DruckenTeilen
News zum Ukraine-Krieg im Ticker. Offenbar hat Russland eine Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt. Trump spricht über Sanktionen gegen Putins Wirtschaft.
diesem News-Ticker
Alle Kapitel
Update, 22:48 Uhr: Laut ukrainischen Angaben hat Russland im Schwarzen Meer zwei Frachtschiffe angegriffen, wobei ein syrisches Besatzungsmitglied ums Leben kam. Dies berichtete die russische Exil-Zeitung Moscow Times. Ein Schiff war auf dem Weg zum Hafen Tschornomorsk, um Getreide zu laden, während das andere in der Nähe von Odessa Sojabohnen transportierte. Der ukrainische Minister Oleksij Kuleba erklärte: „Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Russland gezielt zivile Objekte, internationale Schifffahrt und Lebensmittellogistik angreift.“ Kiew beschuldigt Moskau, wiederholt Frachtschiffe mit Lebensmitteln im Schwarzen Meer anzugreifen. Bereits im letzten Monat warf die Ukraine Russland vor, zwei türkische Frachtfähren attackiert zu haben.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 22:12 Uhr: Während einer Pressekonferenz in Washington mit den Führungskräften der größten US-Ölunternehmen äußerte sich US-Präsident Donald Trump zur Frage, ob er es für notwendig halte, den russischen Präsidenten Wladimir Putin gefangen zu nehmen. Ein Journalist bezog sich auf die erfolgreiche US-Operation in Venezuela und die Entführung Maduros und fragte Trump: „Würden Sie jemals einen Befehl geben, Wladimir Putin gefangen zu nehmen?“ Trump antwortete darauf: „Nun, ich glaube nicht, dass das notwendig sein wird. (…) Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihm, ich bin sehr enttäuscht.“
Update, 21:44 Uhr: Lettland plant, aufgrund der jüngsten russischen Angriffe auf Städte in der Ukraine eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats zu beantragen. Das schrieb die lettische Außenministerin Baiba Braze auf der Plattform X. Zuvor hatte Russland die Ukraine erneut mit heftigen Luftangriffen überzogen. Nach russischen Angaben kam dabei zum zweiten Mal seit Beginn des Krieges die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik zum Einsatz.
Selenskyj erhebt schwere Vorwürfe gegen Russland: „Versuchen, Städte vollständige auszuschalten“
Update, 20.30 Uhr: Russland führt nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj schwere Luftangriffe auf ukrainische Städte durch, um diese unbewohnbar zu machen. „Die Russen nutzen das Wetter – die Kältewelle – und versuchen, so viele unserer Energieanlagen wie möglich zu treffen“, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft aus Kiew. Betroffen waren zuletzt Kiew, zuvor Dnipro, Saporischschja, Krywyj Rih und Odessa.
„Die Haupttaktik Russlands besteht darin, zu versuchen, Städte vollständig auszuschalten“, erklärte Selenskyj. Er forderte Stadtverwaltungen auf, Vorbereitungen zu treffen und Bürger zu schützen. In den angegriffenen Städten fiel die Versorgung mit Strom, Wasser und Heizung größtenteils aus. Die Angriffe bewiesen, dass Moskau Diplomatie und US-Friedensbemühungen ignoriere, so Selenskyj. Der Einsatz der Mittelstreckenrakete Oreschnik in der Westukraine an der EU- und Nato-Außengrenze stelle „eine gleich große Herausforderung für Warschau, Bukarest, Budapest und viele andere Hauptstädte“ dar. Kein Land sei durch seine Beziehungen zu Russland geschützt.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Fotostrecke ansehenIAEA verhandelt über eine begrenzte Feuerpause am AKW Saporischschja
Update, 19.05 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA verhandelt mit Russland und der Ukraine über eine begrenzte Feuerpause am AKW Saporischschja zur Reparatur einer Stromleitung. Bei Kämpfen am 2. Januar sei die letzte 330-Kilovolt-Notfallleitung beschädigt worden, teilte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi in Wien mit.
Das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk im Süden der Ukraine werde derzeit nur über die 750-Kilovolt-Hauptleitung versorgt. Nötig sei eine Kampfpause etwa zehn Kilometer vom Werk entfernt, damit ukrainische Techniker die Leitung reparieren könnten, sagte Grossi. Die IAEA habe in den vergangenen Monaten schon drei Mal solche Feuerpausen ausgehandelt.
Luftangriffe auf Kiew
Update, 17.10 Uhr: Nach dem schweren russischen Luftangriff auf Kiew hat Bürgermeister Vitali Klitschko den Einwohnern zum zeitweiligen Verlassen der Dreimillionenstadt geraten. 6.000 Wohnblocks, die Hälfte der Mehrfamilienhäuser der ukrainischen Hauptstadt, könnten derzeit nicht geheizt werden, schrieb Klitschko auf Telegram. „Die städtischen Dienste arbeiten im Notfallmodus.“
Der Angriff der vergangenen Nacht sei für die Infrastruktur von Kiew der bislang folgenschwerste des Krieges gewesen. Die Lage werde durch den strengen Winter verschärft. Wer anderswo Energie und Wärme finden könne, sollte die Hauptstadt vorübergehend verlassen, schrieb Klitschko. Dies war kein offizieller Aufruf zur Evakuierung, sondern als Ratschlag an die Kiewer gemeint, auf ihre ofengeheizten Datschen zu fahren oder sich bei Verwandten und Freunden in weniger betroffenen Orten einzuquartieren.
Ukraine-News: Bundesregierung verurteilt Oreshnik-Attacke Russlands
Update, 12.35 Uhr: Die Bundesregierung hat den russischen Angriff auf die Ukraine mit der modernen Mittelstreckenrakete Oreschnik verurteilt. „Während die Ukraine die USA und Europa sich in den vergangenen Tagen und Wochen sehr intensiv für einen Frieden in der Ukraine einsetzen, hat Russland die Mittelstreckenrakete Oreschnik gegen die Ukraine eingesetzt“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Freitag in Berlin. Die Bundesregierung verurteile dies „aufs Schärfste“.
Mit ihrem Angriff auf zivile ukrainische Energieinfrastruktur habe Russland den Konflikt „nochmals eskaliert“. Es handele sich um „symbolische Drohgebärden“, um weiter Angst zu verbreiten. „Russland eskaliert hier unprovoziert weiter“, sagte Meyer. „An unserer Entschlossenheit wird dies nichts ändern – im Gegenteil: Wir stehen weiter eng an der Seite der Ukraine und setzen unsere umfassende Unterstützung ungemindert fort.“
Update, 10.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach den neuen massiven russischen Angriffen auf sein Land eine „klare“ internationale Reaktion verlangt. „Es bedarf einer klaren Reaktion der Weltgemeinschaft“, erklärte Selenskyj am Freitag im Onlinedienst X. Dies gelte vor allem für eine Reaktion seitens der USA, „deren Signalen Russland wirklich Beachtung schenkt“, fügte er hinzu.
Russland müsse signalisiert werden, „dass es seine Pflicht ist, sich auf die Diplomatie zu konzentrieren“, fügte der ukrainische Staatschef hinzu. Moskau müsse „jedes Mal Konsequenzen spüren, wenn es sich erneut auf Tötungen und die Zerstörung von Infrastruktur konzentriert“.
Ukraine-Krieg aktuell: Belgorod in Russland ohne Strom und Wasser nach ukrainischem Angriff
Update, 9.35 Uhr: Ein ukrainischer Angriff auf das westrussische Gebiet Belgorod hat nach Angaben der örtlichen Behörden einen großflächigen Ausfall der Strom-, Wärme und Wasserversorgung zur Folge. Der Beschuss eines Infrastrukturobjekts mit Raketen habe 556.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram mit. „Ohne Wärmeversorgung ist fast die gleiche Anzahl, in erster Linie betrifft das 1.920 Mehrfamilienhäuser. Fast 200.000 Menschen sind ohne Wasser und Abwasser“, sagte er in dem Video.
Nach Angaben Gladkows sind die Reparaturarbeiten bereits angelaufen. „Die Situation ist sehr schwierig“, betonte er. Demnach wird versucht, Reservekapazitäten anzuschließen. Zur möglichen Dauer des Blackouts machte er keine Angaben. Am Nachmittag werde er neue Informationen geben, sagte er nur.
Update vom 9. Januar, 8:47 Uhr: Der Einsatz einer Oreschnik-Rakete im Ukraine-Krieg ist der zweite dieser Art. Der erste erfolgte im November 2024 auf die Großstadt Dnipro im Südosten des Landes. Damals begründete Putin den Einsatz als Vergeltung auf die Nutzung weitreichender westlicher Raketen durch Kiew gegen Militärobjekte im russischen Hinterland. Damals war die Rakete ohne Gefechtssprengköpfe eingesetzt worden. Die Schäden wurden allein durch die hohe Geschwindigkeit der Rakete selbst erreicht. Die Oreschnik befand sich damals noch in der Testphase.
Dieses Mal hingegen war die Rakete mit konventionellen Sprengköpfen geladen. Nach Angaben des Militärs war der Einsatz jetzt erfolgreich. Das Ziel des Schlags sei erreicht worden. „Es wurden Objekte zur Produktion von Drohnen getroffen, die bei der terroristischen Attacke (auf die Präsidentenresidenz) eingesetzt wurden, und Energieinfrastruktur, die die Arbeit des Rüstungskomplexes der Ukraine ermöglicht“, heißt es. Moskau werde auch künftig auf Terrorangriffe antworten, drohte das Militär.
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Russland setzt Mittelstreckenrakete Oreschnik ein
Erstmeldung: Kiew/Moskau – Im Ukraine-Krieg ist es offenbar zum Einsatz einer Mittelstreckenrakete gekommen. Nach Angaben aus Moskau hat Russland bei dem Angriff auf die Westukraine die gefürchtete neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Es war der zweite Angriff mit einer Rakete dieses Typs auf die Ukraine.

Russland hat zum zweiten Mal eine Oreschnik auf die Ukraine abgefeuert. (Archivbild) © -/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa
Bereits am Donnerstagabend teilte das ukrainische Lufwaffenkommando Zakhid auf Facebook mit, dass es im Ukraine-Krieg aktuell wohl zu einem Einsatz einer ballistischen Rakete gekommen sei. „Am 8. Januar um 23:47 Uhr führte der Feind einen Raketenangriff auf Infrastruktureinrichtungen in Lwiw mit einer ballistischen Rakete durch. Das Flugobjekt bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 13.000 km/h auf einer ballistischen Flugbahn“, hieß es in einer Erklärung zum jüngsten Angriff im Ukraine-Krieg. Lwiw liegt unweit der polnischen Grenze und damit nahe am NATO-Gebiet, Luftlinie um die 60 Kilometer.
Im Ukraine-Krieg: Einsatz von Mittelstreckenrakete Oreshnik
Ob es im Ukraine-Krieg tatsächlich zum Einsatz der Oreshnik-Rakete gekommen ist, bleibt bislang unklar. Bisher liegen nur die Bestätigungen aus Russland vor. Noch in der Nacht schrieb der Bürgermeister von Lwiw auf Telegram: „Ein Update zum Angriff. Es ist unklar, ob es sich um einen Oreschnik handelte. Das Militär wird die Informationen bereitstellen.“ Auch das Luftwaffenkommando teilte mit, dass der genaue Raketentyp, der bei dem Angriff eingesetzt wurde, erst nach der Untersuchung aller Komponenten ermittelt werden könne.
Wie die Kyiv Post berichtet, rechtfertigt das russische Verteidigungsministerium den Einsatz der Mittelstreckenrakete mit dem „terroristischen Anschlag“ der Ukraine auf die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Als Reaktion auf den Terroranschlag des Kiewer Regimes auf die Residenz des Präsidenten der Russischen Föderation in der Region Nowgorod haben die russischen Streitkräfte heute einen massiven Angriff mit land- und seegestützten Präzisionswaffen mit großer Reichweite, darunter das mobile Mittelstreckenraketensystem Oreschnik, gestartet“, hieß es in der Erklärung.
In der Nacht zum Freitag berichtete Ukrainska Pravda, dass nach dem russischen Raketenangriff im Ukraine-Krieg die Strahlungs- und Schadstoffwerte in Lwiw im Normbereich liegen würden. „Am Ort des Raketenangriffs in Lwiw wurden Laboruntersuchungen durchgeführt. Die Strahlungswerte liegen im Normbereich. Es wurden keine Überschreitungen der Schadstoffkonzentrationen in der Luft festgestellt“, teilte Maksym Kozytskyi, der Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Lwiw, auf Telegram mit.
Trump spricht über Sanktionen gegen Russlands Wirtschaft
Während die Einzelheiten beim Raketenangriff im Ukraine-Krieg noch aufgearbeitet werden, hat US-Präsident Donald Trump Unterstützung für ein neues Sanktionspaket gegen Russland wegen des andauernden Ukraine-Kriegs signalisiert. „Ich unterstütze es“, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Weiter sagte er aber: „Ich hoffe, dass wir es nicht verwenden müssen.“ Man habe bereits „große Sanktionen gegen Russland“ verhängt, die russische Wirtschaft sei „sehr schlecht“, sagte Trump. Russland sei jedoch größer als die Ukraine und ein einflussreicheres Land.
In den vergangenen Monaten hatte Trump wegen des seit fast vier Jahren andauernden Krieges in der Ukraine mehrere Maßnahmen gegen die russische Wirtschaft verhängt. Darunter sind Strafmaßnahmen gegen die beiden größten russischen Öl-Firmen sowie Strafzölle gegen Indien wegen dessen Handelsbeziehungen mit Russland.
Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen
Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine hat sich derweil zu den aktuellen Verlusten Russlands im Ukraine-Krieg geäußert. Demnach hat die Armee von Wladimir Putin im Verlauf der vergangenen 24 Stunden 1030 Soldaten verloren. Seit Beginn der Kämpfe am 24. Februar 2022 steigt die Zahl damit auf etwa 1.216.930 Soldaten, die auf den Schlachtfeldern des Konflikts entweder getötet oder verwundet wurden. Ferner hat Russland 11.526 Panzer, 23.882 gepanzerte Kampffahrzeuge sowie 35.892 Artilleriesysteme verloren. (fbu mit Agenturen)