Am Freitag fanden mehrere Gedenkmessen für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana statt.Beim Unglück starben sechs junge italienische Staatsangehörige.Angehörige der Opfer reagieren unterschiedlich: Einige möchten nichts von der Betreiberin wissen, andere kritisieren die Behörden.

In der italienischen Hauptstadt Rom wurde eine Gedenkmesse für die Opfer der Silvesterkatastrophe in Crans-Montana abgehalten. Beim Unglück kamen sechs italienische Staatsangehörige ums Leben, fast ausschliesslich Jugendliche im Alter von 15 bis 16 Jahren.

Die Eltern zweier Todesopfer äusserten sich gegenüber dem «Corriere della Sera» zur Entschuldigung der Barbetreiberin Jessica Moretti. Nach der ersten Gerichtsanhörung am Freitag hatte Moretti erklärt, sie wolle sich bei allen Opfern entschuldigen.

Vater ist wütend auf Behörden

«Ich will nichts von Frau Moretti wissen», sagt Carla, die Mutter des verstorbenen Riccardo Minghetti. «Es gibt nichts zu kommentieren.» Ihrer Ansicht nach habe die Staatsanwältin bereits mehrere Fehler gemacht. «Wir müssen die Ermittlungen der Schweizer Regierung abwarten.»

Der Vater von Giovanni Tamburi zeigt sich weniger auf die Barbetreiber fokussiert. «Ich bin wütender auf diejenigen, die ihre Kontrollen schlecht durchgeführt haben, als auf die Morettis», erklärt er. «Wenn mir erlaubt wurde, mit einer bestimmten Sache weiterzumachen, hätten die Inspektoren sagen müssen, dass das nicht in Ordnung ist.»

Schweizer Mutter fordert «exemplarische Strafe»

Die Schweizer Mutter zweier Töchter, die beim Inferno schwer verletzt wurden, fordert «Gerechtigkeit», wie sie dem Sender «BFMTV» erklärt. Ihre Töchter befänden sich weiterhin in kritischem Zustand. Dazu fordert sie «eine exemplarische Strafe» und «dass die Schuldigen ins Gefängnis kommen.»

Weiter beschreibt sie dem Sender ihre Gefühlslage: «Zuerst gab es Fassungslosigkeit, Schmerz, Trauma und Gebete. Jetzt sind es Wut und Unverständnis.»

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Brand in Crans-Montana fordert mindestens 40 Todesopfer

Der Brand in einer Bar in Crans-Montana hat in der Silvesternacht mindestens 40 Menschenleben gefordert. Hier findest du aktuelle Artikel, Hintergründe und Augenzeugenberichte zur Brandkatastrophe im Wallis.

Alessia Rambaldi

Alessia Rambaldi (ram) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Nach einem Praktikum im Ressort Bern wechselte sie im Mai 2025 an den Newsdesk.