–
Wetterkapriolen in Adelboden: Selbst der Geschäftsführer schaufelt in der Dunkelheit
Die Prognosen für den Riesenslalom-Klassiker vom Samstag sind ungünstig. Rund 300 Helfer arbeiten in der Nacht auf der Piste – die entgegen dem Trend mit Eis präpariert wurde.
Hudelwetter: In Adelboden schneit es am Freitag permanent – die Organisatoren sind gefordert.
Foto: Christian Pfander
Der Trend des Weltskiverbandes FIS ist umstritten: Die Pisten im Weltcup sollen mit weniger Eis präpariert werden, damit es zu tieferen Tempi und aufgrund der weicheren Unterlage zu einer weniger aggressiven Skipräparierung kommt. Dies alles soll die Verletzungsgefahr verringern; viele Fahrer aber halten nichts davon, sie befürchten unfaire Verhältnisse.
Der Adelbodner Pistenchef Toni Hari sagt, er habe von der FIS nie eine Weisung erhalten. Also wurde im Berner Oberland schon in der Altjahrswoche mit dem Bewässern des Chuenisbärgli begonnen. «Zum Glück», sagt Topfavorit Marco Odermatt, «wäre das nicht passiert, hätten wir bei diesem Wetter sonst das Rennen längst absagen können.»
Könnte zum fünften Mal triumphieren: Marco Odermatt gilt in Adelboden einmal mehr als Topfavorit.
Foto: EPA
Es schneit in Adelboden seit Donnerstag, zuweilen setzte gar noch starker Regen ein. Und auch am Wochenende werden Niederschläge erwartet. Eine eher weiche Piste wie zuletzt etwa in Val-d’Isère, Alta Badia und Livigno wäre bei diesen Verhältnissen Gift gewesen, so sieht es auch Odermatt, der am Donnerstag mit dem Flieger aus Salzburg anreiste – auf der Reiteralm hatte er wie auch Thomas Tumler und Talent Lenz Hächler vier Tage Riesenslalom trainiert.
Marco Odermatt stützt den Programmentscheid
Die Piste sei in einem guten Zustand, sagte FIS-Renndirektor Markus Waldner am Freitagabend, sie sei nur etwas feucht geworden. Um die 1,2 Kilometer lange und je nach Stelle 30 bis 50 Meter breite Piste von den Schneemassen zu befreien, arbeiten in der Nacht auf Samstag in drei Schichten rund 300 Leute, selbst Geschäftsführer Christian Haueter fuhr in der Dunkelheit mit der Schaufel hoch. Auch zu starker Wind, Nebel und damit schlechte Sicht könnten den Riesenslalom-Klassiker gefährden, es bestünde jedoch die Möglichkeit, den Start nach unten zu verlegen. Ausgeflaggt wurde der 1. Lauf aus Sicherheitsgründen bereits am Freitagmorgen.
Für den Slalom am Sonntag dürfte das Wetter ein wenig besser sein, die Idee des Programmabtauschs wie im vergangenen Jahr wurde kurz diskutiert, aber schon Mitte Woche verworfen, «es fehlte die Grundlage dafür», sagt Christian Haueter. Was Odermatt befürwortet: «Den Fans hätten wir eine nochmalige Verschiebung nicht antun können.»
Der Riesenslalom am Samstag ist mit 25’000 Zuschauern längst ausverkauft, bei einer Absage am Renntag würden die Fans den Ticketpreis nicht zurückerstattet bekommen. Die Organisatoren hätten dennoch finanzielle Einbussen, etwa wegen tiefer Sponsorenleistungen. Pistenchef Toni Hari sagt, Neuschnee habe die Adelbodner noch nie nervös gemacht. «Und bei einem Acht-Millionen-Budget sind wir doch verpflichtet, dass die Rennen durchgeführt werden können.»
An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Cookies zulassen Mehr Infos
Weltcuprennen in Adelboden:
Newsletter
Skipost
Erhalten Sie Mails von den wichtigsten News und spannendsten Geschichten rund um Ski alpin.
Einloggen
Fehler gefunden? Jetzt melden.