Januar an nicht mehr in dem Palästinensergebiet tätig sein dürften, hätten es versäumt, erforderliche Informationen über ihr Personal, ihre Finanzierung und ihre Einsätze bereitzustellen, erklärte das Ministerium. Ärzte ohne Grenzen (MSF) etwa habe die Aufgaben von Mitarbeitern, denen Israel eine Kooperation mit der Hamas und anderen militanten Gruppen vorgeworfen hat, nicht ausreichend geklärt. Insgesamt wurden dem Ministerium zufolge Genehmigungen von rund 25 Organisationen der im Gazastreifen aktiven Nichtregierungsorganisationen nicht verlängert. Das entspricht einem Anteil von 15 Prozent.

Ärzte ohne Grenzen reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Israel hat MSF-Mitarbeiter in der Vergangenheit beschuldigt, 2024 an militärischen Aktivitäten im Gazastreifen beteiligt gewesen zu sein. Die Organisation erklärte damals, sie würde niemals wissentlich Personen beschäftigen, die an militärischen Aktivitäten beteiligt seien. Andere internationale Organisationen haben erklärt, die israelischen Richtlinien seien willkürlich und könnten Mitarbeiter gefährden.