Der beurlaubte Journalist Vogl will keine „Smoking Gun“ auf Pilnaceks Laptop gefunden haben.

Der Untersuchungsausschuss zu den Ermittlungen im Fall Pilnacek ist am Donnerstagnachmittag mit der Befragung von Erich Vogl fortgesetzt worden. Der beurlaubte Journalist Vogl will keine „Smoking Gun“ auf Pilnaceks Laptop gefunden haben. Er hatte Pilnaceks Laptop vorübergehend besessen hatte. Darauf hätten sich Verschlussakten sowie Emails zwischen dem Ex-Sektionschef und Kurz‘ Anwälten befunden, sagte er, es sei um den Falschaussage-Prozess des Ex-Kanzlers gegangen. Pilnacek habe sich für viele Seiten als Berater engagiert, so Vogl.

Im U-Ausschuss beschrieb Vogl den Weg des Laptops. Ihm sei mitgeteilt worden, dass dieser in einer Anwaltskanzlei liege, und er sei gefragt worden, ob er ihn haben wolle. Als Journalist sei das nicht uninteressant gewesen, meinte er. Schließlich sei ihm der Laptop – gemeinsam mit fünf USB-Sticks, auf denen sich Kopien der Laptop-Inhalte befanden – in einem „grünen Spar-Sackerl“ übergeben worden. Nachdem er ihn ausgewertet und einige Wochen besessen hatte, habe er ihn an den Leiter der Untersuchungskommission des Justizministeriums zur Causa, Martin Kreutner, weitergegeben.

Vogl sprach außerdem von Treffen und Telefonaten mit Pilnaceks Vertrauter und deren Mitbewohnerin – einer ehemaligen Mitarbeiterin von Ex-Nationalratspräsident Sobotka – die am Mittwoch im U-Ausschuss befragt worden waren. Letztere habe ihm gesagt, dass sie sich durch Sobotka unter Druck gesetzt fühlte, nicht mit Journalisten zu sprechen. Im U-Ausschuss hatte sie jedoch betont, Sobotka habe keinen Druck auf sie ausgeübt.

Immer wieder verweigerte Vogl allerdings unter Berufung auf das Redaktionsgeheimnis die Antwort. Vor allem, als es darum ging, ob es Interventionen der ÖVP in der Redaktion der „Kronen Zeitung“ gegen die Veröffentlichung der Tonbandaufnahme mit belastenden Aussagen von Pilnacek gegen die ÖVP gegeben habe. Auf ihn selbst sei allerdings kein politischer Druck ausgeübt worden, so Vogl.

Die FPÖ bringt indes am Donnerstag eine Ladungsliste mit weiteren Auskunftspersonen ein. Darunter finden sich unter anderem die Witwe Pilnaceks, mehrere weitere Polizisten, die am Fundort der Leiche waren, die Leiterin der Staatsanwaltschaft Krems, Niederösterreichs Landespolizeidirektor Franz Popp sowie ein Vertreter der Oberstaatsanwaltschaft Wien. Außerdem sollen eine weitere ehemalige Mitarbeiterin von Ex-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, der IT-Techniker, der den Laptop ausgewertet hat, sowie eine Journalistin geladen werden. Die nächsten Befragungen im U-Ausschuss finden am 11. und 12. März statt.

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