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Ukraine-News im Ticker: Mit den Verhandlungen soll es bereits am Samstag weitergehen. Putins Armee erleidet neue Verluste. Die Lage.

Update, 19:50 Uhr: In seinem Angriffskrieg in der Ukraine hat Russland laut einer Datenauswertung im vergangenen Jahr so große Geländegewinne erzielt wie zuletzt im ersten Kriegsjahr 2022. Die russische Armee eroberte im vergangenen Jahr mehr als 5600 Quadratkilometer Land, das heißt 0,94 Prozent des ukrainischen Territoriums, wie die Analyse der vom US-Institute for the Study of War (ISW) bereitgestellten Daten zeigt.

Wladimir Putins Armee erzielte überraschend große Geländegewinne im Jahr 2025.

Wladimir Putins Armee erzielte überraschend große Geländegewinne im Jahr 2025. © Dmitri Lovetsky / dpa

Das bedeutet größere Geländegewinne als in den beiden Vorjahren zusammengenommen, aber deutlich weniger als die mehr als 60.000 Quadratkilometer, die Russland im ersten Kriegsjahr eingenommen hatte. Ihren größten Vorstoß im Jahr 2025 konnte die russische Armee mit 701 Quadratkilometern im November verbuchen. Im Dezember brachte sie 244 Quadratkilometer in ihre Gewalt – der kleinste Geländegewinn seit März.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Friedensverhandlungen gehen weiter: Ukraine pocht auf Sicherheitsgarantien

Update, 18:01 Uhr: In den Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs kommen an diesem Samstag (3. Januar) nationale Sicherheitsberater zu einem Treffen in Kiew zusammen. Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj haben 15 Länder, Vertreter von EU und NATO, ihre Teilnahme zugesagt. Das US-Team wird demnach online zugeschaltet. Selenskyj erwartet Fortschritte beim schwierigen Thema Sicherheitsgarantien für sein Land.

Die militärische Komponente sei der Schlüssel dazu, wirklich Sicherheit zu garantieren, schrieb Selenskyj am Freitag in sozialen Medien. Er habe mit seinem Vize-Kanzleichef Pawlo Palissa über die Vorbereitung des Treffens der Sicherheitsberater gesprochen. Auch ging es demnach um weitere geplante Treffen mit Unterstützerstaaten der Ukraine aus der sogenannten Koalition der Willigen Anfang der kommenden Woche. 

Weitere Details zum fingierten Tod von Denis Kapustin

Update, 14:05 Uhr: Der Verteidigungsnachrichtendienst der Ukraine hat weitere Details zum vorgetäuschten Tod von Denis „WhiteRex“ Kapustin veröffentlicht. „Um das Leben des Kommandeurs des russischen Freiwilligenkorps innerhalb der Tymur-Spezialeinheit des ukrainischen Militärgeheimdienstes zu schützen und ein feindliches Agentennetzwerk aufzudecken, führten Offiziere des Militärgeheimdienstes eine komplexe, mehrstufige Spezialoperation durch, bei der sein Tod inszeniert wurde“, heißt es in einer Erklärung.

Zudem veröffentlichte er Aufnahmen von Geheimdienstmitarbeitern, die Drohnenangriffe auf einen Minibus zeigen, in dem sich angeblich der Kommandeur befand. „Die Drahtzieher des Verbrechens innerhalb der russischen Geheimdienste glaubten, dass das Video echt sei, und zahlten den ukrainischen Geheimdienstoffizieren für den ‚Auftrag‘ 500.000 US-Dollar, der die Kampffähigkeiten der Spezialeinheiten der DIU erheblich stärken würde“, teilte der Nachrichtendienst weiter mit.

Selenskyj ernennt Budanow zum Leiter des Präsidentenbüros

Update, 13:02 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kyrylo Budanow, den Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes (DIU), zum Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine ernannt. „Die Ukraine benötigt derzeit einen stärkeren Fokus auf Sicherheitsfragen, den Ausbau der ukrainischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte sowie auf die diplomatischen Verhandlungen. Das Präsidialamt wird vorrangig zur Erfüllung dieser Aufgaben unseres Staates beitragen“, schrieb Selenskyj auf X. „Kyrylo verfügt über einschlägige Erfahrung und die nötige Kompetenz, um Ergebnisse zu erzielen.“

Update, 11:58 Uhr: Im Ukraine-Krieg haben russische Einheiten erneut die Energieinfrastruktur in den Gebieten Saporischschja und Mykolajiw angegriffen. Das teilte der ukrainische Pressedienst des Energieministeriums mit. Am Morgen des 2. Januars waren die Verbraucher in der Oblast Saporischschja, einschließlich der Stadt Saporischschja, sowie in anderen Frontregionen weiterhin ohne Strom. In den Gebieten Odessa und Kiew laufen derweil Reparaturarbeiten an den durch russische Angriffe beschädigten Anlagen.

Angriffe im Ukraine-Krieg: Russland attackiert in Saporischschja

Update, 10:34 Uhr: Russische Streitkräfte führten am Neujahrstag einen umfangreichen Angriff auf die ukrainische Stadt Saporischschja durch. Nach Aussage des regionalen Militärverwaltungsleiters handelte es sich um „eine der massivsten“ Attacken seit Kriegsbeginn. Laut Berichten der Kyiv Post zogen sich die Drohnenangriffe bis tief in die Nacht hinein. Wohngebäude und ein Einkaufszentrum wurden dabei zerstört. Die ukrainischen Katastrophenschutzbehörden berichteten über Facebook, dass die erste Angriffswelle am späten Donnerstagabend erfolgte, während die zweite Phase gegen 2 Uhr morgens Kiewer Zeit am 2. Januar begann. Obwohl in der gesamten Stadt Feuer ausbrachen, wurden glücklicherweise keine Personen verletzt.

Update, 9:26 Uhr: Berichten zufolge haben russische Streitkräfte am ersten Tag des Jahres 2026 weiter mit ganzer Härte im Ukraine-Krieg angegriffen. Wie der ukrainische Generalstab auf Facebook schrieb, führten die Truppen von Wladimir Putin am Donnerstag einen Raketenangriff und 51 Luftangriffe durch, wobei sie auch 151 gelenkte Fliegerbomben abwarfen. Insgesamt wurden am 1. Januar 98 Kampfhandlungen registriert.

News zum Ukraine-Krieg: Analyse dokumentiert Russlands Fortschritt an Front

Kiew/Moskau – Fast vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs bleibt die Frontlinie über Hunderte von Kilometern weitgehend erstarrt. Dennoch verzeichnet das Analyseteam Deepstate, welches dem ukrainischen Militär nahesteht, russische Gebietsgewinne: Im vergangenen Jahr eroberten Moskaus Streitkräfte insgesamt 4336 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums. Dies macht 0,72 Prozent der Landesfläche aus. Seit Beginn des Jahres 2023 besetzten Wladimir Putins Truppen nach diesen Angaben 7463 Quadratkilometer.

Wolodymyr Selenskyj trägt Schutzweste und filmt sich mit Handy

Wolodymyr Selenskyj will im Ukraine-Krieg weiterverhandeln – und ist in Sachen Sicherheitsgarantien optimistisch. (Archivfoto) © IMAGO / ZUMA Press Wire

Unterdessen setzt der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj seine Bemühungen um Friedensverhandlungen fort – ebenso wie US-Präsident Donald Trump. Laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) sind in den nächsten Tagen weitere Beratungen zwischen amerikanischen, europäischen und NATO-Vertretern geplant. „Das Wichtigste sind die Sicherheitsgarantien für die Ukraine“, erklärte Selenskyj in einer Videoansprache am 1. Januar. „Politisch ist fast alles vorbereitet, und es ist wichtig, jedes Detail zu klären, wie die Garantien in der Luft, zu Lande und zu Wasser funktionieren werden, wenn es uns gelingt, den Krieg zu beenden“, so der Präsident weiter. Moskau lehnt jedoch trotz verschiedener Vorschläge nach wie vor einen Waffenstillstand ab.

Selenskyj pocht auf Ukraine-Sicherheitsgarantien

Für die Zusammenkunft der nationalen Sicherheitsberater am Samstag (3. Januar) in Kiew hätten 15 Staaten sowie Vertreter von EU und NATO ihre Teilnahme bestätigt. Das US-Team werde per Video zugeschaltet, teilte Selenskyj mit. Für den 5. Januar seien Beratungen auf der Ebene der Generalstabschefs vorgesehen, gefolgt von einem Gipfeltreffen der „Koalition der Willigen“ am Dienstag (6. Januar). Die Ukraine rüste sich für konstruktive Gespräche, betonte Selenskyj.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden

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Zudem berichtete Selenskyj von einer Reise seines Chefunterhändlers Rustem Umjerow in die Türkei, mit dem Zweck, den Gefangenenaustausch wieder in Gang zu bringen. „Wir brauchen diese Unterstützung, um unsere Ukrainer aus russischer Gefangenschaft nach Hause zu holen“, betonte der Präsident. Nach intensiven Aktivitäten im Jahr 2025 seien die Austausche kürzlich ins Stocken geraten.

Ukraine weist Silvester-Angriff zurück

Außerdem wies die Ukraine einen mutmaßlichen Silvester-Angriff auf ein russisches Hotel zurück. „Die ukrainischen Verteidigungskräfte halten sich an das humanitäre Völkerrecht und führen ausschließlich Angriffe gegen militärische Ziele des Feindes, Einrichtungen des russischen Brennstoff- und Energiesektors und andere legitime Ziele durch, mit dem Ziel, das militärische Potenzial des Aggressorstaates zu verringern“, so ein ukrainischer Militärsprecher laut Ukrainska Pravda. Es handle sich um einen erneuten Versuch, die Ukraine-Verhandlungen zu beeinträchtigen.

Russland beschuldigte die ukrainischen Streitkräfte, ein Hotel auf einer Halbinsel im russisch besetzten Gebiet der südukrainischen Region Cherson attackiert zu haben. Wladimir Saldo, der von Russland ernannte Gouverneur von Cherson, meldete über den Nachrichtendienst Telegram mindestens 24 Todesopfer und „Dutzenden“ Verletzte. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben ist nicht möglich; im Internet verbreitete Bilder sollen das zerstörte Hotel zeigen – jedoch ist unklar, wann die Aufnahmen entstanden sind.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen

Derweil nehmen Russlands Verluste im Ukraine-Krieg weiter zu. In den vergangenen 24 Stunden verlor Putins Armee nach ukrainischen Angaben 910 Soldaten, sechs Panzer und 42 Artilleriesysteme. Zusätzlich habe Moskau zwei Mehrfachraketenwerfer verloren; außerdem seien 590 Drohnen abgeschossen worden, meldete Kiew. Diese Zahlen können unabhängig nicht überprüft werden. (red mit Agenturen)