“Wir sollten Englisch als Arbeitssprache gesellschaftlich akzeptieren” (Interview mit BA-Vorstand Daniel Terzenbach)

by GirasoleDE

36 comments
  1. Finde ich gut. Im Jahr 2026 sollte man durchaus erwarten können, dass eine Person zumindest soviel Englisch kann, als das eine grundlegende Kommunikation möglich ist. Das jobspezifische Vokabular lässt sich bei entsprechender Grundlage auch relativ schnell erlernen.

  2. Aber was machen dann die ganzen Behörden? Am Ende kommt noch eine E-Mail in englischer Sprache, dann ist doch da komplette Endstation.

  3. Die meistgesprochene Sprache der Welt: schlechtes Business Englisch.

  4. Nö. Das grenzt einen großen Teil der Menschen aus. Das mag auf Führungslevel funktionieren, aber für alle darunter nicht. Ein guter Mechaniker oder Buchhalter ist nicht unbedingt auch sprachlich begabt. Abgesehen davon gibt es immer Reibungsverluste, wenn sich zwei in einer fremden Sprache unterhalten.

    Edit: ich hab lange für amerikanische Unternehmen gearbeitet, ein Großteil der internen Kommunikation war auf englisch – da war dann auch immer sehr klar, wer wem etwas anzuschaffen hat und wer zu “Please execute” hat. Unangenehm.

  5. B1 als Anforderungen ist halt schon wirklich niedrig, Konversation mit einem B1ler sind nur schwer moeglich..

    Die Standards zu senken sind aber der falsche weg, sieht man ja auch in der Bildung

  6. Besserer Integration fürs Unternehmen von Billiglohnkräften aus allen Teilen der Welt, die meist kein Deutsch, sondern Englisch sprechen.

  7. Noch eine Art und Weise den Integrationsdruck zu minimieren! Super.

  8. Dann sollen sie auch entsprechende Gehälter Zahlen… Schließlich ist das eine zusätzliche Qualifikation….

    Allerdings, und davon gehe ich aus, wird das dann dazu genutzt, dass hier noch eine Handvoll Leute unter dem Chef sitzen und diese dann einen Haufen Inder Koordinieren sollen…

    Disclaimer: Keine Wertung meinerseits, nur simples BWL im Endstadium…

  9. Gibt definitiv Jobs bei denen ich sage, dass gutes Englisch eine Grundvoraussetzung sein sollte.
    Denke da vor allem an den Finanzsektor.

  10. Kann es sein, dass wir uns immer mehr und mehr Amerikanisieren? Also ich habe darauf gar kein bock.

  11. Was mich jetzt bei dem Thema stört ist, dass zwei Seiten auf einander zukommen sollen, die die Sprache des anderen nicht lernen wollen.

    Ich kenne Deutsche, die kein Englisch lernen wollen und noch viel mehr Ausländer, die aus ihrer Bubble heraus kein Deutsch lernen wollen. Beides super nervig.

  12. Wollte ich eingangs auch bis ich bemerkt habe was das zu erwartende Ergebnis selbst unter Uni-Absolventen ist.

    Aufgrund fehlender Sprachpraxis ist das aktive Vokabular bei vielen so gering, dass kein Redefluss entsteht. Das auszubügeln würde Jahre schwacher Kommunikation bedeuten. Und dann gibt es auch noch legitime Abwehrrekationen wie wenn in einem Meeting nur Deutsche sitzen und miteinander Englisch sprechen.

  13. Ich kenne nicht gerade wenige Kollegen aus China, die froh sind, dass sie bei uns deutsch sprechen dürfen und nicht englisch sprechen müssen.

  14. Eben ausprobiert auf der Baustelle. Alle wollen bei Rumänisch bleiben.

  15. Also, als jemand die schon in vielen Ländern gearbeitet hat sehe ich das durchaus kritisch, gerade jetzt noch. 

    Wenn wir überall gute Englischbildung hätten wäre es etwas anderes, aber so grenzt das einen nicht erheblichen Anteil an Menschen einfach Mal aus. Und man lernt nicht eben Mal eine Sprache auf einem Niveau wo man damit auch arbeiten kann.

  16. Wenn sich das durchsetzt, können sich die Deutschen bald die Karten legen. Dann heißt es „Goodbye“ letzte Jobchancen und „Hello“ billige Arbeitskräfte aus Everywhere.

  17. Vllt fangen wir erstmal mit Deutsch als Arbeitssprache in unserem Land an 😬

  18. Top Idee, damit reduzieren wir die Effizienz noch weiter. Wieso nicht Esperanto als Arbeitssprache in der EU vorschreiben? Oder Latein, das hat bei den Katholiken immer gut funktioniert.

  19. Nö, müssen wir nicht. Englisch ist die Universalsprache und notwendig, wenn man externes Wissen ins Unternehmen nimmt oder mit dem westlichen Ausland zu tun hat. Interne Dinge kann man im Inland sehr gut auf Deutsch regeln. Die Sprache ist dafür nach wie vor geeignet.

    Ich bin mittlerweile sehr vorsichtig, was solche Aufrufe angeht weil ich vermute, man möchte hausgemachte Probleme (zu wenig Kinder und zu viel Migration in zu kurzer Zeit mit schlechter Integration) per Abkürzung lösen (Arbeitskräfte aus dem Ausland einstellen) und dabei rein zufällig die Löhne drückt.

  20. Ich suche nach Studien, die etwas ūber die Effektivität von Terminen auf Business Englisch aussagen.

    Mein Eindruck ist, deutsche Unternehmen sind signifikant ineffektiver und ineffizienter, nur um zumeist sehr (Edit: wenige*) nichtdeutschsprachige Kollegen zu accomodaten. Aber ‘Projektsprache ist englisch’.

  21. Je nach Branche bzw. Arbeitsplatz könnte man auch Türkisch, Arabisch oder Polnisch als Arbeitssprache einführen.

  22. Weiß nicht. Ich hab schon den Eindruck, dass extrem viel lost in translation geht und man nicht so effizient arbeiten kann, wie wenn man in der jeweiligen Landessprache spricht. Besonders bei Meetings ist das schon ein Ding, wenn man sich abstimmen muss.

    Meiner Meinung nach gaukelt dieser Englischzwang zwar einerseits eine zunehmende Internationalisierung vor, andererseits aber wird dadurch die Motivation verringert, andere Fremdsprachen zu lernen, etwa bei Expats, die in ein anderes Land ziehen und dann nie dortige Amtssprache nicht, oder nur die absoluten Basics erlernen, weil man eh überall mit Englisch durchkommt. Englisch im Arbeitsleben wird ja meistens angewendet, um sich mit zugezogenen Kollegen zu verständigen, die die Landessprache nicht beherrschen, was ja auch richtig und wichtig ist, aber es sollte eine provisorische Lösung sein, und kein Dauerzustand.

  23. Das ist so dumm. Ich studiere gerade mit vielen internationalen Studenten an einer FH. Die haben das Problem Jobs zu finden weil sie niemand einstellen will weil sie kein Deutsch sprechen können, bzw nur sehr wenig. Auf der anderen Seite lernen die aber auch kaum deutsch weil sie es im Alltag nicht brauchen, und dann auch nirgendwo sprechen können. Wir sprechen halt alle auf Englisch miteinander. Und zu guter Letzt regen sich die Firmen auf das sie keine qualifizierten Arbeiter finden, weil die Studenten eben die oben genannten Probleme haben. Und dann verlassen sie Deutschland einfach wieder.

  24. Mir reicht schon das miese Denglisch heutzutage. Äktschalli.

    Ansonsten: kommt auf das Team und die Branche an. Wenn man eine gemeinsame Sprache spricht kann das helfen. In der letzten Branche wo ich einige Jahre gearbeitet habe, brauche ich weder mein Englisch noch Französisch.

    Ich hatte Kollegen in der Softwareentwicklung, deren Deutsch sehr mies war weil sie noch nicht so lange in DE waren. Da ging nur Englisch, das war dann aber sehr sauber. Fachlich und menschlich auch super. Arbeitssprache war aber letztendlich Deutsch.

    Ein sehr netter Kollege hat sich geweigert, Deutsch zu lernen weil er bei seinen Kunden mit seiner Landessprache und Englisch durch kommt. Auf Dauer hatte er aber Probleme im Alltag in Norddeutschland. Damit tut sich dann das nächste Problem auf. Einen Kurs zu belegen, dafür war er zu faul.

    Ist ja nicht schwierig zu lösen, wenn Englisch erforderlich ist, dann halt bei der Einstellung darauf achten.

  25. Lern die S0rache des Landes, in dem du lebst. Das ist ja wohl das mindeste und ein großer Teil gelungener Integration. Schlecht integrierte Einwanderer führen zu Problemen. Ganz besonders, wenn diese sich nicht als Teil der örtlichen Gesellschaft fühlen oder fühlen wollen. Englisch ist sowieso mittlerweile für alle wichtig. Aber es kann nicht sein, dass sich die absolute Mehrheit unserer Bevölkerung an Einwanderer anpassen muss, die unsere Sprache nicht lernen wollen.
    Als jemand, der gerade als Ingenieur in Deutschland quasi keine Arbeit findet, ist es eine richtig Frechheit, zu behaupten, dass ohne Einwanderer hier die Arbeit nicht zu schaffen ist. Das hängt sicherlich von der Branche ab, aber es gibt hier sicher viele Firmen, die lieber Ausländer mit Berufserfahrung einstellen, als Berufsanfänger aus Deutschland.

  26. Nö, sollten wir nicht. Macht nur in ausgewählten Bereichen Sinn und das kann man sogar auf ausgewählte Stellen reduzieren, quasi wie es aktuell getan wird. 🤷🏻‍♂️

  27. Wir können ja nicht mal optional Englisch zur verstümmelten Synchrofassung zum Hören anbieten. Da ist es noch ein weiter Weg zum Sprechen. 

  28. Ich mach die Kiste nun ein paar Jahrzehnte mit und er ist nicht der erste der den Spruch bringt.

    Allerdings hab ich so häufig Teams erlebt, wo schlechtes Denglisch auf noch schlechteres Indian-English traf.

    Die Akzente sind nicht das Problem. Sonst müsste man alle Schotten, Iren und 50% der Nord und Südamerikaner und alle Inder und Asiaten aus dem Business werfen. Der Deutsche Akzent ist meiner Erfahrung nach recht gut verständlich und international etabliert.

    Problem ist immer der Content. Das Sprachverstehen und die Genauigkeit der Ergebnisse. KI hilft da auch nicht.

  29. Ich würde das nicht generell sagen. Es sollte die Sprache gesprochen werden, welche für die wenigsten Reibungsverluste durch Sprache sorgt. Mit viel internationalem Kontakt ist das wahrscheinlich englisch oder spanisch, in den anderen Fällen sehe ich keinen Grund, warum man in Firmen in Deutschland auf Biegen und Brechen Englisch sprechen sollte ohne Mehrwert oder wegen ein paar wenigen ausländischen Mitarbeitern, die keinen Bock haben, Deutsch zu lernen.

  30. Nein. Sollten wir nicht. Schon weil die wenigsten vernünftig englisch sprechen/verstehen.

  31. Na dann fange ich mal an auf der Arbeit über deutsches Recht auf Englisch zu reden. Was kann da schon schiefgehen? 🙃

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