Die FDP Kanton Zürich kritisiert eine SRF-Sendung zur Wohnungsnot in Zürich.Sie wirft dem Beitrag «Wo-wo-Wohnungsnot» vor unausgewogen zu sein.Die FDP sieht den Konzessionsauftrag von SRF verletzt.Die Partei will, dass der Beitrag aus der Mediathek verschwindet.

Die FDP Kanton Zürich hat gegen einen Beitrag von SRF Beschwerde eingereicht. Es geht um die Dok-Sendung «Wo-wo-Wohnungsnot – Das Zürcher Monopoly», die am 22. Januar ausgestrahlt wurde. Thema des Beitrags ist die Wohnungsnot in Zürich, es geht um Leerkündigungen, Ersatzneubauten und die Verdrängung von Langzeitmietenden. Zu Wort kommen Betroffene, die nach vielen Jahren ihre Wohnung verlassen müssen, aber auch ein Bauherr und Eigentümer sowie ein Immobilienökonom.

Für die Kantonalpartei sei die Sendung «extrem unausgewogen» und sie verstosse «in zentralen Punkten gegen den Konzessionsauftrag von SRF», heisst es in einer Mitteilung. Zudem wirke sie wie «aktivistisches linkes Campaigning auf Kosten der Gebührenzahlenden», insbesondere in Hinblick auf zwei Abstimmungen vom kommenden Juni – die Wohnschutz-Initiative und die Wohnungsinitiative.

Filippo Leutenegger, Präsident der FDP Kanton Zürich. (Archivbild)

Filippo Leutenegger, Präsident der FDP Kanton Zürich. (Archivbild)Tamedia/Urs Jaudas

Filippo Leutenegger, selbst einmal Chefredaktor des Schweizer Fernsehens und heutiger Präsident der FDP Kanton Zürich, sagt: «Diese Reportage ist skandalös einsitig. Gerade im Vorfeld wichtiger Abstimmungen erwarten wir von einem gebührenfinanzierten Medium eine faire, ausgewogene und faktenbasierte Auseinandersetzung. Der beanstandete Beitrag wird diesem Anspruch in keiner Weise gerecht.»

Mit der Beschwerde wolle die FDP Kanton Zürich eine Rüge durch die Ombudsstelle erwirken, damit das «Vertrauen in die jounalistische Unabhängigkeit von SRF» wiederhergestellt und «die publizistischen Leitplanken des Service Public in Erinnerungen» gerufen werden. Auch soll SRF die Reportage aus der Mediathek entfernen.

Die Beschwerde kommt für SRF zum ungünstigen Zeitpunkt. Am 8. März stimmt das Schweizer Stimmvolk über die «SRG-Initiative», auch Halbierungsinitiative genannt, ab. Gemäss Initianten sollen die Gebühren von aktuell 335 Franken für Privathaushalte auf 200 Franken gesenkt werden soll. Firmen sollen von der Abgabepflicht befreit werden.

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Yasmin Rosner

Yasmin Rosner (roy), Jahrgang 1980, arbeitet seit 2017 für 20 Minuten im Newsdesk als Nachtschicht vom Ausland aus.