Hab mich vor über 10 Jahren entschlossen der Gastro den Rücken zu kehren. War in Tirol in einem “sehr guten” 5* Hotel Patissier.
Koch ist ein unglaublich dankbarer Beruf. Die Arbeitsbedingungen aber nicht. Jeden Tag ab 7 in der Küche, teilweise um 6. Von 1-3 Mittagspause. Dann wieder weiter bis 11. 5 Tage die Woche. Teilweise 6. Urlaub geht in der Hauptsaison nicht. Bekommen hab ich den Umständen gut (~2k Netto).
Das schönste an dem Beruf ist aber einfach das Team. Zwar ist öfters Koks im Spiel und teilweise gehts schlimmer zu als im Hasenstall, aber ich bereue die Zeit überhaupt nicht. Wenn die einfach die Möglichkeit hätten, dass du mit 4 Tage-Wochen arbeiten könntest, hat man an dem Beruf echt viele freuden. Aber dafür fehlt einfach das Personal.
De facto ist man in einem Teufelskreis, bei dem ich keine Ahnung hat wie man rauskommen soll. Gastro-Arbeiter:innen finden den Beruf unattraktiv und wechseln die Branche. Aber neue Mitarbeiter findest auch nicht, weil der Beruf unattraktiv ist. Dadurch, dass keine Mitarbeiter:innen da sind, wirds dann für die Bestehenden noch schlimmer. Ich seh da traurigerweise echt schwarz für die Branche, weil ich absolut keine Ahnung für eine Lösung hab. Einfach mehr Zahlen geht meistens auch nicht, weil das meistens sehr durchkalkuliert ist und dadurch einfach die Zimmerpreise/Restaurantkosten teurer werden. Und was passiert, wenn Restaurants teurer werden sehen wir ja aktuell durch sie Inflation…
Geh bitte, das hat sogar der Erzkonservative Kapitalist Henry Ford erkannt.
Macht Sinn, aber nicht nur Fachkräfte müssen gut bezahlt werden sondern auch Hilfskräfte. Stellt euch mal aufs Feld bei arschigen Temperaturen für den popeligen Lohn. Das macht einen kaputt auf lange Sicht, sowas macht fast kein Österreicher.
Ich würd gern mal in so einem Gastrobetrieb anrufen und anfragen zu lachen wenn se mir den Bruttolohn sagen.
Laut Artikel haben sich ganze 40 Personen aus ganz AT beworben.
Ich bin für faire Löhne und Gehälter ganz klar! 40 Personen bei so einem hohen Gehalt ist aber mMn doch eher ein Zeichen für einen Arbeits- & Fachkräftemangel. Würde da mehr erwarten, besonders bei der medialen Aufmerksamkeit.
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Hab mich vor über 10 Jahren entschlossen der Gastro den Rücken zu kehren. War in Tirol in einem “sehr guten” 5* Hotel Patissier.
Koch ist ein unglaublich dankbarer Beruf. Die Arbeitsbedingungen aber nicht. Jeden Tag ab 7 in der Küche, teilweise um 6. Von 1-3 Mittagspause. Dann wieder weiter bis 11. 5 Tage die Woche. Teilweise 6. Urlaub geht in der Hauptsaison nicht. Bekommen hab ich den Umständen gut (~2k Netto).
Das schönste an dem Beruf ist aber einfach das Team. Zwar ist öfters Koks im Spiel und teilweise gehts schlimmer zu als im Hasenstall, aber ich bereue die Zeit überhaupt nicht. Wenn die einfach die Möglichkeit hätten, dass du mit 4 Tage-Wochen arbeiten könntest, hat man an dem Beruf echt viele freuden. Aber dafür fehlt einfach das Personal.
De facto ist man in einem Teufelskreis, bei dem ich keine Ahnung hat wie man rauskommen soll. Gastro-Arbeiter:innen finden den Beruf unattraktiv und wechseln die Branche. Aber neue Mitarbeiter findest auch nicht, weil der Beruf unattraktiv ist. Dadurch, dass keine Mitarbeiter:innen da sind, wirds dann für die Bestehenden noch schlimmer. Ich seh da traurigerweise echt schwarz für die Branche, weil ich absolut keine Ahnung für eine Lösung hab. Einfach mehr Zahlen geht meistens auch nicht, weil das meistens sehr durchkalkuliert ist und dadurch einfach die Zimmerpreise/Restaurantkosten teurer werden. Und was passiert, wenn Restaurants teurer werden sehen wir ja aktuell durch sie Inflation…
Geh bitte, das hat sogar der Erzkonservative Kapitalist Henry Ford erkannt.
Macht Sinn, aber nicht nur Fachkräfte müssen gut bezahlt werden sondern auch Hilfskräfte. Stellt euch mal aufs Feld bei arschigen Temperaturen für den popeligen Lohn. Das macht einen kaputt auf lange Sicht, sowas macht fast kein Österreicher.
Ich würd gern mal in so einem Gastrobetrieb anrufen und anfragen zu lachen wenn se mir den Bruttolohn sagen.
Laut Artikel haben sich ganze 40 Personen aus ganz AT beworben.
Ich bin für faire Löhne und Gehälter ganz klar! 40 Personen bei so einem hohen Gehalt ist aber mMn doch eher ein Zeichen für einen Arbeits- & Fachkräftemangel. Würde da mehr erwarten, besonders bei der medialen Aufmerksamkeit.