Während das deutsche Ski-Team den achten Platz von Luis Vogt auf der Streif bejubeln darf, versinkt Österreich im Tal der Abfahrts-Tränen. Beim prestigeträchtigen Heim-Weltcup in Kitzbühel schnitten die ÖSV-Rennfahrer historisch schlecht ab.
Als bester Österreicher kam Vincent Kriechmayr auf Platz 13, konnte damit aber auch keine Schadensbegrenzung betreiben. Das schlechteste Ergebnis auf der Streif stammte aus österreichischer Sicht bislang aus dem Jahr 2017. Damals war Matthias Mayer aber immerhin auf dem achten Platz gelandet und lag nur 0,76 Sekunden hinter dem Sieger.
Kriechmayr resigniert: „Bin keine Olympia-Hoffnung mehr“
Kriechmayr fehlten beim Sieg von Giovanni Franzoni satte 1,48 Sekunden. Ein schwerer Schlag für die österreichische Skifahr-Ehre. „Es wurmt mich, dafür bin ich zu ehrgeizig. Es zipft mich gescheit an und wird jetzt auch noch eine Zeit brauchen“, erklärte Kriechmayr im österreichischen Fernsehen frustriert. „Nach heute bin ich keine Olympia-Hoffnung mehr“, gab er sich resigniert.
Gleichermaßen betonte er aber, dass es für ihn Wichtigeres gibt: „Ich bin gesund, die Leute, die mir wichtig sind, sind gesund. Was will man mehr im Leben?“, gab er zu bedenken.
Harte Worte gegen ÖSV-Fahrer: „Debakel in Kitzbühel“
Die österreichische Presse zeigte sich dennoch gnadenlos und legte den Finger auf die Wunde.
„Historische ÖSV-Pleite auf der Kitz. Österreichs Abfahrer sind beim Spektakel auf der Streif nur Zuschauer“, schrieb laola1.
„Historisches Debakel! ÖSV-Abfahrer so schlecht wie noch nie! Während sich die Spitzenfahrer bei der Abfahrt in Kitzbühel einen Hundertstel-Krimi boten, muss man weit nach unten schauen, um einen rot-weiß-roten Fahrer in der Ergebnisliste zu finden“, bemängelte oe24sport.
„Debakel in Kitzbühel“ Die ÖSV-Misere geht weiter”, kritisierte die Krone Sport.
Kriechmayr gibt Versprechen ab: „Kommt´s wieder”
Trotz des ernüchternden Resultats der Gastgeber-Nation, sorgten die Fans beim Ski-Spektakel für eine gewaltige Stimmung. Genau an diese Leute sah sich Kriechmayr gezwungen, einen Appell zu richten. „Kommt‘s nächstes Jahr wieder, da geben wir uns nicht mehr so geschlagen“, versprach der Speed-Spezialist.
Hinter Kriechmayr schafften es nur noch Manuel Traninger (24.) und Raphael Haaser (25.) in die Punkte. „Es lässt zu wünschen übrig, das ist natürlich nicht zufriedenstellend. Ich glaube, von uns macht es keiner absichtlich“, zeigte er sich geknickt.
Österreich seit 1.046 Tagen ohne Abfahrt-Sieg
Auch Alpin-Chef Christian Mitter zeigte sich ein wenig geschockt nach dem überraschend schwachen Ergebnis. „Das Resultat ist nicht zufriedenstellend. Heute ist einfach gar nichts gegangen, wir müssen uns anschauen, warum“, forderte er laut Krone Sport eine klare Analyse.
„Historisch schlecht – das haben wir aber auch im Riesentorlauf immer wieder gehört. Es geht auch wieder schnell in die andere Richtung. Wir werden es alle überleben, müssen es abhaken und einfach weiterarbeiten“, griff er zu Durchhalteparolen.
Zur bitteren Wahrheit gehört aber auch, dass die österreichischen Männer seit 1.046 Tage auf einen Sieg in einer Abfahrt warten. Mit dem Selbstverständnis der Alpenrepublik als Ski-Nation Nummer eins ist das kaum mehr vereinbar.