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Weimar (Thüringen) – Der Vorgang macht fassungslos! Ausgerechnet am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald wollen u. a. Linksradikale vor der KZ-Gedenkstätte aufmarschieren und gegen deren Leitung protestieren. Diese sei ihnen laut „Neue Zürcher Zeitung“ nicht israelfeindlich genug und schaffe angeblich einen Ort der Völkermord-Leugnung.

Das Bündnis „Kufiyas in Buchenwald“ fordert, auf dem Gelände der Gedenkstätte Palästinensertücher (Kufiyas) tragen zu dürfen. Das ist auch grundsätzlich nicht verboten. Allerdings verweigerte die Leitung im vergangenen April einer Frau den Zutritt, weil sie mit dem Tuch gegen Israel protestieren wollte. Ein Gericht gab der Gedenkstätte recht.

Das Bündnis ist ein Sammelbecken aus linksextremen, antisemitischen und verschwörungsnahen Milieus. BILD sagt, wer dahintersteckt.

Die „antifaschistische Aktivistin Anna M.“ hat Gedenkstätten-Hausverbot, weil sie mit Palästinensertuch gegen Israel demonstrieren wollte

Die „antifaschistische Aktivistin Anna M.“ hat Gedenkstätten-Hausverbot, weil sie mit Palästinensertuch gegen Israel demonstrieren wollte

Foto: kufiyasinbuchenwald/Instagram

Auf dem Instagram-Kanal von „Kufiyas in Buchenwald“ spricht die Frau, die behauptet, im April das Hausverbot bekommen zu haben. In einem wirren Statement beruft sich die Frau, die als „antifaschistische Aktivistin Anna M.“ auftritt, ausgerechnet auf den Schwur der Buchenwald-Überlebenden, nicht zu ruhen, bis die letzten Schuldigen vor Gericht stehen. „Wie kann es sein, dass genau an diesem Ort nun der Genozid an den Palästinensern geleugnet wird?“, fragt sie. Ihr Hausverbot bezeichnet sie als „anti-palästinensische Repression“.

Iris Hefets Amsalem („Jüdische Stimme“) vergleicht das Vorgehen Israels in Gaza mit dem 11. September, dem schwersten Terrorangriff der Geschichte, ausgeführt durch radikale Islamisten.

Iris Hefets Amsalem (Vorsitzende der „Jüdischen Stimme“) vergleicht das Vorgehen Israels in Gaza mit dem 11. September, dem schwersten Terrorangriff der Geschichte, ausgeführt durch radikale Islamisten

Foto: hefetsamsalem/Instagram

Verfassungsschutz führt „Jüdische Stimme“ als „gesichert extremistisch“

Mit dabei ist auch der Verein „Jüdische Stimme“, den der Verfassungsschutz als „gesichert extremistische Bestrebung“ einstuft. Der Verein gehört zu einer Strömung, die sich nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 an israelfeindlichen Versammlungen beteiligte und zum Boykott Israels aufrief.

Unter den Unterzeichnern ist auch der Deutsche Freidenker-Verband, in dessen Umfeld verschwörungstheoretische Erzählungen u. a. zu Corona und der Nato kursieren. Zudem gebe es eine Nähe zu Russland und der BDS-Bewegung, die zum Boykott Israels aufruft.

Laut Edith Fröse (Deutscher Freidenker-Verband) leugnet die Gedenkstätte einen angeblichen „Genozid von Gaza“, indem sie das Palästinensertuch „kriminalisiert“

Laut Edith Fröse (Deutscher Freidenker-Verband) leugnet die Gedenkstätte einen angeblichen „Genozid von Gaza“, indem sie das Palästinensertuch „kriminalisiert“

Foto: kufiyasinbuchenwald/Instagram

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) ist eine vom Verfassungsschutz als marxistisch-leninistisch/linksextremistisch eingeordnete Splitterpartei, anti-westlich und mit aggressiven Anti-Israel-Inhalten. Dabei ist auch der frühere Linken-Politiker und Bezirksratsherr aus Hannover, Ingo Jäger, die Gruppe „Juristinnen gegen Genozid“ und „Darmstadt für Palästina“.

DKP-Chef Patrik Köbele (64)

Ingo Jäger

Foto: _ei_jay_/Instagram

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein (58), sprach mit Blick auf die geplanten Demos von einem „neuen Tiefpunkt der leider so geläufigen Täter-Opfer-Umkehr“. Er verurteilte „diesen frontalen Angriff auf die Würde des Erinnerns an die Opfer der Schoah auf das Schärfste“.

Auch Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, ist fassungslos: „Wo Juden ermordet wurden, soll heute gegen den jüdischen Staat demonstriert werden. Geschichte verdrehen, Opfer relativieren, Antisemitismus als Aktivismus verpacken. Und dann wundert man sich ernsthaft, warum Antisemitismus wieder wächst.“

Eine BILD-Anfrage ließ das Israel-Hasser-Bündnis „Kufiyas in Buchenwald“ bislang unbeantwortet.