Der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker, erwartet weitere Zusagen für die sogenannte Purl-Initiative der Nato. Das sagte er einem Reuters-Bericht zufolge am Dienstag vor Journalisten. Über das Programm beschaffen Nato-Staaten und Partner US-amerikanische Waffen für die Ukraine.

Die beteiligten Länder hätten bisher zugesagt, amerikanische Waffen im Wert von etwa 4,5 Milliarden Dollar (rund 3,8 Milliarden Euro) zu kaufen, so Whitaker. Er erwartet dem Bericht zufolge neue Zusagen, wenn sich die Verteidigungsminister des Bündnisses am Donnerstag in Brüssel treffen.

Rutte: 90 Prozent der Luftverteidigungsraketen aus Purl-Programm

Mehr als 20 Nato-Mitglieder sowie Australien and Neuseeland haben sich der Initiative inzwischen angeschlossen. Drei europäische Länder, Deutschland, Norwegen und die Niederlande, haben bisher den größten Beitrag zu dem Programm geleistet, fügte der US-Botschafter laut einem Bericht des Kyiv Independent hinzu.

US-Präsident Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte hatten die Purl-Vereinbarung im vergangenen Juli vorgestellt. Die erste Waffenlieferung im Rahmen des Programms erreichte die Ukraine im September 2025. 90 Prozent der ukrainischen Luftverteidigungsraketen stammen inzwischen aus dem Purl-Programm, sagte Rutte laut Reuters in der vergangenen Woche in einer Rede vor dem ukrainischen Parlament.

Die Trump-Regierung hatte im vergangenen Jahr die umfangreiche Finanzierung amerikanischer Militärhilfe an die Ukraine deutlich reduziert. Einige US-Systeme lassen sich laut Kyiv Independent jedoch nicht ersetzen. So benötigt die Ukraine etwa Patriot-Flugabwehrsysteme, um ballistische Raketen abzuschießen.