
[https://wien.orf.at/stories/3161498/](https://wien.orf.at/stories/3161498/)
Ich finde es immer spannend, wie hier die unterschiedlichsten Gründe gesucht werden, warum gewisse Branchen seit Anfang der Pandemie ein Problem haben, Arbeitnehmer zu finden. Die Gründe, die in dem Artikel genannt werden, sind sicherlich nicht falsch, aber ein ebenso großer Grund, wird in dem Artikel mit keinem Wort behandelt:
Die Arbeitnehmer haben keinen Bock mehr, für einen Hungerlohn in einer undankbaren Branche zu schuften. Gehaltserhöhungen sind quasi nicht existent (abgesehen von den KVs versteht sich) während sich der Chef sich jährlich einen neuen Porsche kauft.
Viele haben in der Pandemie für sich selbst überlegt, was sie eigentlich machen wollen, und ich glaube so ein Scheißjob steht da sicher nicht ganz oben auf der Bucket-List.
Es hilft sicher auch nicht, wenn Unternehmen die Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, dabei Finanzhilfe vom Staat (also den Steuerzahlern) bekommen, welche dann wiederum einzig und allein als Dividende an Aktionäre ausgeschüttet wird. Da fühlt man sich als Arbeitnehmer dezent verarscht. Das Geld war ja immer da, nur für den Arbeitnehmer war es nicht gut genug, nur für die reichen Investoren und Manager, die sich selbst Rekord-Prämien auszahlen.
Aber hauptsache jetzt herumheulen, wenn man komischerweise keine Sklaven … ähm … Arbeitnehmer mehr findet, die für einen Hungerlohn 40h+ Überstunden die Woche schuften, und mit dem Geld nichtmal auskommen um anständig zu leben bzw. zu überleben…
Sorry für den Rant, aber solche Artikel werden gefühlt jeden Monat einmal in Umlauf gebracht, wie arm doch die Unternehmer sind. Ich kanns nicht mehr hören…
23 comments
“hÄnDeRiNgEnD”
Habe gestern auf orf 2 einen typen gesehen der sagt die jungen sind zu faul zum arbeiten und er ist täglich 2 stunden in die Arbeit gefahren und das sollte jeder Österreicher so machen ich mein gehts noch ? Wo ist der stecken geblieben 1972 ?
Mit den steigenden Zinsen bekommen wir eh eine Rezession und dann kühlt der Arbeitsmarkt ab. Problem gelöst.
In den USA entlassen Unternehmen jetzt die erste Leute, seit den ersten Zinsanhebungen. Es sind dort auch extrem viele Stellen offen.
Rant ist absolut berechtigt.
Sollen die Chefs sich halt Immobilien kaufen und vermieten. Da muss man keine Arbeitskräfte suchen und braucht selbst auch nicht viel zu tun.
Oh nein die armen Arbeitgeber. Des passiert halt wennns einmal einen arbeitnehmer freundlichen Markt gibt. Wie schon viele gesagt haben für den gehalt arbeiten und vor allem in der Gastro oder im Tourismus hat ma noch dazu blöde Arbeitszeiten. Vor allem die Leute aus Osteuropa sind ja ausgebeutet worden und dann wie Corona gekommen ist vor die Tür gesetzt worden. Und jetzt wundern die sich wieso die nimmer zurückkommen? Wirklich komisch.
und in eurer traumwelt sind ALLE unternehmer reich und fahren porsche?
Das passiert halt wenn der Wettbewerb nicht mehr unter den Arbeitnehmern sondern unter den Arbeitgebern stattfindet. Sehr interessant das alles
Die Medien werden nicht die Hand beißen die sie füttert.
Man müsste halt mal was am Mindset ändern. Wenn man zu den aktuellen Konditionen (Gehalt, aber auch sonstige Arbeitsbedingungen) niemanden findet, muss man halt die Konditionen anpassen. Nicht jeder kann das Gehalt um 20% anheben, aber es gibt genug Stellschrauben, an denen man drehen kann. Mit Mindestgehalt, scheiß Arbeitszeiten und einer Drücker-Mentalität wird man halt nicht weiterkommen.
Besonders witzig finde ich das, wenn es aus den Branchen kommt die sowieso jedes Jahr den Staat um Geld betrügen. “Über den Winter stempeln schicken”, in der Zeit ohne Geschäft soll der Staat dich zahlen und wenn es wieder gewinnbringend wird melden wir dich an. Damit finanziert der Steuerzahler den saisonbedingten Umsatzausfall jedes Jahr den eigentlich der Arbeitgeber abfedern müsste. Wundert mich eh das sich noch keiner von denen für das tageweise An/Abmelden stark gemacht hat .. dann kann man die Leute immer einen Tag stempeln schicken wenn nix los ist und am nächsten dann hackelt er wieder für den Sklaventreiber.
Wie, ich soll nicht mehr für 1,4 netto an der Hotelrezeption stehen und mich von Gästen beschimpfen lasse für Dinge, die nicht unter meine Kontrolle stehen? Und dabei noch grinsen und nicken, weil der Gast hat ja immer recht.
Mich regt das auch auf, die Artikel kommen gefühlt mind. 1x pro Woche und Tatsache ist eben, dass die höhere Löhne zahlen müssen, fertig.
Mal nur so nebenbei, findet es sonst noch irgendwer zum Lachen, dass die Fluglinien so viele Mitarbeiter wegen der Pandemie entlassen haben, nur um jetzt rumzuheulen, dass sie nicht mehr genug finden? Die Leute haben eben mittlerweile was anderes gefunden, entweder neuen Job oder Fluglinie die besser zahlt. Deal with it bitch.
Als noch aktiver Koch habe ich 0 (null) Mitleid mit Betrieben die wegen “Personalmangels” schließen müssen. Wenn man mit Teildienst und kv Gehalt einige tausend Euro Umsatz am Tag fürn Chef hakelt komm ich mir halt dezent verarscht vor.
Ich bin letztens mit meinem Amazon Lieferanten ins Gespräch gekommen. Der meinte er war davor in der Gastro und ist nun um einiges zufriedener als davor. Klar ist das immer noch ein Knochenjob, unterbezahlt und stressig, aber das zeigt schon sehr deutlich wie es wohl in der Gastro zugeht/gegangen ist.
Muss natürlich nicht für alle so sein, aber man liest hier doch schon auch hin und wieder.
Habe vor ein paar Wochen ein Interview zu dem Thema Arbeitermangel in der Gastro in der kleinen Zeitung gelesen, der hat ernsthaft gemeint es habe nichts mit Gehalt zu tun (weil gute Arbeiter werden eh ueber KV bezahlt), oder der Aussteigerrate, weil Sie steigt ja nicht (sondern ist konstant ca ein drittel).
Seine Loesung? Die Regierung soll einen Bonus fuer jeden zahlen, der sich in der Gastro ausbildet.
Die Bezahlung ist also anscheinend doch ein Problem, aber der Staat soll das Loesen, nicht die Betriebe. Zipft mich sowas von an.
So hat zum Beispiel ein Koch früher vielleicht fünf Arbeitsstellen zur Wahlgehabt. Aktuell kann er aus 50 bis 60 offenen Stellen wählen.
Dabei heißt es aber: Qualität vor Quantität. Bringt halt nix wenn diese Stellen alle zum davonlaufen sind. Den “Personalmangel” könnte man morgen lösen. Menschen sind zu vielem bereit, wenn die Kohle stimmt. Gehälter deutlich erhöhen, wer es sich nicht leisten kann soll zusperren und fertig.
6 Monate zum Software-Etnwickler. Da bin ich aber sehr skeptisch.
Naja, Corona hat deutlich gezeigt wie unsicher diese Jobs sind und wie schnell man auf der Straße sitzt wenn sich nicht mehr alles um Konsum dreht.
Die Löhne und Arbeitsbedingungen müssten schon massiv der tatsächlichen Nachfrage an Personal angepasst werden damit sich Leute dazu ‘überreden’ lassen so einen Job anzunehmen.
Ich arbeite in der Pflege, angestellt bei der Stadt Wien. Ich muss mir keine Sorgen um meinen Arbeitsplatz machen, ganz im Gegenteil; und ich habe Bekannte, die versucht haben in so einem halbwegs sicheren Bereich unterzukommen, absolut verständlich und hat zwar auch, aber nicht ausschließlich mit der Bezahlung zu tun sondern eben auch mit der Wertschätzung und der Sicherheit.
Genau deswegen werd ich niemals mehr als 4 Tage die Woche arbeiten. Bringt halt einfach nix. Außer durch erben keine Chance auf ein Eigenheim und in 20 Jahren is der Planet eh tot
Leider marschiert gerade eine massive Wirtschaftskrise an.. “um” die ArbeiterInnen zu züchtigen :-/
Auch ein nettes “Goodie” in der Gastro … Teildienste.
Oft in Hotels oder Restaurants die zwischen Stoßzeiten zusperren oder nur gering besetzt sind.
Da darf man zur Mittagsschicht antreten, zB 11- 14 Uhr, hat dann 3-4 Stunden “frei” und die zweite Hälfte beginnt dann um 18 Uhr zur nächsten Stoßzeit. Feierabend ist dann gegen 22 oder 23 Uhr.
Der ganze Tag ist gelaufen. Die 3 Stunden Zwangspause können effektiv nicht als Freizeit genutzt werden. Gearbeitet hat man aber eh nur 8 Stunden.
Die Gastro hat echt die besten Ideen zu flexiblen Arbeitsbedingungen.
>Sorry für den Rant, aber solche Artikel werden gefühlt jeden Monat einmal in Umlauf gebracht, wie arm doch die Unternehmer sind. Ich kanns nicht mehr hören…
Das geht mir besonders auf die Nerven.
Permanent wird da irgendwelchen Unternehmer eine Bühne geboten und es ist jedes Mal die selbe Leier. “Die Leute wollen nicht mehr arbeiten”, “Es liegt nicht an der Bezahlung”, “Arbeitslose sollen weniger Geld bekommen”, bla bla bla. Es kotzt mich so an…