Oberösterreich hat sich das Ziel gesetzt, sich als führender Standort für Sicherheits- und Verteidigungstechnologien zu etablieren und sucht seinen Platz in Europas Lieferketten. Vor diesem Hintergrund besuchte ÖVP-Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner das NATO-Hauptquartier sowie die UNO in Brüssel.
OÖ, BRÜSSEL. Erst vor Kurzem wurde die „Sicherheits-Allianz OÖ“ gegründet. Sie soll oberösterreichische Unternehmen dabei unterstützen, neue Märkte im Sicherheits- und Verteidigungsbereich zu erschließen. In Brüssel erhielt Achleitner Einblicke in aktuelle europäische Initiativen und Förderprogramme. Zudem standen Gespräche mit hochrangigen Militärvertretern über die aktuelle geopolitische Lage und die Chancen für Industrie, Technologie und internationalen Kooperationen auf dem Programm.
“Wir können als Industriebundesland hinsichtlich Produktionskapazitäten, Resilienz und Lieferkettenfähigkeit besonders punkten!”
. Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner
Vor allem der anhaltende russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie die Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump verändern die europäische Sicherheitsarchitektur grundlegend. Die Europäische Union plant deshalb, bis zu 800 Milliarden Euro in Sicherheit und Verteidigung zu investieren. „Das eröffnet auch große wirtschaftliche Chancen für Oberösterreich“, betont Achleitner. „Wir verfügen über einen der modernsten Produktionsstandorte Europas und bieten Stabilität sowie Rechtssicherheit. Besonders stark sind wir in den Bereichen Mobilität, digitale Transformation oder industrielle Zulieferung. Dadurch ergeben sich für unsere Unternehmen große Potenziale bei Technologien mit ziviler und sicherheitsrelevanter Nutzung. Jetzt gilt es, rasch Teil der entstehenden, europäischen Lieferketten zu werden – denn der Faktor Zeit spielt dabei eine entscheidende Rolle.“
Neue Chancen für heimische Unternehmen
Für Achleitner steht fest: „Die Krise ist das neue Normal.“ Österreich sei ein enger Partner der NATO und investiere verstärkt in Sicherheit. „Gerade in Oberösterreich haben wir hervorragende Unternehmen in den Bereichen militärische Sicherheit, Cybersicherheit und Energiesicherheit. Unsere Gesprächspartner bei NATO und UNO zeigen uns, wie heimische Betriebe von dem wirtschaftlichen Aufschwung profitieren können, der durch den Ausbau der europäischen Sicherheitsstrukturen entsteht. Entscheidend ist nun die Frage: Wer sichert sich welchen Anteil an diesem Markt? Oberösterreich muss hier mit dabei sein.“

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Gesprächen mit der Europäische Verteidigungsagentur (EDA). Davie Neumann, Koordinator für Forschung, Technologie und Innovation bei der EDA, gilt als Experte auf europäischer Ebene und arbeitet an der Abstimmung von Schlüsseltechnologien sowie Innovationsprojekten. Er koordiniert Forschungs- und Technologieaktivitäten zwischen den Mitgliedstaaten, der Industrie und Forschungseinrichtungen und schafft damit konkrete Anknüpfungspunkte für Kooperationen und Beteiligungsmöglichkeiten. “Ich sehe hier auch große Chancen für Oberösterreich. Die Vergabe konkreter Aufträge erfolgt zwar über die Verteidigungsministerien, doch unsere Türen stehen allen Unternehmen offen, die sich international vernetzen möchten“, so Neumann.
Starker Bündnispartner der NATO
Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis aus 32 europäischen und nordamerikanischen Mitgliedstaaten. Aufgrund seiner Neutralität kann Österreich der NATO nicht beitreten, ist als Partnerland jedoch eng mit dem Bündnis vernetzt. Für das Jahr 2026 werden Verteidigungsausgaben von rund 1,8 Billionen Euro erwartet – etwa eine Billion davon entfällt auf die USA. Für Landesrat Achleitner ist daher klar: „Angesichts der aktuellen Bedrohungslage ergeben sich zahlreiche wirtschaftliche Chancen – auch wenn wir als neutrales Land selbstverständlich nicht direkt in Kriegsgebiete liefern dürfen.“