An vier Moskauer Flughäfen wird der Flugverkehr aus Sicherheitsgründen eingeschränkt. Dies teilt die russische Luftfahrtbehörde Rosawijazija mit. Hintergrund ist ein Drohnenangriff auf die Hauptstadt. Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge sind mindestens sieben Drohnen im Anflug auf Moskau abgeschossen worden. Die Agentur beruft sich auf Bürgermeister Sergej Sobjanin.
Russland hat bei einem nächtlichen Angriff nach Angaben des ukrainischen Militärs 50 Raketen und 297 Drohnen eingesetzt. Die Luftverteidigung habe 33 Raketen und 274 Drohnen abschießen oder neutralisieren können, teilt die Luftwaffe auf Telegram mit.
Die Attacke in der Nacht habe erneut auf die Energieinfrastruktur gezielt, erklären das ukrainische Militär und örtliche Behörden. Im Visier seien vor allem Kiew, der Schwarzmeerhafen Odessa und die Zentralukraine gewesen. In der Hauptstadt wurde nach Angaben von Regionalgouverneur Mykola Kalaschnyk mindestens eine Person verletzt. Schäden habe es in fünf Stadtbezirken gegeben, schreibt Kalaschnyk auf Telegram. Der Gouverneur von Odessa, Oleh Kiper, erklärte, durch den Angriff seien Brände ausgebrochen, die inzwischen aber gelöscht werden konnten.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte auf der Plattform X: “Russland untergräbt mit terroristischen Großangriffen weiterhin die Diplomatie”. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, harte Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Eine Stellungnahme aus Moskau lag zunächst nicht vor.
In der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) ist es örtlichen Medienberichten zufolge zu einer Serie von Explosionen gekommen, bei denen mindestens eine Polizistin getötet und weitere Sicherheitskräfte verletzt wurden. “Das war ein Terroranschlag. Nach jetzigem Stand wurden 14 Opfer ins Krankenhaus gebracht”, wurde Bürgermeister Andrij Sadowyj vom Nachrichtenportal “Kyiv Independent” zitiert. Näheres zu den mutmaßlichen Hintergründen des Vorfalls teilte er zunächst nicht mit.
Laut einem Reporter hatten sich die Explosionen kurz nach Mitternacht ereignet. Das Portal zitierte eine Mitteilung der ukrainischen Nationalpolizei, wonach die Sicherheitskräfte zunächst wegen eines Notrufs zum vermeintlichen Einsatzort geeilt seien. Nach ihrer Ankunft dort seien dann mehrere Explosionen ausgelöst worden, nicht alle Polizisten hätten überlebt. Bürgermeister Sadowyj sprach demnach von einer getöteten Polizistin.
Die Region Lwiw liegt im Westen der Ukraine, an der polnischen Grenze. Die gleichnamige Stadt ist nur etwa 50 Kilometer Luftlinie von EU-Gebiet entfernt.