Der 48-jährige Jäger gab bei der Polizei nach dem Vorfall an, dass er das Tier in der Dunkelheit verwechselt habe. Bereits im Dezember wurde ebenfalls ein Hund von einem Jäger im Wald erschossen.

Ein 48-jähriger Jäger im obersteirischen St. Marein im Mürztal hat am Dienstagabend offenbar versehentlich einen Hund erschossen. Der Mann gab an, dass er in der Dunkelheit etwa 20 bis 30 Meter von ihm entfernt einen Fuchs erkannt haben will. Tatsächlich war es aber ein vierjähriger Husky-Australian-Shepherd-Mischling, der kurz zuvor nach einem Spaziergang einen wenige hundert Meter entfernten Hof allein verlassen hatte, hieß es am Freitag seitens der Polizei.

Der Jäger hatte sich am Dienstag auf einem Hochstand im Bereich eines verwilderten und mit Schnee bedeckten Wiesengeländes nahe St. Marein (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) auf die Lauer gelegt. Er wollte Füchse jagen, da diese bereits zum Teil von der Räude befallen seien. Auch Fuchsköder seien deswegen bereits ausgelegt worden. Anrainer hätten davon gewusst. Gegen 19.45 Uhr entdeckte der Waidmann dann ein Tier und hielt es für einen Fuchs. Er schoss mit einem Schrotgewehr und erlegte es.

Erst als er nach dem vermeintlichen Fuchs sehen wollte, sei ihm aufgefallen, dass er irrtümlich einen Hund erlegt hatte. Er selbst informierte direkt im Anschluss die Polizei. Der Vorfall wird der Staatsanwaltschaft sowie der Bezirkshauptmannschaft in Form einer Sachverhaltsdarstellung angezeigt.

Im Dezember kam es zu einem ähnlichen Vorfall. Auch hier will ein Jäger einen Hund mit einem Fuchs verwechselt haben. Der Fall sorgte für Entsetzen: Am 27. Dezember wurde Bordercollie Cooper in Pettenbach (OÖ) von einem 84-jährigen Jäger erschossen – auf einem Forstweg, wenige Meter vor seinem Halter, obwohl er ein neonfarbenes Brustgeschirr trug. Der Schütze will ihn mit einem Fuchs verwechselt haben. Für Tierschutz Austria ist klar: Coopers Tod ist kein tragischer Einzelfall, sondern Symptom eines tiefgreifenden systemischen Versagens.

„Seit wann tragen Füchse Warnwesten?“, fragt Michaela Lehner, Leiterin der Stabstelle Recht von Tierschutz Austria. „Wenn ein gut gekennzeichneter Familienhund bei Tageslicht in unmittelbarer Nähe seines Halters mit einem Fuchs verwechselt wird, müssen wohl auch Menschen um ihr Leben fürchten. So oder so muss Coopers Tod Konsequenzen haben.“(APA/Red.)

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