Der russische Sondergesandte Kirill Dmitrijew wird diese Woche offenbar zum Weltwirtschaftsforum nach Davos in der Schweiz reisen und dort Gespräche mit Mitgliedern der US-Delegation führen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei anonyme Quellen mit Kenntnis des Besuchs.

Der Axios-Reporter Barak Ravid schrieb in einem Beitrag auf X unter Berufung auf eine informierte Quelle, Dmitrijew werde am 20. Januar am Rande des Forums in Davos mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump, Jared Kushner, zusammentreffen. Dabei soll der Friedensplan der USA besprochen werden, so Ravid.

Auch ukrainischer Chefunterhändler kündigt Gespräche an

Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerov kündigte am Sonntag ebenfalls an, dass Gespräche mit US-Vertretern über eine Lösung des seit fast vier Jahren andauernden Krieges mit Russland beim Weltwirtschaftsforum fortgesetzt werden sollen. Bei den jüngsten Gesprächen mit US-Verhandlern in den vergangenen Tagen standen laut Umerov besonders die wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine und mögliche Sicherheitsgarantien im Fokus.

US-Präsident Donald Trump wird in diesem Jahr persönlich an dem jährlichen Treffen in Davos teilnehmen, nachdem er im vergangenen Jahr per Video zugeschaltet war. Er wird einem Reuters-Bericht zufolge von einer großen US-Delegation begleitet.

Witkoff und Kushner: Zeitnahe Reise nach Moskau?

Dmitrijew war bereits im Dezember in die USA gereist und hatte dort Gespräche mit Witkoff und Kushner geführt. Witkoff und Kushner trafen sich anschließend mit Vertretern der Ukraine und Europas sowie separat mit der ukrainischen Delegation unter Leitung von Umerov. Witkoff bezeichnete die Gespräche als „produktiv und konstruktiv“.

Zudem erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor einigen Tagen nach Medienberichten über einen möglichen zeitnahen Besuch von Witkoff und Kushner in Moskau, dass dafür noch kein genauer Termin feststehe. „Wir sind selbstverständlich an einem solchen Besuch interessiert und erwarten ihn“, sagte Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax.