[Gestern wurde ja in Deutschland verkündet, dass der Mindestlohn auf €12/Stunde gehoben wird – ein Sprung von immerhin 22%](https://www.derstandard.at/story/2000136286732/hoeherer-mindestlohn-in-deutschland-fuer-sechs-millionen-menschen). Nur zum Vergleich, auf 38,5 Stunden und 4,33 Wochen gerechnet wären das ziemlich genau €2000 Brutto.

Meanwhile gibt es in Österreich bekanntermaßen gar keinen Mindestlohn, sondern alles wird immer extrem umständlich pro Branche verhandelt. Wäre es nicht an der Zeit hier mal eine Mindestgrenze einzuführen oder würde das auch zu einer Nivellierung nach unten, a la „Warum sollen wir mehr zahlen“ führen?

Als Anhaltspunkt: McDo zB zahlt hierzulande €1575 für 40h = €9,10/Stunde – fast 25% weniger als jetzt dann in Deutschland, obwohl die Lebenshaltungskosten ähnlich, wenn nicht sogar höher sind.

29 comments
  1. weil die hure der reichen, die nichtVP aka DummVP aka DrecksVP und ihre geistig behinderten Wähler es zu verhindern wissen.

  2. Glaubst du ernsthaft das sich die ÖVP im geringsten um die Arbeiter also den Pöbel interessiert geschweige kümmert ?

    Und selbst wenn so ein Vorschlag auftaucht wird sofort die WKO was dagegen haben. Stell dir vor die könnten niemand mehr ausbeuten die würden alle in weniger als einen Jahr in den Konkurs gehen /S

  3. In Österreich darfst du für 950€ netto 25h im Handel arbeiten, also offiziell, in Wirklichkeit darfst dann eh 40h arbeiten, die Überstunden werden nicht ausbezahlt und dein Chef teilt ein wann du den ZA zu verwenden hast und Urlaub gehen musst…

  4. warum gibt es sowas in ö nicht? …das wäre viel zu links, wo kommen wir da hin wenn alle auf graz machen /s

  5. Mindestlohn +22%

    Normaler Lohn +4%, wennst brav danke sagst.

    Nur a Frage der Zeit bis alle um den Mindestlohn arbeiten

  6. Du musst aber bedenken, dass in DE 12 Gehälter der Standard sind und nicht 14.
    10,2€ bei 14 Gehältern kommt ungefähr aufs selbe wie 12€ bei 12 Gehältern sofern ich mich jetzt nicht verrechnet hab.

  7. Was wäre das in Deutschland netto im Jahr bei Vollzeit? Im Vergleich zu den Lebenserhaltungskosten?

    In DE hast ja meistens 12 oder 13 Gehälter, nicht wie in AT quasi überall 14. Steuern werden auch unterschiedlich sein.

    Edit: laut Internet (Brutto Netto Rechner) würde das in Österreich ca 1500€ brutto entsprechen.

  8. Österreich hat keinen gesetzlich definierten Mindestlohn, weil Lohn/Gehälter Sache der Sozialpartner sind, die das in Form von Kollektivverträgen festschreiben. Der effektive österr. Mindestlohn auf den sich die Sozialpartner geeinigt haben liegt seit langem bei 1.500 brutto. Und das 14 Mal pro Jahr, heißt 1.800 brutto Mindestlohn bei 40h. Typisches Arbeitsmonat hat bei uns 168 Stunden. = 10,7 EUR pro Stunde.

    Das war bis zum Beschluss der Deutschen der höchste Mindestlohnsatz in der EU außer Lux, die liegen bei knapp 13 EUR.

  9. Wenn viele (zu Recht) auf die ÖVP hinhacken muss man fairerweise auch erwähnen, dass die Gewerkschaften in Österreich auch gegen einen gesetzlichen Mindestlohn sind.

    Das würde direkt in deren Einflußbereich wirken (Kollektivvertrag).

    Dementsprechend ist auch die SPÖ kein starker Verfechter eines Mindestlohns.

    Die Argumentation des Österreichischen Gewerkschaftsbundes ist, dass so wie so 98% der Arbeitnehmer in Österreich von Kollektivverträgen gedeckt sind und sie sich schon bemühen mit der Wirtschaft einen Rahmenvertrag zu verhandeln, der den Mindestlohn für alle Branchen auf mind. 1700€ p.m. anhebt.
    Dadurch soll auch der Druck auf Arbeitgeber, die nicht durch Kollektivverträge gebunden sind, steigen und das Lohnniveau steigen.

    Eine öfter gebrachtes Argument gegen den Mindestlohn ist auch die Befürchtung einer Nivellierung nach unten.
    Ich halte nicht viel von dem Argument, aber der Vollständigkeit halber führ ichs halt auf.

  10. Warum geht ein allgemeiner Mindestlohn bei uns nicht?

    Wir haben Kollektivverträge welche das Regeln und die Sozialpartner sind in Österreich deutlich stärker gegenüber der Politik als in DE, vor allem was die Einmischung angeht.

    Bei uns müssten sich also ÖGB und WKO auf einen General KV zu einem Mindestlohn einigen und der würde dann auch jedes Jahr neu verhandelt werden

    Die Bundes und Landesregierungen können nur dort direkt selbst etwas tun wo sie auch Arbeitgeber sind

    PS: zB 40 Stunden Woche, von der Regierung bereits 1958 gefordert haben sich die Spielpartner 1970 darauf geeinigt.

  11. VWL ist schon lustig. Wenn man den Mindestlohn anhebt sind die einzigen, die langfristig davon profitieren, die Kreditnehmer und die Importeure. Am härtesten trifft es exportierende Unternehmen und ironischerweise Arbeitnehmer in Jobs mit niedriger Produktivität.

    Ein Mindestlohn ist alles andere als trivial. Insofern bin ich schon wirklich froh, dass das in Österreich pro Branche verhandelt wird. Es macht nämlich einen Unterschied, wieviel eine Branche vom Import/Export abhängig ist und wie hoch die Gefahr für einen Arbeitnehmer ist, von einer Maschine ersetzt zu werden.

  12. Anekdotische evidenz aber bei mir im Umfeld ist das Einkommen in Deutschland immer um einiges höher als in Österreich gewesen, aber gut das waren auch immer relativ spezialisierte Leute.

  13. Weil das Kaiptal, das scheue Reh, dann sofort aus Österreich flüchten würde. Genauso wie es ja schon aus der Schweiz geflüchtet ist, weil es dort ja Vermögens- und Erbschaftssteuern gibt. Und weil sozialer Frieden, Rechtssicherheit, eine funktionierende Infrastruktur etc. für Investoren ja völlig nebensächlich sind🤷‍♂️

  14. jessas, oh mei, genau mit am zwölfer glaubts es, dann is ois guad bei uns in deitschalnd???

    na, ned wirklich, oda?

  15. Das ist doch nur möglich weil die CDU nicht mehr in der Regierung ist. Somit hast du auch gleich deine Antwort.

  16. 1500 × 14 : 12 sind bei einer 40h-Woche 10,10 pro Stunde. Viel darf man sich da vom Leben nicht erwarten. Aber das Leben ist auch kein Wunschkonzert.

  17. Bei uns stellen die Kollektivverträge die Mindestlöhne dar. Wenn eine Regierung den Mindestlohn hebt, dann kann die nächste ihn auch wieder aushebeln. Für die Kollektivverträge braucht man die Sozialpartner und das ist schwieriger auszuhebeln.

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