Hohe Preise

Der Goldpreis hat sich in einem Jahr fast verdoppelt und liegt jetzt immer noch bei über 4.000 Dollar pro Feinunze, das sind rund 31 Gramm. Das macht den Restauratoren zu schaffen. Denn auch das Vergolden, zum Beispiel von Bilderrahmen, explodierte preislich.

Restaurator Wolfgang Zimmermann muss sich nach alternativen Aufträgen umschauen. Das Vergolden mit echtem Blattgold sei für viele Kunden kaum zu bezahlen: „Für uns hat sich das Stück Blattgold mittlerweile verdoppelt, aber der Verbrauch ist natürlich jetzt immens zurückgegangen.

Es sind hauchdünne Blättchen, acht mal acht Zentimeter groß, 6.000 davon ergeben eine Dicke von einem Millimeter. Es hängt von der Menge ab, die gebraucht wird, um etwas auch witterungsbeständig strahlen zu lassen. Zum Beispiel ein mittelgroßer Bilderrahmen: „Wenn man jetzt sagt, der Rahmen ist stark strukturiert mit einer Menge Zielelementen drauf, muss man für eine Restaurierung mit 1.500 Euro für so einen Rahmen rechnen”, so Zimmermann.

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Es gibt keine Alternativen zu Gold

Die Goldschläger, Handwerker, die das Edelmetall zu so hauchdünnen Blättchen klopfen, geben die Preissteigerung weiter. Alternativen gebe es gerade im Denkmalschutz oder in Kirchen kaum: „Man kann Blattgold nur mit Blattgold ausbessern. Das heißt, wenn irgendwo eine Fehlstelle ist, die hochglanzpoliertes Gold war, kann ich sie nur mit Blattgold ausbessern. Es gibt kein Material, das die Couleur, also Farbe, oder eine ähnliche Oberfläche imitieren kann. Wir haben zwar Goldimitate, das sogenannte Theatergold, das ist aber nichts anderes als geschlagenes Messing. Im Innenbereich verwendbar, im Außenbereich nicht.“

Goldpreis wird tagesaktuell kalkuliert

Gold horten sei auch kein sinnvoller Weg für Restaurator Zimmermann und seine Kollegen: „Wenn man jetzt Angebote, zum Beispiel an das Bauamt der Diözese Gurk Klagenfurt schickt, muss man dabeistehen haben, dass der Goldpreis zum tagesaktuellen Preis kalkuliert wurde. Sollte sich das Ganze noch bewegen, muss man es am Ende der Arbeit dann wirklich nach Ist-Kosten abrechnen. Das muss man dem Kunden auch so sagen, weil ich keine Glaskugel zu Hause habe. Ich kann jetzt nicht sagen, morgen wird es besser.“

Auch der Preis von Theatergold ist stark gestiegen, ebenso der von Silber oder Aluminium. Tendenz weiter steigend.