Publiziert29. Januar 2026, 19:23
Luxemburg: Unisex-Toiletten in Schulen spalten die Politik
Die Aussicht auf gemeinsame Toiletten für Jungen und Mädchen in Schulen spaltet sogar die Reihen der Regierungskoalition.

Die geplanten Unisex-Toiletten und -Umkleideräume in luxemburgischen Schulen sorgen für politischen Gegenwind, auch aus den Reihen der Regierungsmehrheit. «Wir waren überrascht von der Präsentation des Bildungsministers Claude Meisch (DP) und Gleichstellungsministerin Yuriko Backes (DP)», sagt der Abgeordnete Ricardo Marques (CSV). Seine Fraktion lehne die neuen Strukturen «einstimmig» ab.
Nach Ansicht von Marques gehörte das Thema nicht zu den Forderungen der beiden Petitionen, die im vergangenen Jahr rund 20.000 Unterschriften gesammelt hatten. Diese hatten sich einerseits für weniger, andererseits für mehr Sensibilisierung zu LGBT-Themen in Schulen eingesetzt. «Die Priorität lag darauf, wann und wie Sexualität Kindern erklärt wird und wie die Lehrpläne dafür angepasst werden», betont der Abgeordnete aus dem Osten des Landes.
Ähnliche Kritik kommt von Francine Closener (LSAP). «Ich habe die Präsentation der Regierung nicht verstanden. Es ist schade, dass wir keine wichtigeren Themen zu diskutieren haben», sagt sie. Sie hätte sich stattdessen «konkrete Inhalte zur Weiterbildung von Lehrkräften oder zu Unterrichtsmaterialien» im Zusammenhang mit LGBT-Themen gewünscht.
Sieben Petitionen eingereicht
Auch die ADR lehnt das Konzept ab. Parteipräsidentin Alexandra Schoos kritisiert «die fehlende Trennung zwischen Jungen und Mädchen». Sie stellt infrage, ob diese Maßnahme überhaupt notwendig sei. Falls Handlungsbedarf bestehe, sei es aus ihrer Sicht sinnvoller, «dritte Toiletten zu schaffen, statt die bestehenden getrennten Räume abzuschaffen, auch wenn das infrastrukturelle und räumliche Probleme mit sich bringt». Besonders mit Blick auf Mädchen sei eine klare Trennung wichtig. «Frauen haben ohnehin zu wenig sichere Räume, gerade in diesem Alter», ergänzt Francine Closener.
Alexandra Schoos fordert zudem, «die betroffenen jungen Menschen selbst zu fragen, was sie davon halten». Sie verweist auf Kanada, wo es teils «Toiletten und Umkleiden für nicht-binäre Personen» gebe. Das Thema sorgt bereits für eine starke öffentliche Reaktion. Seit der Präsentation am Dienstag sind sieben Petitionen eingereicht worden – alle gegen Unisex-Toiletten und -Umkleiden. «So etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Francine Closener, Präsidentin der Petitionskommission.
Abonniere unseren Kanal, aktiviere die kleine 🔔 und erhalte eine News-Übersicht sowie spannende Storys und Unterhaltung zum Feierabend.