Die erhoffte Medaille für Hiemer und Verbnjak zum Abschluss blieb also aus, schon im Sprint, der beiden aufgrund der Kurzzeitbelastung nicht behagte, hatten sich bei Schneefall technische Probleme dazugesellt. Bei diesmal leichtem Regen ging es in der Mixed-Staffel nicht allzu viel besser, als Außenseiter mit Überraschungspotenzial an den Start gegangen, war der Traum vor voller Tribüne und rund 5.000 Zuschauern am Fuße der Stelvio recht rasch geplatzt.

Insgesamt viermal zwei Runden zu je 1.400 Meter Länge mussten abwechselnd absolviert werden, die jeweils erste Runde pro Läuferin und Läufer erfolgte bergauf und bergab mit Ausnahme des Abfellens vor der Abfahrt ohne Unterbrechung, nach dem Auffellen ging es in der zweiten Runde über die Treppenpassage, ehe es hinunter ins Ziel und nach neuerlichem Auffellen zur Übergabe ging.

Rückstand wächst kontinuierlich

Hiemer, der die längere Distanz per se besser liegt, vermochte als Startläuferin mit den Besten nicht ganz mitzuhalten, die technischen Passagen gelangen wieder nicht perfekt, mit 21 Sekunden Rückstand übergab sie nach den zwei Auftaktrunden als Sechste an Verbnjak, der in der Folge um den Anschluss kämpfte und nicht näher kam, an der Spitze setze sich das Team aus Frankreich ab.

Paul Verbnjak

Reuters/Gintare Karpaviciute

Auch Verbnjak konnte das Ruder im Mixed nicht mehr herumreißen

Als weiter Sechster und nun 37 Sekunden hinter den führendem Team aus Frankreich erfolgte die Übergabe an Hiemer, der Rückstand auf Bronze lag schon bei mehr als 20 Sekunden, eine schier aussichtslose Mission bei Halbzeit. Tatsächlich war das Rennen für Österreichs Duo gelaufen. Der Abstand wuchs, die Spitzenläuferinnen und -läufer leisteten sich kaum Fehler.

Mit mehr als einer Minute Rückstand im Rucksack machte sich Verbnjak auf seine letzten Runden, chancenlos auf eine Rangverbesserung. Die Medaille war sowieso längst außer Reichweite. Enttäuscht kam er nach der letzten Abfahrt ins Ziel. Auf Spanien und die Bronzemedaille fehlten letztlich rund 40 Sekunden.

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Die körperlichen Ansprüche, die Kraft und Ausdauer erfordern, gepaart mit technischen Herausforderungen, sorgten für ein neues Erlebnis. Allein das erwähnte Abschnallen der Ski und auf den Rucksackpacken, Auffellen und Abfellen konnte rennentscheidend sein, beim Stiegensteigen galt Stolperalarm, hinzu kamen schwierige Abfahrten auf dem einem Riesentorlauf ähnlich gesetzten Kurs. Ein olympisches Wiedersehen mit diesem spektakulärem Bewerb gibt es vielleicht bei den Winterspielen 2030 in den französischen Alpen.

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