Ein Angreifer hat am Freitag einen hochrangigen russischen Geheimdienstoffizier in Moskau niedergeschossen. Wladimir Alexejew, Vizechef des Armeegeheimdienstes GRU, schwebt nach dem Angriff in einem Wohnhaus im Nordosten der Hauptstadt in Lebensgefahr. Russlands Außenminister Sergei Lawrow beschuldigt die Ukraine und warnt vor Konsequenzen für laufende Verhandlungsprozesse.

Das russische Ermittlungskomitee erklärte, ein Unbekannter habe mehrere Schüsse auf den 64-Jährigen abgefeuert und sei anschließend geflohen. Nach Angaben des regierungsnahen Telegramkanals Mash trafen mindestens drei Kugeln Alexejew – zwei im Bauchbereich, eine im Bein. «Alexejew hat sehr viel Blut verloren», berichtete Mash. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Ermittler verhören zwei Verdächtige.

Lawrow macht Kiew verantwortlich

Außenminister Lawrow sagte im russischen Fernsehen: «Dieser Terroranschlag bestätigt einmal mehr die Ausrichtung des Regimes von Selenskyj auf ständige Provokationen, die darauf abzielen, den Verhandlungsprozess zum Scheitern zu bringen.» Die russische Führung werde entscheiden, wie der Anschlag den Verhandlungsprozess beeinflusse. Der Kreml informierte Präsident Wladimir Putin über den Vorfall und die Ermittlungen.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow räumte ein: «Es ist klar, dass Militärkommandeure und hochrangige Spezialisten in Kriegszeiten einem Risiko ausgesetzt sind.» Die Sicherheit der Offiziere sei Sache der Geheimdienste.

Serie von Anschlägen auf russische Offiziere