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News zum Ukraine-Krieg: Ein Drohnenangriff trifft Putins Wirtschaft. Kiew leidet weiter unter einem Blackout. Russlands Verluste nehmen zu. Der News-Ticker.

Update, 11:10 Uhr: „Russland hat bewusst auf die eisige Kälte gewartet, um die Lage für unser Volk noch zu verschlimmern“, schreibt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenyskyj in einem Beitrag auf X vom heutigen 11. Januar. „Dies ist vorsätzlicher, zynischer russischer Terror, der sich gezielt gegen Zivilisten richtet.“ Putins Armee habe in dieser Woche fast 1100 Kampfdrohnen, 890 Fliegerbomben und über 50 Raketen verschiedener Art gegen sein Land eingesetzt – darunter die Mittelstreckenrakete Oreschnik. „Sie griffen Ziele an, die keinerlei militärischen Zwecken dienen – Energieinfrastruktur, Wohngebäude“, so Selenskyj.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Vollständig ohne Strom war vergangene Nacht die Region Saporischschja und Teile der benachbarten Region Dnipropetrowsk. Dort sei der Strom komplett ausgefallen. Laut dem Portal Kyiv Independent waren russische Angriffe und starke Schneefälle der Grund. Am Morgen konnten Rettungskräfte die Stromversorgung wiederherstellen. In der Ukraine herrschen derzeit Temperaturen von bis zu -15 Grad.

Ukraine-Krieg aktuell: Russland setzt neue Kampfdrohne erstmals ein

Update, 10:34 Uhr: Der ukrainische Militärgeheimdienst berichtet auf Telegram, dass Russland erstmals eine neue Kampfdrohne in der Ukraine eingesetzt habe. Die Geran-5-Drohne weise Ähnlichkeiten mit der iranischen Karrar-Drohne auf. Sie sei rund sechs Meter lang und habe eine Spannweite von 5,5 Metern. Die russische Kampfdrohne fliege fast 1000 Kilometer weit und könne einen 90-Kilo-Sprengkopf transportieren.

Laut dem Ukraine-Geheimdienst erwäge der Kreml, russische Kampfjets wie die Su-25 mit den neuen Geran-5-Drohnen aufzurüsten, um deren Reichweite zu erhöhen. Auch zur Abwehr ukrainischer Kampfflugzeuge könne sie eingesetzt werden. Russland nutzt Drohnen derzeit massiv gegen Attacken auf die ukrainische Energie- und Stromversorgung. Hunderttausende Ukrainer haben bei klirrender Kälte weder Heizung noch Strom. Bürgermeister Vitali Klitschko forderte die Einwohner Kiews aus diesem Grund auf, die Hauptstadt zu verlassen und Zuflucht bei Freunden oder Verwandten in anderen Regionen zu suchen. 6000 Wohnblocks in Kiew können derzeit nicht beheizt werden.

Ziel von Putins Oreschnik-Angriff im Ukraine-Krieg aufgedeckt 

Update, 8:31 Uhr: Russland feuerte in der Nacht auf den 9. Januar eine Oreschnik-Mittelstreckenrakete auf die Ukraine ab und traf dabei offenbar auch eine Waffenfabrik. Dies berichtet das „Institute for the Study of War“ und beruft sich dabei auf eine Auswertung von geolokalisiertem Videomaterial. Demnach schlug die Rakete in ein staatliches Flugzeugreparaturwerk am Rand der westukrainischen Stadt Lwiw ein. Zuvor war spekuliert worden, dass die Oreschnik-Rakete eine unterirdische Gasanlage getroffen habe.

Die US-Analysten des Instituts berichten weiter, dass Putins Offizielle den Oreschnik-Angriff gezielt nutzten: Sie wollten westliche Staaten davon abhalten, Truppen in die Ukraine zu entsenden. Der Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, drohte gestern auf seinem englischsprachigen X-Account, Russland könne Oreschnik-Raketen gegen europäische oder NATO-Truppen einsetzen, die im Rahmen von Sicherheitsgarantien in die Ukraine entsandt würden.

Ukraine-Krieg aktuell: Verluste in Russland nach ukrainischem Drohenangriff

Update, 8:02 Uhr: In der Region Woronesch im Westen Russlands starb eine Frau nach einem nächtlichen ukrainischen Drohnenangriff. „Zu unserem großen Bedauern ist in der Nacht eine junge Frau auf der Intensivstation gestorben, die Verletzungen durch auf ein Wohnhaus gefallene Drohnentrümmer erlitten hat“, teilte Gouverneur Alexander Gussew auf Telegram mit. Eine weitere Frau liege im Krankenhaus, zwei Verletzte seien nach ambulanter Behandlung entlassen worden. Gussew bezeichnete es als einen „der schwersten Drohnenangriffe“ auf die Stadt seit Beginn des Ukraine-Kriegs.

Update, 7:08 Uhr: BundesauĂźenminister Johann Wadephul trifft am Montag US-AuĂźenminister Marco Rubio in Washington. Er will sich dort weiter fĂĽr ein Ende des Ukraine-Kriegs einsetzen und mit dem Trump-Minister darĂĽber beraten. Auch die transatlantische Sicherheits- und Verteidigungspolitik im NATO-Rahmen steht auf der Agenda.

Ukraine-Krieg aktuell: Armee bestätigt neuen Schlag gegen Russlands Wirtschaft

Update, 11. Januar, 6.10 Uhr: Erfolgreicher Nadelstich gegen Russlands Wirtschaft: Die ukrainische Armee hat einen Angriff auf ein Öllager in der Region Wolgograd nun offiziell bestätigt. Das Gebiet liegt rund 350 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Der Generalstab erklärte, man wolle die Offensivkapazitäten von Putins Armee mit dem Drohnenangriff schwächen. Das Öldepot trage dazu bei, die russischen Besatzer in der Ukraine mit Treibstoff zu versorgen. Russische Behörden hatten die Attacke bereits gestern gemeldet. Es brach ein Brand aus, verursacht durch Trümmerteile der abgeschossenen Drohne, die auf das Öldepot fielen.

Immer wieder brennen in Russland Öldepots nach ukrainischen Angriffen – jetzt in der Region Wolgograd (Archivbild).

Immer wieder brennen in Russland Öldepots nach ukrainischen Angriffen – jetzt in der Region Wolgograd (Archivbild). © IMAGO/Alexander RekaLage im Ukraine-Krieg: UN befasst sich mit Russlands Großangriff

Update, 21:47 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat will sich in einer Dringlichkeitssitzung am Montag mit dem jüngsten russischen Großangriff auf die Ukraine befassen. Das teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf X mit. Sybiha schrieb: „Auf der Sitzung werden die eklatanten Verstöße Russlands gegen die Charta der Vereinten Nationen behandelt. Wir fordern die Mitglieder des Sicherheitsrats nachdrücklich auf, Einigkeit zu zeigen, indem sie ein Ende der Aggression, den Schutz der Zivilbevölkerung und die unerschütterliche Unterstützung der Souveränität der Ukraine fordern.“ Die russischen Angriffe würden die Bemühungen der USA und Europas für einen Frieden im Ukraine-Krieg untergraben.

Update, 20:13 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA verhandelt mit Russland und der Ukraine über eine begrenzte Feuerpause am AKW Saporischschja zur Reparatur einer Stromleitung. Bei Kämpfen am 2. Januar sei die letzte 330-Kilovolt-Notfallleitung beschädigt worden, teilte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi in Wien mit.

Das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk im Süden der Ukraine werde derzeit nur über die 750-Kilovolt-Hauptleitung versorgt. Nötig sei eine Kampfpause etwa zehn Kilometer vom Werk entfernt, damit ukrainische Techniker die Leitung reparieren könnten, sagte Grossi. Die IAEA habe in den vergangenen Monaten schon drei Mal solche Feuerpausen ausgehandelt.

Update, 18:55 Uhr: Bei einem Bombenangriff auf die ostukrainische Stadt Slowjansk sind nach Behördenangaben sieben Zivilisten verletzt worden. Wie die ukrainische Staatsanwaltschaft der Region Donezk mitteilte, warf das russische Militär eine schwere gelenkte Fliegerbombe vom Typ Fab-250 auf die Stadt ab. Der Ballungsraum Slowjansk–Kramatorsk ist die letzte Bastion im Gebiet Donezk, die die ukrainischen Kräfte noch kontrollieren. Russland beansprucht die Region für sich.

In der nördlich davon gelegenen Region Charkiw haben die Behörden einen Raketeneinschlag in der gleichnamigen Gebietshauptstadt vermeldet. Ein Objekt der Infrastruktur und ein Mehrfamilienhaus seien getroffen worden, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Das Ausmaß der Schäden war demnach zunächst unklar. 

Milliarden-Deal für die Ukraine im Raum – Treffen zwischen Selenskyj und Trump geplant

Update, 17:39 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump könnten während des Weltwirtschaftsforums in Davos, das vom 19. bis 23. Januar stattfindet, ein Abkommen über „Wohlstand“ und den Wiederaufbau der Ukraine beschließen. Nach Informationen des britischen Telegraph soll es bei dem möglichen Deal um rund 800 Milliarden US-Dollar gehen, die der Ukraine nach dem Krieg beim Wiederaufbau des Landes helfen sollen.

Dem Bericht zufolge hatte Selenskyj ursprünglich gehofft, bereits nächste Woche das Weiße Haus besuchen zu können, um die Gespräche über den Wirtschaftsplan und das Abkommen über die Sicherheitsgarantien nach dem Krieg abzuschließen. Die europäischen Verbündeten der Ukraine aus der „Koalition der Willigen“ rieten ihm jedoch von einer Reise nach Washington ab und schlugen stattdessen ein Treffen mit Trump beim Weltwirtschaftsforum vor.

Putins wirkliches Ziel: Russlands Raketenangriff mit Oreschnik als EinschĂĽchterungsversuch gegen Westen

Update, 16:19 Uhr: Russland hat mit seinem Raketenangriff auf die Oblast Lwiw am Freitag gezielt westliche Regierungen einschüchtern wollen. Das schreiben die Analysten des amerikanischen „Institute for the Study of War“ (ISW). Demnach sollte der Einsatz der Orechnik-Rakete die militärischen Fähigkeiten Moskaus demonstrieren und als direkte Drohung gegen die sogenannte Koalition der Willigen dienen.

Der Angriff sei Teil einer umfassenderen „nuklearen Säbelrasselei“ im Ukraine-Krieg gewesen, um westliche Länder von einer Truppenstationierung abzuhalten. Die Koalition hatte bei einem Pariser Treffen am Dienstag erwogen, nach einem Waffenstillstand eigene Soldaten als Sicherheitsgarantien zu entsenden – was der Kreml als „inakzeptabel“ bezeichnet.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen fĂĽr die Ukraine

Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden

Fotostrecke ansehenUkrainischer Drohnenangriff: Hunderttausende Menschen in Russland ohne Strom

Update, 15:05 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium meldete in der Nacht auf Samstag den Abschuss von 59 ukrainischen Drohnen. Elf Flugapparate seien dabei noch über dem Schwarzen Meer, zehn weitere über der südrussischen Region Krasnodar abgefangen worden. Allerdings gab es auch auf russischer Seite Schäden. So wurde nach Angaben des Gouverneurs von Wolgograd in der städtischen Siedlung Oktjabrski ein Öldepot von Drohnentrümmern getroffen. Dort sei ein Brand ausgebrochen, die Löscharbeiten hielten an. Wegen der Flammen mussten die Anwohner in Sicherheit gebracht werden.

Update 13:30 Uhr: Vergeltung für Russlands Angriffe auf die Energieversorgung in der Ukraine: 600.000 Menschen sind aktuell in der russischen Oblast Belgorod nach einem ukrainischen Drohnenangriff ohne Strom. Das teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow der Nachrichtenagentur Reuters mit. Er bezeichnete die Lage als „äußerst schwierig“, teilte aber mit, dass an der Wiederherstellung gearbeitet werde. Aufnahmen aus der Stadt Belgorod dokumentierten den Stromausfall: Die Straßenbeleuchtung war ausgefallen, Bewohner orientierten sich mit Taschenlampen und Autoscheinwerfern. Die russische Armee griff in der Nacht ebenfalls ukrainische Versorgungseinrichtungen an.

Ukraine-Krieg: Viele Städte in Russland und der Ukraine aktuell ohne Strom

Update, 12:16 Uhr: Neue Details zu Russlands Attacken im Ukraine-Krieg: Ein Angriff auf Dnipro hat mehr als 50.000 Menschen ohne Strom gelassen und neun Wohnhäuser schwerbeschädigt. Bei dem nächtlichen Angriff sind nach Angaben von Bürgermeister Borys Filatow fast 400 Fenster und mehrere Garagen sowie Fahrzeuge zerstört worden. Die Stadtverwaltung arbeitet an der Wiederherstellung der Stromversorgung, während Aufräumarbeiten in den betroffenen Wohnvierteln laufen. In der Ukraine werden Frosttemperaturen bis zu minus 17 Grad erwartet.

Offensive an Ukraine-Front: Russland feuert im Krieg hunderte Raketen auf Ukraine

Update, 11:02 Uhr: Mit einem Großangriff will Russland das Vorrücken an der Ukraine-Front vorantreiben: In der Nacht zu Samstag startete die Armee von Wladimir Putin eine Raketen-Offensive auf das Gebiet Dnipropetrowsk. Drei Menschen wurden dabei verletzt, es entstanden Brände und Stromausfälle, wie die Ukrainska Pravda berichtet. Die ukrainischen Verteidigungskräfte schossen demnach 27 Drohnen ab.

Update, 9:59 Uhr: Neue Offensiven im Ukraine-Krieg gestartet: Russland hat die Ukraine in der Nacht mit einer Iskander-Rakete und 121 Drohnen angegriffen. Die ukrainische Luftabwehr konnte 94 Drohnen abschießen, dennoch wurden 15 Standorte von einem ballistischen Geschoss und 27 Drohnen getroffen. Wie die Ukrainska Pravda berichtet, dauerten die Angriffe zum Morgenstunden noch an. Der Ukraine-Krieg zeigt damit weiterhin seine Intensität durch nächtliche Großangriffe russischer Streitkräfte auf zivile und militärische Ziele. Einen Tag zuvor hatte Putins Armee seine berüchtigte Oreschnik-Rakete abgefeuert. Die Ukraine reagierte mit einem Vergeltungsschlag gegen Russlands Wirtschaft.

Lage im Ukraine-Krieg: Russland nutzt das kalte Wetter für Angriffe auf Zivilbevölkerung

Erstmeldung: Kiew – Der Ukraine-Krieg geht mit unverminderter Härte weiter: Bei eisigen Temperaturen von bis zu 17 Grad unter Null kämpfen die Bewohner Kiews aktuell ums Überleben. Nach dem jüngsten Luftangriff von Russland sind 6000 Wohnblocks ohne Heizung, etwa die Hälfte aller Wohnhäuser der Dreimillionenstadt. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von den „schlimmsten Schäden an der Infrastruktur in den fast vier Jahren Krieg“ und riet den Bürgern, „die Stadt vorübergehend zu verlassen, wenn sich anderswo ein warmer Platz und Strom finden lassen“.

Präsident Wolodymyr Selenskyj macht eine gezielte russische Strategie dafür verantwortlich: „Die Russen nutzen das Wetter – die Kältewelle – und versuchen, so viele unserer Energieanlagen wie möglich zu treffen.“ Während die ukrainische Bevölkerung in der Kälte ausharrt, schlägt Kiew mit eigenen Mitteln zurück – in der Nacht zum Freitag griffen ukrainische Drohnen ein Öldepot im russischen Gebiet Wolgograd an und setzten es in Brand.

Ukraine-Krieg: Drohnen treffen Russlands Wirtschaft

Doch die Attacke gegen Russlands Wirtschaft ist nur ein Nadelstich gegen die massive russische Offensive im Ukraine-Krieg. Nach Angaben des Gouverneurs von Wolgograd, Andrey Bocharov, fielen Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne auf das Gelände der Ölanlage im Bezirk Oktyabrsky und entzündeten das Feuer. Die russische Luftabwehr reagierte auf den Angriff, während Rettungsdienste, Feuerwehr und städtische Behörden zum Brandort entsandt wurden, um das Feuer einzudämmen. Vorsorglich wurde in einer nahegelegenen Schule ein temporäres Evakuierungszentrum eingerichtet, falls Anwohner in Sicherheit gebracht werden müssten. Nach vorläufigen Informationen des Kyiv Independent gab es keine Opfer.

Das Gebiet Wolgograd liegt etwa 354 Kilometer von der ukrainischen Ostgrenze mit Russland entfernt und ungefähr 500 Kilometer vom ukrainisch kontrollierten Gebiet nahe Kramatorsk in der Oblast Donezk. Der Angriff reiht sich in eine Serie ukrainischer Tiefenschläge gegen militärische und industrielle Einrichtungen von Putins Wirtschaft in Russland ein, die primär mit selbst entwickelten Drohnen durchgeführt werden. Kiew versucht gezielt Russlands Öl- und Gasproduktion anzugreifen, um Moskaus Hauptfinanzierungsquelle für den Krieg in der Ukraine zu schwächen.

Leiden im Ukraine-Krieg: Städte ohne Strom und Heizung

Selenskyj beschuldigte Russland, mit schweren Luftangriffen mitten im Winter die großen Städte unbewohnbar machen zu wollen. „Die Haupttaktik Russlands besteht darin, zu versuchen, Städte vollständig auszuschalten“, erklärte der Präsident in seiner Videobotschaft laut der Nachrichtenagentur dpa. Zuletzt sei die Hauptstadt beschossen worden, davor Dnipro, Saporischschja und Krywyj Rih, wiederum davor Odessa.

Nach Angaben des Energieministeriums waren anfangs etwa 500.000 Haushalte und andere Verbrauchsstellen in und um Kiew ohne Strom. „Was Kiew betrifft, ist die Lage dort am schwierigsten“, sagte Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko. Es sei bis Freitagabend aber gelungen, einen Teil der Hauptstadt, das Umland sowie Krywyj Rih wieder mit Strom zu versorgen. Trotzdem bleibe es auch an diesen Stellen bei den schon seit Wochen geltenden stundenlangen geplanten Abschaltungen.

Bei dem jüngsten russischen Luftangriff auf die Ukraine hatte die russische Armee nach eigenen Angaben auch die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Deren Sprengköpfe trafen ein Infrastrukturobjekt im westukrainischen Gebiet Lwiw, mutmaßlich einen großen Gasspeicher. Es war nach 2024 der zweite Einsatz der nuklear bestückbaren Waffe, die mit ihrer Reichweite auch Westeuropa erreichen kann.

Ukraine-Krieg aktuell: UN-Sicherheitsrat befasst sich mit Oreschnik-Abschuss

Selenskyj interpretierte den Raketenangriff als Drohgebärde gegen ganz Europa. Der Einschlag der Rakete kurz vor der Außengrenze von EU und NATO sei „eine gleich große Herausforderung für Warschau, Bukarest, Budapest und viele andere Hauptstädte“. Kein Land sei durch sein Verhältnis zu Russland geschützt. Nötig sei eine gemeinsame europäische Verteidigung, sagte er.

Die Bundesregierung verurteilte den Einsatz dieser Waffe als Eskalation. Es sei „eine Drohgebärde, die aber nicht verfange“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer in Berlin. Die baltische Republik Lettland kündigte an, als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine eine außerordentliche Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu beantragen.

Verluste im Ukraine-Krieg

Für seinen anhaltenden Angriffskrieg in der Ukraine zahlt Russland weiterhin einen hohen Blutzoll. So hat die Armee von Präsident Wladimir Putin am Vortag 880 Soldaten verloren. Diese aktuellen Verluste im Ukraine-Krieg teilte der ukrainische Generalstab der Ukrainska Pravda mit. Demnach gingen zusätzlich vier Panzer und 84 Fahrzeuge sowie Treibstofftanker verloren. Die Gesamtverluste Russlands seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 belaufen sich demnach auf etwa 1.217.810 Soldaten. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. (jek)