Norwegens Verteidigungsminister Tore O. Sandvik forderte am Mittwoch die NATO-Verbündeten auf, sich weiterhin auf ihre gemeinsamen strategischen Herausforderungen zu konzentrieren, selbst wenn das Bündnis unter internen Belastungen durch den Einsatz von US-Präsident Donald Trump zur Übernahme Grönlands steht. Im Gespräch mit ausländischen Korrespondenten in Oslo bezeichnete Sandvik die Situation als “anspruchsvoll”, betonte jedoch, dass Russland weiterhin das wichtigste Sicherheitsanliegen des Westens sei.

“Das sind anspruchsvolle Zeiten. Die Lage in der NATO ist schwierig”, sagte Sandvik. “Die dimensionale Bedrohung für den Westen, für die NATO, (für) alle NATO-Mitglieder ist weiterhin Russland.” Seine Äußerungen kommen, während die Arktis eine verstärkte russische Militärpräsenz erlebt, einschließlich Aktivitäten rund um die Kola-Halbinsel, wo sich ein Großteil von Russlands Zweitschlag-Nuklearfähigkeit befindet, sowie die Nordflotte, die sechs nuklear bewaffnete U-Boote betreibt.

Norwegen fordert die NATO auf, sich im Konflikt um Grönland weiterhin auf Russland zu konzentrieren: "Die Bedrohung ist immer noch Russland"

Tore O. Sandvik // Shutterstock

Norwegen teilt eine direkte arktische Grenze mit Russland und überwacht militärische Einrichtungen in der Region, insbesondere im Barents-Korridor, dem einzigen Zugang der Nordflotte zum Nordatlantik. Sandvik hob die Bedeutung von Wachsamkeit hervor, selbst wenn die Spannungen zwischen den NATO-Mitgliedern um Grönland zunehmen.

Trumps Versuche, Grönland von Dänemark, einem NATO-Verbündeten, zu gewinnen, haben diplomatische Spannungen ausgelöst, wobei europäische Staats- und Regierungschefs warnen, dass US-Aktionen den Zusammenhalt des Bündnisses untergraben könnten. Sandvik betonte, dass die NATO trotz dieser Streitigkeiten die langfristige strategische Bedrohung, die Russland in der Arktis darstellt, nicht aus den Augen verlieren dürfe. “Während interne Herausforderungen Aufmerksamkeit erfordern, bleibt der grundlegende Zweck der NATO unverändert: Bedrohungen aus Russland abzuwehren und die kollektive Sicherheit zu gewährleisten”, schloss Sandvik.