Die Nato hat wegen des Iran-Kriegs Personal aus dem Irak abgezogen und ihre Mission vorübergehend nach Europa verlegt. Das bestätigte der Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich. «Ich möchte dem Irak und allen Alliierten danken, die die sichere Verlegung unterstützt haben», erklärte er.

Hintergrund ist die verschärfte Sicherheitslage im Nahen Osten. Nach Angriffen auf den Iran kam es zuletzt auch zu Beschuss von Zielen im Irak. Das Land grenzt direkt an den Iran und beherbergt mehrere westliche Militärstützpunkte.

Ahmed Jalil/EPA/Keystone

Nato-Offiziere bei einer Kommandoübergabe im Nato-Hauptquartier in Bagdad, Irak, 24. Mai 2023.

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Zur Zahl der verlegten Soldaten machte die Nato keine offiziellen Angaben. Aus Bündniskreisen hiess es, es handle sich um einige Hundert Personen. Die Mission wird vorerst vom operativen Nato-Kommando in Neapel aus weitergeführt.

Parallel dazu hatte die Nato bereits zuvor erklärt, sie passe ihre Präsenz im Irak an. Eine Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur Reuters: «Wir können bestätigen, dass wir unsere Haltung im Rahmen der Nato-Mission Irak anpassen.» Die Sicherheit des Personals habe oberste Priorität.

Der seit 2018 laufende Nato-Einsatz im Irak dient vor allem der Ausbildung lokaler Sicherheitskräfte, um ein Wiedererstarken der Terrormiliz «Islamischer Staat» zu verhindern. Auch Deutschland beteiligt sich an der Mission.