Militärexperte warnt – fällt auch der Raketen-Deal?
Aktualisiert am 03.05.2026 – 00:47 UhrLesedauer: 4 Min.
Der geplante Abzug von US-Truppen aus Deutschland löst Unruhe aus. Die Nato sucht nach Antworten. Experten warnen jedoch neben dem Abzug von Soldaten vor einem anderen Teil der US-Pläne.
Die US-Regierung unter Donald Trump hat am Samstag den Abzug von rund 5.000 Soldaten aus Deutschland angekündigt und damit die Spannungen zu seinen Nato-Partnern verschärft. Laut US-Medien soll neben dem Abzug von Soldaten jedoch auch die geplante vorübergehende Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland abgesagt werden. Experten bewerten dies als ein großes Problem.
So sagte der Militärexperte Carlo Masala von der Bundeswehr-Universität München, der Abzug von circa 13 Prozent der in Deutschland stationierten US-Kräfte sei eher symbolischer denn substanzieller Natur”. Sollten die Soldaten etwa nach Osteuropa oder ins Baltikum verlegt werden, sei das zwar “Pech” für Deutschland, aber nicht so schlimm für die Nato, erklärte Masala der “Welt am Sonntag” in einem Interview.
Schwerer hingegen wiege die Nachricht, dass die zwischen den USA und Deutschland 2024 getroffene Vereinbarung zur Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern und Dark-Eagle-Hyperschallraketen in Mainz-Kastel wohl nicht mehr umgesetzt werde. “Hier entsteht eine wichtige Fähigkeitslücke mit Blick auf die Abschreckung Russlands, die mit europäischen Waffen erst später geschlossen werden kann”, sagte Masala.
Hintergrund ist, dass das Pentagon offenbar die unter US-Präsident Joe Biden und Kanzler Olaf Scholz vereinbarte Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern mit einer Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern – also bis nach Russland hinein – abblasen will. Mit der Stationierung sollte eigentlich 2026 begonnen werden. Diese sollten die Abschreckungsfähigkeit Deutschlands verstärken, bis die eigene europäische Entwicklung von Mittelstreckenraketen in dem ELSA-Projekt zwischen 2030 und 2032 zur Verfügung steht. Reuters zitierte einen hochrangigen Beamten aus dem Pentagon mit den Worten, ein Bataillon für die Stationierung von “Tomahawk”-Marschflugkörpern werde nicht mehr entsandt.
Es gebe russische “Raketen aus Kaliningrad, die uns bedrohen”, sagte Nico Lange, Experte für Sicherheitspolitik, in der ARD-Tagesschau. Deutschland habe keine passenden Raketen um eine “Gegenbedrohung” aufzubauen. “Die wollten wir aus Amerika bekommen, bekommen sie aber jetzt nicht.” Die Europäer müssten sich nur “schleunigst diese Fähigkeit schaffen, weil das für unsere Sicherheit sehr wichtig ist”.
