Slowenien startete als nomineller Favorit in die Vorrundengruppe D und bringt trotz zahlreicher Ausfälle viel Qualität und Turniererfahrung mit. Das Team qualifizierte sich mit sechs Siegen aus sechs Spielen souverän für ihre 15. Teilnahme an einer Männer-Europameisterschaft. Zuletzt belegte Slowenien Rang 6 an der EURO 2024 und schrieb mit dem Einzug in den olympischen Halbfinal 2024 in Paris nationale Handballgeschichte.
Gleichzeitig befindet sich das Team im Umbruch. Nach Paris 2024 traten mehrere erfahrene Spieler zurück, hinzu kommt eine lange Verletztenliste. Besonders schmerzlich ist der Ausfall von Topskorer Aleks Vlah, dazu fehlen unter anderem Blaž Blagotinšek, Miha Zarabec und Mitja Janc. Diese Absenzen zwingen Cheftrainer Uroš Zorman zu Anpassungen, verändern aber nicht den grundsätzlichen Anspruch der Slowenen. Trotzdem verfügt das Team weiterhin über zentrale Achsen. Mit der Rückkehr des Barça-Duos Domen Makuc und Blaž Janc steht eingespieltes und internationales Spitzenniveau im Rückraum und auf dem Flügel zur Verfügung. Makuc lenkt das Spiel mit Übersicht und Tempo, Janc sorgt mit Dynamik, Abschlussstärke und Variabilität für konstante Torgefahr. Im Tor zählt Klemen Ferlin, sofern einsatzfähig, zu den potenziellen Unterschiedsspielern.
Spielerisch setzt Slowenien weniger auf extremes Tempo als die Färöer, sondern auf strukturierte Angriffe, starke 2-gegen-2-Situationen und Distanzwürfe aus dem Rückraum. Das zeigte sich auch im spektakulären 41:40-Auftaktsieg gegen Montenegro, in dem Slowenien offensiv seine Klasse unter Beweis stellte, gleichzeitig aber auch defensive Angriffsflächen offenbarte. Slowenien tritt mit einem jungen, talentierten Team an, das trotz personeller Rückschläge auf dem Papier zu den stärksten Teams der Gruppe zählt. Für die Schweiz wartet damit der nächste Härtetest: gegen einen Gegner mit grosser Qualität, viel Selbstverständnis und der Fähigkeit, Spiele auch in engen Phasen für sich zu entscheiden.