Der Angriff, bei dem zwölf Kinder auf einem Fußballplatz in der Drusengemeinde Majdal Shams auf dem Golan getötet wurden, war das zweitgrößte Massaker während des Gaza-Kriegs.
Die Familien der drusischen Kinder, die während des Kriegs Israels mit der Hisbollah getötet wurden, reichten am vergangenen Sonntag beim Bezirksgericht Jerusalem eine Klage ein und forderten von der libanesischen Terrororganisation einen Schadenersatz in Höhe von fast 22 Millionen Euro. Die Klage wurde im Namen von acht der zwölf Familien eingereicht, deren Kinder ums Leben kamen, als eine Hisbollah-Rakete am 27. Juli 2024 einen voll besetzten Fußballplatz in der Stadt Majdal Shams auf den Golanhöhen traf, berichtete der israelische öffentlich-rechtliche Sender Kan.
Der Angriff war nach dem von der Hamas angeführten Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 das zweitgrößte Massaker während des Operation Swords of Iron genannten Kriegs.
Die Familien fordern Strafschadenersatz gemäß dem Gesetz zur Entschädigung von Opfern des Terrorismus, das die Knesset im März 2024 verabschiedet hat. Eine separate Klage gegen die Hisbollah wird im Namen von mehr als dreißig Personen vorbereitet, die bei dem Raketenangriff auf die Kleinstadt verletzt wurden. Wie Kan berichtete, wird voraussichtlich eine Entschädigung in Höhe von rund 44,5 Millionen Euro gefordert werden. Die Rakete tötete zwölf Knaben und Mädchen und verletzte mindestens 42 weitere Personen.
Gewisses Maß an Gerechtigkeit
»Die jetzt gegen die Hisbollah eingereichte Klage wird unsere Kinder nicht zurückbringen, aber sie zielt darauf ab, ein gewisses Maß an Gerechtigkeit herzustellen und eine klare Verantwortung für die vorsätzliche Schädigung unschuldiger Zivilisten festzustellen«, erläuterte Laith Abu Saleh, dessen sechzehnjähriger Sohn Fajr auf dem Fußballplatz getötet wurde.
Die Anwältin der Kläger, Nitsana Darshan-Leitner, sagte gegenüber Kan: »Gerechtigkeit muss gerade jetzt hergestellt werden, wo die Terrororganisation Hisbollah geschwächt und besiegt ist. … Mit beispielloser Grausamkeit und mit iranischer Finanzierung haben sie absichtlich das Leben von zwölf unschuldigen Jungen und Mädchen beendet. Der Kampf wird auf juristischem Weg fortgesetzt, bis Gerechtigkeit für die Opfer des Terrorismus erreicht ist.«
Laut dem TV-Sender wird in der Klage geltend gemacht, dass die Rakete, die Majdal Shams traf, im Iran hergestellt und vorsätzlich aus der libanesischen Stadt Shebaa jenseits der Grenze direkt auf den Fußballplatz abgefeuert wurde. »Das Abfeuern von Raketen auf die Zivilbevölkerung ist ein schockierendes Verbrechen und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden«, wurde Abu Saleh zitiert.