Es gab eine Phase, in der sich im Grenzgebiet zu Luxemburg nächtliche Geldautomatensprengungen nahezu häuften. Auffällig dabei war die hohe Professionalität der Täter: Innerhalb weniger Minuten richteten sie massive Verwüstungen an – und entkamen anschließend oft über die nahe Grenze, häufig nach Luxemburg oder Belgien.

Doch auch im Großherzogtum selbst blieb es nicht ruhig: Alleine 2025 verzeichnete Luxemburg drei vollendete sowie eine versuchte Sprengung von Geldautomaten.

Tinte und Nebelsysteme für mehr Sicherheit

Doch es gibt nun positive Nachrichten aus Rheinland-Pfalz: Der Rückgang bei der Zahl gesprengter Geldautomaten bei Luxemburgs Nachbarn ist nach Darstellung des Sparkassenverbandes im Land hauptsächlich von Sparkassen und Genossenschaftsbanken teuer bezahlt worden.

Gerade diese noch in der Fläche präsenten Institute hätten kräftig in die Sicherheit von Automaten investiert, sagte Präsident Thomas Hirsch der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Insofern sei es ein Rückgang auf deren Kosten und die würden von niemandem ersetzt. 

Die rheinland-pfälzischen Sparkassen hätten im vergangenen Jahr zusätzlich 12,5 Millionen Euro für die Sicherheit von rund 1.000 Geldautomaten im Land aufgewendet. Das bringe künftig auch mehr laufende Kosten mit sich. „Dieser Aufwand trifft nur die, die draußen in der Fläche sind“, sagte Hirsch. „Rosinenpicker“, die eben nicht in der Fläche seien und nur auf einzelne, lukrative Geschäfte schauten, seien fein raus. 

In der Regel zahlen Banken, die selbst wenige oder keine eigenen Geldautomaten haben, Nutzungsgebühren an andere Automatenbetreiber, wenn ihre Kunden dort Geld abheben.

Banken haben einen öffentlichen Auftrag, die Versorgung mit finanziellen Dienstleistungen in der Fläche sicherzustellen.

Sparkassenverband in Rheinland-Pfalz

Bei der Sicherung von Automaten wird vor allem auf Systeme gesetzt, die Geldscheine mit einer Tinte einfärben und so unbrauchbar machen sowie auf Nebelsysteme, die es Tätern schwieriger machen sollen. Im Frühjahr 2023 hatten das rheinland-pfälzische Innenministerium, das Landeskriminalamt sowie Dachverbände der Banken eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Die sieht unter anderem vor, dass die Polizei Risikoanalysen erstellt und mit Banken Präventionsmaßnahmen vereinbart.

In früheren Zeiten mit steigenden Fallzahlen hätten die Sparkassen quasi nichts richtig machen können. „Haben wir einen Geldautomaten geschlossen, haben sich die Leute aufgeregt“, sagte Hirsch. „Wenn wir ihn aufrechterhalten haben, haben sich andere Leute aufgeregt und gesagt: ‚Macht das Ding weg. Das ist eine Gefahr, ich wohne in der Nähe und will nicht, dass meine Wohnung in die Luft fliegt.‘“

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Auch vor dem Hintergrund sei es sehr positiv, dass es deutlich weniger Fälle gebe. Brauchen werde es Geldautomaten für die Bargeldversorgung in der Fläche auch in Zukunft, betonte Hirsch. „Bargeld ist immer noch des Deutschen liebstes Kind.“ Über die Hälfte aller Bezahlvorgänge laufe immer noch in bar ab. „Wir sind auch nicht die Lehrer der Nation, die sagen: Ihr müsst jetzt so oder so bezahlen“, sagte Hirsch. 

„Wir haben einen öffentlichen Auftrag, die Versorgung mit finanziellen Dienstleistungen in der Fläche sicherzustellen – und dazu gehört Bargeld. Das gewährleisten wir im Rahmen unserer Möglichkeiten.“ Bargeld werde weiterhin eine Bedeutung haben. Gerade die unsichere Weltlage oder Vorfälle wie der Stromausfall in Berlin führten dazu, dass Menschen sich die Option auf Bargeld aufrechterhalten wollten.

Bargeld abschaffen in Luxemburg?

Ob man das Bargeld nicht langsam, aber sicher auch in Luxemburg ganz abschaffen sollte, ist eine stetige Debatte. Spricht man die Konsumentenschützer des luxemburgischen Verbraucherverband ULC auf diese Bestrebungen an, wird eine deutliche Warnung ausgesprochen. „Bargeld gewährt Privatsphäre und sichert damit Grundrechte wie das Recht auf Selbstbestimmung, die Handlungsfreiheit und die Meinungsfreiheit ab“, betont der Konsumentenschutz.

Darüber hinaus ermögliche Bargeld Gleichheit und Teilhabe, da Bargeld für alle Bevölkerungsschichten leicht zugänglich sei. Vor allem für die ältere Generation und für sozial Schwache wäre eine Bargeldabschaffung fatal und nicht vorstellbar.

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