In der Silvesternacht waren Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte in Bayern vielerorts im Dauereinsatz. Aus den Regionen wurden Hunderte Brände gemeldet und im Landkreis Passau hat offenbar ein Mann mit einer Waffe auf seine ehemalige Lebensgefährtin geschossen und sie schwer verletzt.

“Unruhige Silvesternacht”: Rund 200 Brände in Mittelfranken

Alleine in Mittelfranken wurden in der Silvesternacht rund 200 Brände registriert. Der größte Brand ereignete sich in Ansbach. Dort geriet ein Mehrfamilienhaus in Vollbrand. Da es sich um einen Neubau mit einer speziellen Fassadenverkleidung handelt, gehe man von mehreren Millionen Euro Sachschaden aus, sagte ein Sprecher der Polizei. Die 40 Bewohner wurden in einer gegenüberliegenden Halle untergebracht. Feuerwehr und Rettungsdienste im Großraum Nürnberg sprachen von einer “unruhigen Silvesternacht”. Insgesamt gingen 878 Notrufe bei der Integrierten Leitstelle Nürnberg ein. Darunter waren 152 Brände und 406 Einsätze für den Rettungsdienst.

In Petersaurach im Landkreis Ansbach brannte eine Scheune komplett aus und stürzte ein. Etwa 140 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Sie konnten verhindern, dass die Flammen auf ein anderes Gebäude übergriffen. In Altdorf bei Nürnberg ging ein Fahrzeug in Flammen auf. Das Feuer griff auf drei Garagen über. In Erlangen brannte ein E-Auto. Verursacht wurde das Feuer laut Polizei vermutlich durch Böller unter dem Fahrzeug. Auch in Baunach im Landkreis Bamberg ist in der Silvesternacht eine Scheune abgebrannt. Die Ermittler schätzen den Schaden auf rund 100.000 Euro, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand.

“Sehr flammenreich” in Schwaben

Als “sehr flammenreich” beschreibt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West die Silvesternacht. Sieben Menschen wurden bei einem Hausbrand in Blaichach im Landkreis Oberallgäu leicht verletzt. Möglicherweise sei der Brand von einem nicht richtig ausgekühltem Feuerwerkskörper in einer Mülltonne ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher.

Von vielen Einsätzen im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern berichtet auch ein Sprecher für Schwaben Nord. In Oberbayern Nord seien solche Feuer fast ausschließlich durch Feuerwerkskörper ausgelöst worden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums.

Im oberbayerischen Bad Endorf geriet ein Fitnesscenter in Brand. Es stand komplett in Flammen. Bei den Löscharbeiten mussten Teile des Dachs abgedeckt werden.

59-Jährige durch Schüsse schwer verletzt

In Ruhstorf an der Rott im Landkreis Passau ist in der Silvesternacht eine 59-jährige Frau durch drei Schüsse aus einer Waffe schwer verletzt worden. Wie die Einsatzzentrale der Polizei Niederbayern dem BR sagte, steht der 67-jährige ehemalige Lebensgefährte im Verdacht, die Frau mit einer Schusswaffe angegriffen zu haben. Die Frau befindet sich nach aktuellem Stand außer Lebensgefahr, sie wird im Krankenhaus versorgt. Laut Polizei bestand keine Gefahr für weitere Menschen.

Zudem berichtet die Einsatzzentrale in Niederbayern von einigen brennenden Mülltonnen, aber auch größeren Bränden: In Pilsting im Landkreis Dingolfing-Landau brannte kurz vor Mitternacht ein Schuppen. Das Feuer griff teilweise auf ein Wohnhaus über. Und in Künzing im Landkreis Deggendorf und Marklkofen im Landkreis Dingolfing-Landau kam es in der Silvesternacht zum Brand einer Garage.

Rund 10.000 Menschen auf Silvesterfeier in München

Bei einer privat organisierten Feier auf der Münchner Ludwigstraße nahmen nach Angaben des Veranstalters rund 10.000 Menschen teil und trotzten der Kälte von fünf Grad unter Null. In der Münchner Fußgängerzone begingen nach Polizeiangaben rund 6.000 Menschen den Jahreswechsel. Dort galt ein Feuerwerksverbot. Ebenso viele feierten auf dem Olympiaberg, um die 3.000 im Bereich des Friedensengels. Zwischen 18 Uhr gestern Abend und fünf Uhr am Neujahrsmorgen zählte die Münchner Polizei mehr als 600 Einsätze. Zur Stunde würden noch mehrere Einsätze bearbeitet, die ihren Beginn in der Silvesternacht hatten, heißt es in einer ersten Zwischenbilanz.

Selbstgebastelte Böller: Zwei Tote in Bielefeld

Deutschlandweit gab es mehrere Tote und Verletzte. In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben. In der Nähe von Rostock verlor ein 14-Jähriger durch einen explodierten Böller seine linke Hand. In Leipzig wurde eine 16-Jährige beim Versuch, einen in Deutschland nicht zugelassenen Silvesterböller zu zünden, schwer an der Hand verletzt.

Mit Informationen von dpa