Die vom Eurobarometer befragten Österreicher halten ihr Land für eine Insel der Seligen und wollen beim Heer sparen, anstatt in die militärische Verteidigung der EU zu investieren.

Obwohl die Österreicher für die Forderung der FPÖ nach der Errichtung einer „Festung Österreich“ durchaus empfänglich sind, scheint ihre Bereitschaft, für dieses Anliegen Geld in die Hand zu nehmen, enden wollend zu sein. Dieser Schluss lässt sich aus der Eurobarometer-Umfrage zur gefühlten Sicherheitslage in Europa ziehen, den die EU-Kommission am Freitag veröffentlicht hat. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt, denn ebenfalls am Freitag startete in München die Sicherheitskonferenz, bei der es primär um die Verteidigung Europas vor alten und neuen Gefahren aus Ost und West geht.

Während im EU-Durchschnitt 28 Prozent der Befragten verneinten, dass ihr Land angesichts der internationalen Lage bedroht sei, lag dieser Anteil in Österreich bei 43 Prozent. Nur in Tschechien, der Slowakei und Kroatien waren mehr Befragte entspannter als hierzulande. Zum Vergleich: In Deutschland fühlten sich 75 Prozent bedroht und 22 Prozent sicher, in Frankreich lag dieses Verhältnis gar bei 80 zu 17 Prozent.

Dieses österreichische Sicherheitsgefühl scheint allerdings nicht auf Vertrauen in Europa zu beruhen, denn hierzulande gaben 53 Prozent der Befragten an, auf die EU sei beim Schutz ihrer Bürger kein Verlass – im EU-Durchschnitt waren es zehn Prozentpunkte weniger.

Bleibt somit die Landesverteidigung als Anker im geopolitischen Sturm? Auch nicht. Denn 26 Prozent der Österreicher gaben an, dass die staatlichen Ausgaben für die Verteidigung zu hoch seien – EU-weit war nur in der Slowakei der Anteil jener, die derselben Ansicht waren, mit 30 Prozent höher. Und auch die EU gibt nach Ansicht der Österreicher zu viel für die gemeinsame Verteidigung aus: Jeder vierte Befragte hielt die europäischen Investitionen in diesem Bereich für zu hoch – im EU-Schnitt waren es 14 Prozent.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen: