Aus Protest gegen Netanjahu
Zubin Mehta sagt Konzerte in Israel ab
18.01.2026 von Redaktion BR Klassik
Der Dirigent Zubin Mehta hat in einem Interview mit dem indischen Nachrichtensender India Today die Politik des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Umgang mit der Palästinafrage scharf kritisiert. Aus Protest gegen die aktuelle Regierung habe er alle seine Engagements in Israel für dieses Jahr abgesagt.
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Zubin Mehta sagt Konzerte in Israel ab
“Ich habe alle meine Auftritte in Israel in diesem Jahr abgesagt, weil ich mit der Art und Weise, wie Herr Netanjahu die gesamte palästinensische Frage behandelt, nicht einverstanden bin“, sagte Mehta. Er hoffe zwar, dass Regierungschef Benjamin Netanjahu bei den nächsten Wahlen abgewählt werde – danach sehe es seiner Meinung nach derzeit aber nicht aus.
Musik und Politik lassen sich nicht trennen
Die Musik lasse sich, so der Dirigent, nicht von der Politik trennen. Gleichzeitig fordert er auch Künstlerinnen und Künstler dazu auf, sich zu politischen und gesellschaftlichen Fragen zu äußern. Mehta ist seit Jahrzehnten eng mit dem israelischen Musikleben verbunden. Von 1977 bis 2019 war er Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestra, 1981 wurde er zum Musikdirektor auf Lebenszeit ernannt.
Im Interview mit India Today verweist Mehta auch auf seine Zusammenarbeit mit israelischen und palästinensischen Musikern, etwa im von Daniel Barenboim gegründeten West-Eastern Divan Orchestra. Zubin Mehta, der im April dieses Jahres seinen 90. Geburtstag feiert, unterstrich seine indischen Wurzeln und seine Überzeugung, dass Musik Menschen über politische, religiöse und kulturelle Grenzen hinweg verbinden könne.
Ein Artikel der Redaktion BR Klassik
Veröffentlicht im Podcast “Klassik aktuell” am 18. Januar 2026 in der ARD Mediathek