Österreichs Europa-, Integrations- und Familienministerin Claudia Plakolm (ÖVP) hat dazu aufgerufen, mehr über Christenverfolgung weltweit zu sprechen und das Thema nicht zu relativieren. Außerdem verteidigte sie das Kreuz in Klassenzimmern und empfahl aufzuhören, „mit unserem christlichen Glauben zu fremdeln“.
Angesichts vorliegender Zahlen und Fakten zur Christenverfolgung sei es „beklemmend, zu sehen, wo christliche Kirchen überall angegriffen, Priester entführt und Gemeinden drangsaliert werden”, sagte Plakolm im Interview mit der Wochenzeitung „Die Tagespost” (Donnerstag).
In Europa würden Vorfälle jedoch oft abgetan, differenziert oder abgeschwächt. „Das finde ich nicht gut. Wir müssen christenfeindliche Straftaten genauso laut und ernst ansprechen wie jegliche andere Form von Hass”, so die Ministerin. Auch die Medien sollten verstärkt darüber berichten und somit zu mehr Bewusstsein dafür beitragen. Aufgabe auch für Österreich müsse es sein, „da nicht wegzusehen” und Religionsfreiheit als „eine zentrale Menschenrechtsfrage unserer Zeit” zu schützen.
Österreichs Regierung tritt für Glaubensfreiheit ein
Die Bundesregierung in Wien nehme die Verfolgung religiöser Minderheiten ernst und habe konkrete Schritte für mehr Religionsfreiheit gesetzt, versicherte die Ministerin. Sie verwies hier auf die 2023 im Bundeskanzleramt eingerichtete Ombudsstelle, die 2024 in die eigenständige Stabstelle „Internationaler Schutz verfolgter religiöser Minderheiten” überführt wurde. Dieses Projekt solle sich weltweit für die Rechte dieser Gruppen sowie für Religions- und Glaubensfreiheit einsetzen. Man arbeite dabei eng mit kirchlichen Hilfswerken und mit dem Malteser-Ritteroden zusammen.
Zu den Aufgaben der Stabstelle erklärte Plakolm, sie sammle Informationen und berichte, „damit wir in der Bundesregierung eine solide Basis und einen guten politischen Überblick über die laufenden Entwicklungen haben”. Zudem würden konkrete Förderprojekte umgesetzt, wie etwa die Unterstützung einer katholischen Schule im Irak gemeinsam mit der Katholischen Jungschar.
Im Blick auf Integration betonte die Ministerin die Verteidigung grundlegender Prinzipien: „So ist zum Beispiel auch das Kreuz in den Schulklassen nicht verhandelbar.” Es stehe symbolisch für das Christentum und dessen Geschichte und sei zudem auch „Ausdruck unserer christlichen Werte für das Miteinander”.
Zur Debatte um den Entzug von EU-Förderungen für katholische Organisationen sagte Plakolm, Europa müsse zu seinen christlichen Wurzeln stehen: „Wir müssen aufhören, mit unserem christlichen Glauben zu fremdeln. Das ist falsch verstandene Toleranz.”
Mit Blick auf internationale Initiativen wie das ungarische Programm „Hungary Helps” zeigte sich die Politikerin offen: Dessen Grundgedanke sei „richtig und wichtig”, und es brauche „mehr denn je” eine verstärkte internationale Zusammenarbeit für Religionsfreiheit.
(kap – gs)