
Russland greift in der Ukraine mit Shahed-Drohnen in großer Zahl an.Bild: AP / Efrem Lukatsky
Ukraine
Im von ständig neuen Technologien bestimmten Krieg Russlands in der Ukraine gibt es den nächsten Durchbruch. Dieser kann aber auch als eine Drohung gegen die Nato verstanden werden.
07.01.2026, 10:1707.01.2026, 10:17
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs spielen Drohnen eine entscheidende Rolle. Beide Seiten setzen seit Jahren auf neue Technologien, um ihre militärischen Strategien anzupassen.
Diese werden vor allem für Angriffe auf Ziele am Boden eingesetzt. Das könnte sich nun geändert haben: Eine neue russische Drohnentechnologie wurde erstmals in der Ukraine gesichtet. Diese könnte auch besonders für die Nato von Interesse sein.
Russland: Neue Drohnen-Technologie in Ukraine eingesetzt
Russland setzt gegen die Ukraine vor allem massenweise auf die vom Verbündeten Iran entwickelten Shahed-Drohnen. Jedoch experimentiert die russische Armee oft mit Modifikationen.
In der Ukraine wurde nun erstmals eine russische Shahed-Drohne entdeckt, die mit einem tragbaren Luftabwehrsystem (MANPADS) ausgestattet ist. Der Generalmajor Vladyslav Klochkov von den ukrainischen Streitkräften berichtete auf Linkedin, dass diese Drohne eine direkte Bedrohung für die ukrainische Luftwaffe darstelle.
Der Begriff “Verteidigungssystem” ist nämlich irreführend, die MANPADS können auch Flieger effektiv angreifen und abschießen. Damit sind die Drohnen nicht mehr nur für Angriffe am Boden geeignet.
Mit derlei modifizierten Shahed-Drohnen kann Russland nun angreifen.Bild: linkedin / Vladyslav Klochkov
“Armeeflieger müssen diese neue Bedrohung berücksichtigen und es vermeiden, sich einer Shahed auf ihrem Rückflug zu nähern”, erklärte Klochkov.
Laut dem ukrainischen Experten für elektronische Kriegsführung, Serhii Beskrestnov, ist dies das erste dokumentierte Beispiel einer Shahed-Drohne mit dieser Bewaffnung.
Er warnte laut dem Nachrichtenportal “Kyiv Post” auf seinem Telegram-Kanal die ukrainischen Pilot:innen ebenfalls davor, sich diesen Drohnen direkt zu nähern, da sie gezielt Flugzeuge und Hubschrauber angreifen können.
Russland-Drohne: Nato-Flieger in Gefahr – “Umdenken” nötig
Die modifizierten Shahed-Drohnen stellen laut der Militärexpertin Dorothee Frank nicht nur für die Ukraine, sondern auch für die NATO eine Herausforderung dar.
Sie weist auf dem Fachportal “Defence-network.com” auf russische Drohnenflüge im September 2025 über dem polnischen Luftraum hin. Die Nato habe damals nur einen Bruchteil der Drohnen abfangen können. Dennoch hat Russland sich nun offenbar dazu veranlasst gefühlt, die Drohnen mit den Luftabwehrsystemen auszustatten.
Nato-Kampfflugzeuge könnten dadurch selbst zur Zielscheibe werden. Während die Ukraine auf die Neuerung wiederum mit ihren günstigen und effektiven Drohnenabwehrsystemen antworten könne, müsse bei der Nato ein “Umdenken” stattfinden.
Das Bündnis setze zur Verteidigung nämlich bisher vor allem auf Kampfflugzeuge, die vor derartigen Drohnen nun nicht mehr sicher seien. “Die Grenze zwischen Jäger und Gejagtem” verschwimme in einem solchen Fall.
