Sicherheitsrisiko?

Nato-Land alarmiert: Russische Käufer sichern sich Grundstücke

04.03.2026 – 13:59 UhrLesedauer: 3 Min.

Schild an der Grenze zwischen Finnland und Russland: Als Reaktion auf den bevorstehenden Nato-Beitritt Finnlands will Russland seine Militärpräsenz in der Nähe des Nachbarlandes ausbauen.Vergrößern des Bildes

Schild an der Grenze zwischen Finnland und Russland (Archivbild). (Quelle: Jessica Gow/TT/imago-images-bilder)

Über Jahre kauften Russen unauffällig Grundstücke in Finnland – auch nahe Militäranlagen und Infrastruktur. Nun fragen sich Behörden: Handelt es sich nur um Investitionen oder um potenzielle Sicherheitsrisiken?

Jahrelang konnten russische Investoren in Finnland problemlos Immobilien erwerben. Heute beschäftigt genau das die Sicherheitsbehörden des Landes in Nordeuropa.

Tausende Grundstücke befinden sich inzwischen im Besitz russischer Käufer – manche davon in der Nähe von Militärstützpunkten, Energieanlagen oder wichtigen Verkehrswegen. In Helsinki wächst deshalb die Sorge, dass einige dieser Käufe im Ernstfall sicherheitspolitische Risiken bergen könnten.

Finnland, seit 2023 Mitglied der Nato, bewacht einen großen Teil der Ostflanke des Bündnisses gegenüber Russland. Vor diesem Hintergrund prüfen Behörden zunehmend, ob es sich bei den Immobilien lediglich um private Investitionen handelt – oder ob einzelne Standorte strategische Bedeutung haben könnten.

Viele der russischen Immobilienkäufe in Finnland betreffen Ferienhäuser oder Wohnhäuser. Doch nicht alle Transaktionen erscheinen unproblematisch. Einige Grundstücke liegen nahe militärischen Einrichtungen, Flughäfen, Stromleitungen oder wichtigen Verkehrsachsen. In einzelnen Fällen wurden auf den Grundstücken auch Hubschrauberlandeplätze, Anlegestege oder befestigte Bauwerke errichtet.

Der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen warnt, dass solche Immobilien im Krisenfall eine Rolle spielen könnten. In der Ukraine habe Russland etwa Immobilien genutzt, um Informationen zu sammeln, Sabotage vorzubereiten oder Material zu lagern. “Im Frieden wirken solche Grundstücke harmlos – bis zu dem Moment, in dem sie aktiviert werden”, sagte Häkkänen.

Für Aufmerksamkeit sorgte unter anderem ein Immobiliengeschäft aus dem Jahr 2022: Drei russische Staatsbürger wollten ein ehemaliges Pflegeheim im westfinnischen Kankaanpää kaufen. Das Gebäude mit rund 100 Zimmern liegt nur etwa sieben Kilometer von der Garnison Niinisalo entfernt – einem wichtigen Artilleriestützpunkt der finnischen Armee, der auch von US-Truppen genutzt wird.

Die Käufer erklärten, das Objekt zu “Freizeitzwecken” nutzen zu wollen. Das Verteidigungsministerium blockierte die Transaktion jedoch aus Sicherheitsgründen. Es war der erste Fall, in dem Finnland einen Immobilienkauf mit Verweis auf nationale Sicherheit stoppte.