TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Jakutsk (Russland) – Kurz nach Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine entschied Kreml-Despot Wladimir Putin (73): Verurteilte russische Verbrecher können begnadigt werden, wenn sie sich freiwillig zum Kampfeinsatz melden. Auch Viktor Savvinov, wegen Mordes verurteilt, kam so frei. Er ging in seine Heimat zurück – und mordete erneut. Offenbar nicht nur einmal.

Nach Angaben des Nachrichtenportals „The Insider“ war der aus der russischen Teilrepublik Jakutien stammende Savvinov 2020 zu elf Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er eine Frau ermordet hatte. Zwei Jahre später griff Russland die Ukraine an. Savvinov meldete sich aus einer Strafkolonie freiwillig zum Einsatz an der Front.

Nach seiner Rückkehr schlug der Mörder erneut zu

2024 kehrte er nach Jakutien zurück und ermordete zwei weitere Menschen: erst einen Trinkkumpan (34), dann die Witwe seines Onkels, eine 64-jährige Lehrerin. Für diese Taten wurde Savvinov vom Obersten Gerichtshof der Republik Jakutien zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Nach Angaben des Nachrichtenportals „SakhaDay“ wurde er jedoch schon 9 Monate später „gemäß Artikel 80.2 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Vertrags über den Militärdienst in den Streitkräften der Russischen Föderation bedingt freigelassen und an Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums übergeben“. Heißt: Die Verbüßung auch dieser Haftstrafe wurde für die Zeit seines erneuten Kriegseinsatzes ausgesetzt.

Kurz nach dem Beginn der Invasion in der Ukraine wurde Kriminellen in Russland erlaubt, an die Front zu gehen.

Kurz nach dem Beginn der Invasion in der Ukraine erlaubte Russland auch Kriminellen, an die Front zu gehen (Archivfoto)

Foto: IMAGO/ITAR-TASS

Wieder Festnahme, wieder Mordverdacht

Schlug der Killer danach schon wieder zu? Die Tochter der ermordeten Witwe berichtete Reportern: Savvinov sei im September 2025 als Verwundeter in eine Klinik eingeliefert worden und dort desertiert. Er habe sich in einem Ort rund 20 Kilometer von seinem Heimatdorf entfernt versteckt und sei schließlich ins 860 Kilometer entfernte Jakutsk geflohen.

Wie „SakhaDay“ berichtet, soll er in der Hauptstadt der Republik Jakutien am Sonntag festgenommen worden sein. Savvinov werde verdächtigt, während seiner Flucht einen vierten Mord begangen zu haben.