Was haben Polarlichter, die Wächter der Arktis und Neuburger Eurofighter gemeinsam? Was ein bisschen nach einem Fantasy-Film mit Militärelementen klingt, ist eine Mission, bei der das Taktische Luftwaffengeschwader 74 eine entscheidende Rolle spielt. Die Mission heißt „Arctic Sentry“, was ins Deutsche übersetzt „Wächter der Arktis“ heißt. Ins Leben gerufen wurde sie von der Nato mit dem Ziel, die Militärpräsenz in der Arktis zu erhöhen und damit den von US-Präsident Donald Trump angezettelten Grönland-Konflikt zu entschärfen. Für vier Eurofighter sowie rund ein Dutzend Soldaten des Neuburger Geschwaders ging es am Freitag nach Island. Doch wie ist die Lage vor Ort? Und wie lange bleibt die Truppe dort?

Neuburger Eurofighter in der Arktis: Die eisige Nato-Mission in Bildern

Neuburger Eurofighter für Nato-Mission "Arctic Sentry" in Island Neuburger Eurofighter für Nato-Mission "Arctic Sentry" in Island Neuburger Eurofighter für Nato-Mission "Arctic Sentry" in Island

Mit vier Eurofightern des Neuburger Luftwaffengeschwaders beteiligt sich Deutschland an der Nato-Mission “Arctic Sentry”. Dafür ging es für die Jets und gut ein Dutzend Soldaten nach Island.

Mit der Mission „Arctic Sentry“ will die Nato die militärische Präsenz in der Arktis und dem Hohen Norden erhöhen und damit den Streit um Grönland zwischen USA und Dänemark entschärfen. So hatte US-Präsident Trump im Zuge des Konflikts eine höhere Militärpräsenz in der Arktis verlangt und vor russischem und chinesischem Einfluss gewarnt. Die Mission folgt nun auf die Forderungen des Präsidenten und soll die Überwachung der riesigen Eisinsel verbessern und damit die Großmächte Russland und China abschrecken. Das Bundesverteidigungsministerium sicherte deutsche Unterstützung zu mit der Entsendung der vier Eurofighter sowie einer Transportmaschine vom Typ A400 M mitsamt Personal am vergangenen Freitagvormittag.

Ein A400M umrahmt von Polarlichtern: Das deutsche Transportflugzeug ist im Rahmen der Nato-Mission "Arctic Sentry" gemeinsam mit vier Neuburger Eurofightern in Island stationiert.

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Ein A400M umrahmt von Polarlichtern: Das deutsche Transportflugzeug ist im Rahmen der Nato-Mission “Arctic Sentry” gemeinsam mit vier Neuburger Eurofightern in Island stationiert.
Foto: Icelandic Coastguard

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Ein A400M umrahmt von Polarlichtern: Das deutsche Transportflugzeug ist im Rahmen der Nato-Mission “Arctic Sentry” gemeinsam mit vier Neuburger Eurofightern in Island stationiert.
Foto: Icelandic Coastguard

Neuburger Eurofighter unterstützen bei Nato-Mission „Arctic Sentry“ in Island

Als wir mit Hauptmann Florian Herrmann sprechen, der die Pressearbeit für die Neuburger vor Ort betreut, zeigt das Thermometer minus acht Grad Celsius an. „Es ist schon zapfig, aber wir sind gut ausgestattet“, sagt er und erwähnt dabei die „kräftige Investition“ der Bundeswehr in die Ausrüstung der Solodaten. Dank Funktionskleidung aus Merinowolle oder auch neuer Kälteschutzjacken ist die Truppe gegen die Kälte gewappnet. Aber durch Aufenthalte wie etwa in Lettland im Zuge des „Verstärkten Air Policing Baltikum“ (VAPB) sei man grundsätzlich witterungs-erprobt, ergänzt Herrmann. Auch der kurzfristige Auftrag, in Richtung Arktis zu fliegen, sei für den Neuburger Verband logistisch gesehen keine Herausforderung gewesen.

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022 schickte das Geschwader binnen weniger Stunden Eurofighter nach Rumänien, um dort bei der Sicherung des Nato-Luftraums zu schützen. „Allein mit diesem Auftrag, aber auch anderen ist das für uns in Neuburg nichts Neues, kurzfristig zu agieren“, sagt Herrmann und ergänzt: „Natürlich wächst man auch mit den Aufgaben und sammelt Erfahrung.“ Hinzu komme, dass man mit dem Neuburger Vize-Kommodore Swen Jacob einen „mehr als erfahrenen Kontingent-Führer an der Seite hat“. Neu sei allerdings der Ort, denn bislang war ein Kontingent des Neuburger Geschwaders noch nie in Island.

Eurofighter und Soldaten des Neuburger Luftwaffengeschwaders erstmals in Island

So sind die Soldaten auf dem Nato-Flugplatz in Keflavik stationiert, einem Ort etwa 50 Kilometer von der isländischen Hauptstadt Rejkjavik und gut 300 Kilometer von Grönland entfernt. Neben dem Kontingent aus Neuburg ist noch dänisches und schwedisches Militär an der Mission beteiligt und mit Kampfjets und Kräften vor Ort. „Wir sind hier wirklich super aufgenommen worden“, zieht Herrmann Bilanz. Bereits einen Tag nach der Ankunft ist dem Hauptmann zufolge die erste Mission der drei Nationen geflogen worden. „Grundsätzlich geht es darum, Präsenz in der arktischen Region zu zeigen, ein besseres Lagebild zu haben, aber natürlich auch die gemeinsame Fähigkeitenentwicklung voranzubringen“, erklärt er. Bislang laufe auch alles nach Plan und die Technik und damit auch der Betrieb der Eurofighter funktioniere trotz des winterlichen Wetters mitsamt Kälte einwandfrei. Nach wie vor sei man in engem Austausch mit den Kameraden am Standort in Neuburg-Zell, die etwa einen Teil der Flugberatung übernehmen und auch den Flugplan im Blick haben.

Wann genau es für die Neuburger zurück in die Heimat geht, steht noch nicht fix fest. „Geplant ist aber nach aktuellem Stand der kommende Freitag“, sagt Herrmann. Bis dahin werden im Zuge von „Arctic Sentry“ weitere Missionen geflogen und die Eurofighter sowie die A400M einmal ausgetauscht – und, sofern es Zeit und Auftrag erlauben, die Augen vermehrt Richtung Himmel gerichtet. So hätten die Soldatinnen und Soldaten bereits am ersten Abend das Naturschauspiel der Polarlichter bewundern können. „Das war wirklich traumhaft und das gilt für die gesamte Landschaft Islands, die wir bisher gesehen haben“, sagt Herrmann.

Katrin Kretzmann

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