Ferienhäuser auf Stelzen, sogenannte Baumhaus-Lodges – und das auf einem ehemaligen NATO-Tanklager im Markgräflerland mit seinen zwei riesigen Kerosin-Tanks. Die Idee von Silke und Peter Rombach klang zunächst für viele verrückt. Jetzt ist sie Realität. Im April hat das Paar sein Feriendomizil bei Staufen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) eröffnet.

Folge 1: Verrückte Ferienlocation

Die Serie in der Landesschau BW

Die Serie “NATO-Tanklager wird Urlaubslocation” läuft von Montag, 4. Mai, bis Freitag, 8. Mai, in der Landesschau Baden-Württemberg im SWR Fernsehen (jeweils ab 18:15 Uhr). Alle Folgen finden Sie anschließend auch in der ARD Mediathek.

Geheimnisvolles Gelände: Tanklager sollte Kampfjets mit Treibstoff versorgen

Das Tanklager aus den 1950er Jahren, der Zeit des Kalten Krieges, gehörte zum damaligen NATO-Flugplatz Bremgarten: als Reserve, um im Ernstfall Kampfjets mit Treibstoff zu versorgen. 1969 übernahm die Bundeswehr das rund zweieinhalb Hektar große Gelände zusammen mit dem Luftwaffenstützpunkt Bremgarten. Hier war das “Aufklärungsgeschwader 51 Immelmann” stationiert.

Anfang der 1990er Jahre schließlich wurde das Luftwaffengeschwader Immelmann aus der NATO entlassen. Denn nach Ende des Kalten Krieges wurden die Aufklärer nicht mehr gebraucht, der Militärflugplatz und damit auch das Tanklager wurden aufgelöst.

Die beiden Tanks sind in die Erde eingegraben und mit Wiese überdeckt. “Hier sind noch Rohre, die liegen auch noch teilweise bis nach Bremgarten unterirdisch zum ehemaligen Flughafen hin”, erklärt Silke Rombach.

Da hätten eineinhalb Millionen Liter pro Tank reingepasst, also drei Millionen Liter insgesamt.

Zuletzt wurde das Gelände des einstigen NATO-Tanklagers landwirtschaftlich genutzt. Auf der Wiese über den beiden Kerosintanks wurden Kirschbäume zur Schnapsproduktion kultiviert. In den beiden Tanks selbst lagerte Wein.

Folge 2: DIY – Bauen am Lebenstraum

Vater von Silke Rombach übernahm das Tanklager mit seinem Bruder

Ein geheimnisvolles Naturidyll. Denn einst streng bewacht hatte lange niemand so recht gewusst, was sich hinter dem hohen Stacheldrahtzaun verbirgt. Silkes Papa Meinrad Schmidt hat das Militärgelände 1995 mit seinem Bruder übernommen. Jahrelang hat er die beiden Tanks für den Weinbau genutzt, in den alten Tanks etwa Wein gelagert oder Weinproben veranstaltet in der alten Festlaube.

Wir wussten schon immer, dass das ein besonderes Grundstück ist, so eine Art Lost Place eigentlich.

Hier bewahrt er bis heute Sammelstücke vom einstigen NATO-Flugplatz und Tanklager: etwa eine Uhr aus Triebwerks-Relikten, Lampenschirme aus Nachbrenner-Düsen oder ein Original-Pilotenhelm. Die Geschichte des Ortes hat ihn immer fasziniert. “Wenn man die Dimensionen so sieht, ist es doch schon gewaltig gewesen. Und wenn man es für friedliche Zwecke nutzen kann, ist es einfach sinnvoll”, so Meinrad Schmidt.

So monumental die Tanks, so gigantisch das Projekt an sich. Rund fünf Jahre lang haben Silke und Peter Rombach geplant, vor gut einem Jahr dann die Ärmel hochgekrempelt und ernst gemacht: mit ihrem großen Traum vom kleinen Ferienparadies. Hier genießt man Ausblicke in alle Richtungen: “Man hat den Schwarzwald um sich herum, dahinten den Blick in die Vogesen und es ist trotzdem noch so in der Natur. Da freuen wir uns natürlich auch, wenn es andere genießen können”, sagen die beiden Macher.

Das Innere eines NATO-Tanks, jetzt Teil eines Schwarzwald Hotel für Schwarzwald Urlaub.

Die beiden einst komplett unterirdischen Tanks sind bis heute spektakulär, waren aber wohl nie mit Treibstoff befüllt.

Do it yourself: Bauen am Lebenstraum – Geschichte bleibt spürbar

Störende Nebengebäude wie Garagen für die Militärfahrzeuge oder Zwinger für die Wachhunde haben sie abgerissen. Aber aus dem alten Wachhäuschen der Soldaten haben sie die Rezeption gemacht. Innen in NATO-Grün gestaltet – als klar war, dass sie das Tanklager bewusst in Szene setzen. Ein bisschen ist es auch eine Hommage an die militärische Vergangenheit. “Es gab ein paar Wachhunde und die Soldaten, die haben hier übernachtet und dieses Gelände bewacht”, weiß Peter Rombach.

Da sind dann die Soldaten gesessen und alle Stunde ihre Patrouille gelaufen.

Doch erst einmal hieß es schuften fürs künftige Ferienfeeling. Denn so viel wie möglich haben die beiden in Eigenleistung gestemmt, waren jede freie Minute auf der Baustelle – neben ihren normalen Jobs in einer Autowerkstatt und im Lebensmitteleinzelhandel.

Geld, Zeit, Nerven: Silke und Peter Rombach haben schon viel investiert. Dazu Woche um Woche: neue Herausforderungen. Dabei ging es um Millionen, eine monatelange Zitterpartie um Bankkredite und Baugenehmigung.

Folge 3: Die Vision wackelt

Als es dann wirklich klar war, das war schon ein krasser Moment. Dann standen wir erstmal in der jetzigen Rezeption und haben geheult.

Die erste Lodge rollt an: Seit April können Gäste hier Urlaub machen

Folge 4: Die erste Lodge rollt an

Am Ende hat sich der Kampf für ihr Herzensprojekt gelohnt. Im Herbst vergangenen Jahres wurde die erste Ferien-Lodge direkt auf einen der Kerosintanks gebaut. Und seitdem Stelzenhaus für Stelzenhaus inmitten der alten Kirschbäume zwischen und über die Tanks. Mit großen Glasfronten für den perfekten Panoramablick, einige innen mit Liegenetzen und draußen mit Whirlpools ausgestattet.

Damals konnte man auf eine andere Art und Weise auftanken – und heute kann man hier Energie tanken.

Die Tanks selbst in irgendeiner Form erlebbar zu machen: fürs erste zu kompliziert. Aber das alte Tanklager mitten in der Natur zwischen Schwarzwald und Vogesen ist für die beiden der perfekte Urlaubsort für ihre “Vinea Lodges”. Schließlich ist das Markgräflerland für seinen Wein bekannt. Und den wollen sie hier mit ihrem Ferienprojekt zusammenbringen.

Dabei sind die beiden als Gastgeber absolute Quereinsteiger. Und so ist es für Silke und Peter Rombach der Aufbruch in ein neues Leben, als sie im April dieses Jahres ihre Baumhaus-Lodges auf dem einstigen NATO-Tanklager bei Staufen-Wettelbrunn eröffnen. Für die beiden ihr Lebenstraum: vor allem aber eine verrückte Urlaubslocation mit Geschichte.

Folge 5: Die ersten Gäste