Caracas – In Venezuelas Hauptstadt Caracas hat es in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) mehrere starke Explosionen gegeben. Anwohner berichteten von tieffliegenden Flugzeugen und mindestens sieben Detonationen, offenbar auch im Regierungsviertel. Im südlichen Teil von Caracas, unweit einer großen Militärbasis, gibt es demnach keinen Strom.
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Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, kam es gegen 2 Uhr (7 Uhr MEZ) zu den ersten Explosionen. Auch eine Stunde später gab es laut Angaben von vor Ort noch Luftschläge.
US-Präsident Donald Trump (79) bestätigte am Samstagmorgen, dass die Angriffe durch die USA erfolgt sind. Laut übereinstimmenden Medienberichten gab er dem US-Militär bereits Tage vor der tatsächlichen Operation grünes Licht für Bodenangriffe in Venezuela, wie zwei US-Regierungsbeamte gegenüber CBS erklärten.
Am Samstagmorgen teilte Trump zudem mit, dass die USA Venezuelas Diktator Nicolás Maduro (63) im Laufe der Angriffe gefangen genommen und außer Landes gebracht haben.
Mehrere Rauchsäulen sind über Caracas zu sehen
Foto: crownintelgroup/X
Brände, Rauchsäulen und Explosionen im ganzen Land
Maduro hatte den USA in einer Erklärung kurz nach den ersten Explosionen einen „schweren militärischen Angriff“ vorgeworfen und den Ausnahmezustand ausgerufen. Die USA würden darauf abzielen, „Venezuelas strategische Ressourcen, insbesondere Öl und Mineralien, an sich zu reißen“ und „die politische Unabhängigkeit des Landes gewaltsam zu brechen“.
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem am Samstag der Angriff auf die venezolanische Hauptstadt Caracas begonnen hatte
Foto: Cristian Hernandez/AP/dpa
In Online-Netzwerken wurden Bilder von großen Bränden mit Rauchsäulen veröffentlicht. Allerdings war es nicht möglich, den genauen Ort der Aufnahmen festzustellen. Die Explosionen ereigneten sich offenbar im Süden und Osten der venezolanischen Hauptstadt.
Die venezolanischen Nachrichtenportale Efecto Cocuyo und Tal Cual Digital berichteten laut CNN zudem, dass auch im Bundesstaat La Guaira nördlich von Caracas sowie an der Küste des Landes Explosionen zu hören waren, ebenso in Higuerote, einer Küstenstadt im Bundesstaat Miranda.
Quelle: AP, Reuters03.01.2026
Flugverbot für US-Flugzeuge in VenezuelaDie Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten (FAA) hat aufgrund der Meldungen zu Explosionen rund um Caracas US-amerikanischen Flugzeugen untersagt, in den venezolanischen Luftraum einzufliegen. Der kolumbianische Präsident, Gustavo Petro (65), teilte auf X mit: „Caracas wird gerade angegriffen. Alarmiert die Welt: Venezuela wurde angegriffen! Sie bombardieren mit Raketen.“ Die Organisation Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen müssten sich „unverzüglich“ deswegen treffen. Wie BILD aus Regierungskreisen erfuhr, tritt am Samstagmittag im Auswärtigen Amt in Berlin ein Krisenstab wegen der aktuellen Lage in Venezuela zusammen.
Dieses Foto soll eine der Explosionen zeigen. Es wurde vom venezolanischen Portal NTN veröffentlicht
Foto: NTN24ve/X
Trumps Krieg gegen die Drogenkartelle
Seit September greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler im Ostpazifik und in der Karibik an. Dabei wurden mit den neuen Angriffen bislang mehr als 100 Menschen getötet. Kritiker bezeichnen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig.
Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas Diktator Maduro vermutet dagegen US-Pläne zu seinem Sturz und ein Bestreben der USA, sich der riesigen venezolanischen Erdölvorkommen zu bemächtigen.
Bereits kurz vor dem Jahreswechsel hatte Trump von einem Schlag auf venezolanisches Hafengebiet berichtet. In seiner Luxus-Residenz Mar-a-Lago (Florida) verkündete er: „Es gab eine große Explosion im Hafengebiet.“ In einem Lager seien Boote mit Drogen beladen worden, ein angeblicher Umschlagplatz der Kartelle.