Polizisten gehen an einem abgesperrten Bereich vorbei.

Stand: 03.01.2026 16:48 Uhr

Gegen die Betreiber der abgebrannten Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana hat die Justiz Ermittlungen eingeleitet – unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Die Identifizierung der Toten dauert noch an.

Nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana hat die Justiz Ermittlungen gegen die französischen Betreiber der Bar “Le Constellation” aufgenommen, in der das Feuer in der Silvesternacht ausgebrochen war.

Experten äußern Bedenken zu Brandschutz

Die ersten Ermittlungsergebnisse hätten “zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen die beiden Betreiber des Lokals geführt”, teilten die Polizei und die Staatsanwaltschaft des Kanton Wallis mit. 

Die Betreiber der Bar, ein französisches Ehepaar hatten Medien gesagt, sie seien am Boden zerstört und kooperierten mit den Behörden, um die Katastrophe aufzuklären. In einem Interview hatten sie betont, die Bar habe alle Sicherheitsregularien zum Brandschutz eingehalten.

Brandschutzexperten hatten das jedoch in Frage gestellt. Sie äußerten Zweifel, ob die Bar genügend Notausgänge hatte und ob das Material, das unter der Decke wahrscheinlich zur Schalldämpfung installiert war, gesetzeskonform war. 

Erste Todesopfer identifiziert

Das Feuer war in der Silvesternacht in der Bar ausgebrochen, als zahlreiche junge Menschen dort ausgelassen feierten. 40 Menschen kamen ums Leben, 119 weitere wurden verletzt. Viele erlitten schwerste Brandverletzungen, die in Spezialkliniken behandelt werden müssen.

Inzwischen wurden die ersten vier Todesopfer identifiziert und ihren Angehörigen übergeben. Zudem konnten bis Freitag nach Polizeiangaben 113 Verletzte identifiziert werden, darunter neben 71 Schweizern unter anderem 14 Franzosen und elf Italiener. Hinweise auf deutsche Opfer gab es weiterhin nicht. Die Arbeiten zur Identifizierung der übrigen Todesopfer und Verletzten dauern an.

Nach Angaben der Behörden wurde die Brandkatastrophe durch leichtsinniges Hantieren mit Sprühfontänen auf Flaschen ausgelöst. Laut Zeugenaussagen und der Auswertung von Videos deute “alles darauf hin, dass das Feuer ausgegangen ist von Tischfeuerwerken, von Sprühfontänen, die auf Champagnerflaschen aufgesetzt wurden und zu nah an die Decke gekommen sind”, so die Generalstaatsanwaltschaft.