17 Tage Olympia gehen am Sonntag zu Ende. Und damit auch die ersten Spiele der neuen ÖOC-Spitze. Die XXV. Ausgabe der Spiele war eine, mit der man durchaus zufrieden sein darf, wie ÖOC-Präsident Horst Nussbaumer und der vom Marketing-Chef zum Generalsekretär aufgestiegene Florian Gosch festhielten. „Ich bin wirklich sehr zufrieden, 18 Medaillen, davon fünf in Gold, dazu über 70 Top-Zehn-Platzierungen, das kann sich sehen lassen. Ich bin wirklich stolz auf dieses Team, aber auch auf die Trainer und alle Betreuer. Und auf das gesamte ÖOC-Team“, sagte Nussbaumer. Und auch Gosch bekräftigte: „Wir haben beeindruckende, imposante Spiele erlebt. Spiele mit Zuschauern, mit Begeisterung, mit Fans sind etwas ganz Besonderes. Wir haben die Nähe zu Österreich gemerkt. Es ist eine starke Bilanz – und ich hoffe, wir holen noch eine Medaille“, sagte der Steirer und spielte auf den Einsatz von Teresa Stadlober im abschließenden 50-Kilometer-Bewerb an.
Nussbaumer betonte auch, wie gut die Voraussetzungen gewesen seien. „Wir haben uns wohl gefühlt, hatten an allen Standorten ein volles ÖOC-Team, damit die Umsetzung aller Vorgaben erfolgen kann. Und dieses Team hat auch dafür gesorgt, dass es Feiern gab, um die Leistungen auch sofort würdig feiern zu können.“ Er selbst, meinte der Oberösterreicher, habe sein großes Ziel, die Athletinnen und Athleten ins Zentrum zu stellen, erreicht. „Es ist mir gelungen, möglichst viel Kontakt mit unseren Leuten halten zu können. Man hat überall mit mir rechnen können“, sagte der Oberösterreicher.
Wie sein persönliches Fazit lautet: „Ich werde noch lange brauchen, um alle Eindrücke zu verarbeiten. Zu Beginn habe ich noch versucht, täglich ein paar Stichworte in meinem Kalender mitzuschreiben, aber das ist sich dann nicht mehr ausgegangen.“ Zudem gelang es Nussbaumer sogar, sich selbst zu überraschen: „Ich bin begeistert, wie leicht es mir gefallen ist, Österreicher bei den Fachverbänden und auch international im IOC zu vertreten. Es hat meine eigenen Erwartungen übertroffen, wie hoch wir bei den Mitgliedern angesehen sind“, freute sich der ÖOC-Präsident.
Das Endziel: Olympia 2046 in Österreich
Eine der positiven Seiten von Olympia nahe an Österreich: Viele Mitglieder der Bundesregierung waren zu Gast, ebenso wie viele Präsidenten von Fachverbänden. „Wir hatten im Austria House mehr und hochkarätigere Gäste denn je.“ Was für Nussbaumer nun das Ziel ist: „Es gibt Pläne, eine Strategie für Großveranstaltungen zu erarbeiten. Wir sollten uns als Österreich zunächst das Profil geben, mit Jugend- und Nachwuchsmeisterschaften auf europäischem und globalem Niveau zu punkten. So kann man Kommunen abholen, Ehrenamtliche ausbilden und auch die Fachverbände zufriedenstellen. Und dann kann man sich darüber Gedanken machen, on top Weltmeisterschaften und Olympia anzugehen.“
So sieht er auch den notwendigen Weg, um Österreicherinnen und Österreicher auch für Größeres zu begeistern. Das Endziel? „2046 in Österreich wieder Olympische Winterspiele zu haben. Und wenn man das in genau 20 Jahren haben will, wäre das für mich der Weg, um dann auch selbstbewusst sagen zu können: Ich kann das.“
Drei Punkte zum Erfolg
Zudem hat Nussbaumer drei Punkte als Schlüsselelemente ausgemacht, um den österreichischen Sport noch weiter voranzubringen. „Erstens: Wir brauchen gute Infrastruktur. Zweitens müssen wir auf dem Materialsektor auf höchstem Niveau arbeiten – egal, ob es um das Sportgerät geht oder die beste Vorbereitung. Und drittens müssen wir rund um die Trainingswissenschaft noch besser werden. Wir als ÖOC haben da die perfekte Idee und zeigen das auch in den Olympiazentren. Aber die sind noch nicht auf ganz Österreich ausgerollt. Ich würde mir wünschen, dass wir die Betreuung, die wir in sechs Zentren schon bieten, allen angedeihen lassen können.“
Auch für Generalsekretär Gosch waren die Spiele „beeindruckend und imposant. Es waren Spiele mit Zuschauern, Begeisterung. Wir haben die Nähe zu Österreich gespürt“, sagte der Steirer. Und: „Wir haben tolle Leistungen und viele emotionale Momente erlebt.“ Viele Athleten belohnten sich für die Arbeit, die im Vorfeld geleistet wurde. Auch vom ÖOC, das vor allem im Jahr vor den Spielen „intensiv mit dem Organisationskomitee arbeitete, um die Herausforderung der sechs Cluster zu bewältigen. Das letzte Jahr war praktisch Ausnahmezustand.“
Was Gosch besonders freute: „Das Austria House hat sich wieder zu einem klassischen Zentrum entwickelt, viele Medaillengewinner wollten bei uns feiern. Und ich habe in meinen zehn Spielen noch nie so ein geschlossenes Team erlebt – im Sport wie auch rundherum.“ Zudem hoffe er, dass die „Kraft und Energie der Spiele“, die auch viele Fachverbände live erleben durften, mit in die Heimat genommen werden. Als Beispiel für die besondere Rolle Österreichs führte Gosch auch an, dass etwa Mitglieder des OKs der Sommerspiele 2032 in Brisbane im „Austria House“ waren, um sich hier Tipps für Hospitality zu holen: „Wir haben ein gutes internationales Standing.“
Zur eigenen Arbeit meinte er: „Als Ex-Sportler sage ich da immer: Es geht immer besser. Aber wir haben auch einen Fragebogen an alle ausgesendet, wo wir uns offenes, transparentes Feedback erhoffen.“ Dann soll nachgelegt werden für die „Königsklasse Olympia“, denn schon 2028 steht in Los Angeles ein weiteres, intensives Projekt bevor. Und auch hier gilt es, für den Sport – „ich meine hier die optimalen Rahmenbedingungen, ein Pre-Camp, Möglichkeiten zur Akklimatisierung, etc.“ – und für das Projekt „Austria House“ beste Vorarbeit zu leisten, denn: „Im Winter sind wir ein Global Player, aber auch im Sommer werden wir immer stärker. Aber ich denke, auch das ist noch viel möglich.“