Die acht Toten der drei Lawinenunglücke in Österreich stammen aus Tschechien und Österreich. Das teilte die Polizei mit. Bei dem folgenschwersten Vorfall im Großarltal im Bundesland Salzburg kamen am Samstag demnach drei Männer im Alter von 53, 63 und 65 Jahren ums Leben. Auch eine 60-jährige Frau starb unter den Schneemassen.
Im Bundesland Steiermark wurden im Raum Murtal drei Personen unter einer Lawine verschüttet. Für die drei Tschechen kam jede Hilfe zu spät. Die Bergung ihrer Leichen sollte am Sonntag erfolgen.
Bei Bad Hofgastein wurde eine 58-Jährige bei einer Skitour vor den Augen ihres Mannes von einer Lawine erfasst. Auch in diesem Fall konnte der Notarzt nur noch den Tod feststellen. Alle Unglücke ereigneten sich bei Skitouren im freien Skiraum.
Die Bergrettung wies erneut auf die brisante Situation hin. Der Schnee im hochalpinen Gelände sei sehr ungleich verteilt. Die Schneedecke habe eine sehr ungünstige Schichtung, so eine Sprecherin der Bergrettung. Sie erinnerte daran, dass bei der aktuellen Lawinenwarnstufe drei – auf einer fünfteiligen Skala – die meisten Unglücke passierten.
Diese Tragödie zeigt schmerzhaft, wie ernst die aktuelle Lawinenlage ist.
Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Bergrettung Pongau
„Die Lawinenlage ist heikel“, sagte eine Sprecherin der Bergrettung. „Diese Tragödie zeigt schmerzhaft, wie ernst die aktuelle Lawinenlage ist“, sagte der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, Gerhard Kremser.
Großaufgebot an Rettern im Einsatz
Bei den Unglücken war ein Großaufgebot an Rettern im Einsatz. 90 Bergretter und -retterinnen, weitere Hilfskräfte und mehrere Hubschrauber haben den Angaben nach geholfen, die Toten zu bergen und die Verletzten in Krankenhäuser zu fliegen.
Nach mehreren Wochen ohne Schneefällen waren in den österreichischen Alpen jüngst regional rund 20 bis 50 Zentimeter Schnee gefallen.
Zuletzt wurden ein junger Tscheche und ein Mann noch unbekannter Identität bei zwei Lawinenunglücken im freien Skiraum getötet. Die Behörden appellieren immer wieder an die Skitourengeher, äußerst vorsichtig zu sein.
Deutscher stirbt bei Lawinenunglück in der Schweiz
Bei einem Lawinenabgang in der Schweiz ist ein Mann aus Deutschland ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen seien bei dem Unglück am Berg Piz Badus in Tujetsch verletzt worden, teilte die Polizei des Kantons Graubünden am Samstag mit.
Insgesamt seien sieben Mitglieder einer Skitouren-Truppe am Freitag von einer abgehenden Lawine erfasst worden. Die zwei Unverletzten hätten sofort die Suche nach den fünf Verschütteten aufgenommen und einen Hilferuf abgesetzt.
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Bei der Rettungsaktion mit Hubschraubern und Suchhunden konnten vier Verschüttete geborgen werden. Sie wurden den Angaben zufolge mit leichten bis mittelschweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Ein deutscher Staatsbürger aber konnte nur noch tot aus den Schneemassen geholt werden. Zur Nationalität der Verletzten wurden keine Angaben gemacht. (dpa/AFP)