Wenig Interesse an Ferialjobs

23 comments
  1. Wieder mal so ein “händeringend” Artikel. Ich fand den jetzt ganz interessant weil:

    >„Wir suchen Mitarbeiter über 18, die auch gerne bereit sind, im Schichtbetrieb zu arbeiten und die uns wirklich an der Linie in der Sortierung unterstützen würden“, sagt Eva Kogelfranz von Stölzle Oberglas. Für den Glashersteller mit mehr als 500 Mitarbeitern in Köflach ist jede nicht besetzbare Ferialstelle eine große Herausforderung: „Die Mitarbeiter machen Überstunden. Sie können in den Sommermonaten schwieriger in den Urlaub gehen, was für sie aber sehr wichtig ist.“

    Wahnsinn wie sehr die sich auf die (ich nehme an sehr günstige) Arbeit von Ferialarbeitern verlassen.

    >Die Bezahlung könne, so der Jobvermittler, kein Grund für die insgesamt geringe Nachfrage sein – ein Großteil der Ferialarbeit würde nämlich sehr gut bis gut entlohnt.

    Wirklich? Würde mich interessiern was der Jobvermittler als “sehr gut bis gut” wahrnimmt. Ich hab damals nur unterste Stufe vom Kollektiv gekriegt und der ist meistens nicht sooo gut.

  2. >im Schichtbetrieb zu arbeiten und die uns wirklich an der Linie in der Sortierung unterstützen würden

    Fade Arbeit im Schichtbetrieb, warum wohl will das keiner machen?

    1652€ brutto zzgl. Zulagen ist KV mindest. Von Bereitschaft zur Überzahlung steht nichts.

    >Die Bezahlung könne, so der Jobvermittler, kein Grund für die insgesamt geringe Nachfrage sein – ein Großteil der Ferialarbeit würde nämlich sehr gut bis gut entlohnt.

    lol

  3. Die zahlen mittlerweile ihre Praktikanten?

    Mein Pflichtpraktikum in der Schule hat mir damals 90€ für die Monatskarte gekostet…

  4. Fließbandarbeit im Schichtbetrieb will keiner als Praktikum machen? Eigenartig.

    Prinzipiell würde ich ja sagen das echtes Personal einstellen die Devise wäre, dann gibt’s auch weniger Überstunden und die Angestellten könnten auch so auf Urlaub fahren ohne die Jugend auszubeuten. Im Praktikum soll/will man schließlich was lernen oder sich einen Beruf anschauen den man später mal ausführen will … wer kennt’s nicht .. den Traum vom Flaschensortierer.

  5. Stölzle verdienst schon zwischen 1600 und 1700 netto. Aber die Arbeitszeiten sind Arsch. Früher wechselte man alle 7 Tage die Schicht. Jetzt alle drei Tage. Wie genau, weiß ich nicht, aber du hast faktisch keinen Schlafrythmus. Ferial für zwei oder drei Monate kann man durchhalten, aber dauerhaft muss man Schlafmittel etc. fressen um klar zu kommen.

  6. In den Ferien möchten Viele eben auch frei haben. Ich selbst mache auch keinen Ferialjob, arbeite aber seit über nem Jahr jeden Samstag als Paketzusteller, finde ich etwas lukrativer als sich die Wochen, die man frei hat komplett auf Arbeit zu konzentrieren und gibt etwas mehr Geld und das übers Jahr verteilt.

  7. Wir haben no 10 jahre bevor die Gesellschaft zusammenbricht, überall gibts hitzetote, seen und Flüße troknen aus und die glauben immer no wir sind blöd genug uns für fiese Ärsche selbst zu versklaven???

  8. Was erwarten sie denn? Wenn man 18+ als Bedingung festlegt, fallen halt alle Schüler weg. Bleiben nur noch Studenten übrig, aber ich wüsste nicht für welches Studium sortieren am Fließband relevant wäre.

  9. Ich hab vor 13 Jahren jährlich mit kleinen Ausnahmen jedes Jahr ein Ferialpraktikum gemacht, war aber wirklich chillig und ok bezahlt: 1200 Netto und ca. 1000 Trinkgeld (keine Gastro). Bei dem was heute in vielen Bereichen geboten wird, versteh ich aber gut, das sich das kaum mehr wer antut. Das ist jetzt vielleicht was anderes, aber unbezahlte Praktika gehören im Übrigen verboten.

  10. Der Arbeitsmarkt in Österreich ist wirklich ein Witz auf so vielen Ebenen. Ich hab mal mich mit einem deutschen Freund unterhalten, der in Deutschland studiert und gearbeitet hat (und dann in Österreich weiterstudiert). Er war völlig perplex als er mitbekommen hat, dass es in Österreich praktisch kaum Jobs für Studenten gibt. Weder in der Fachrichtung des Studiums noch speziell ausgelegt auf den studentischen Lebensstil (teilzeit, flexible zeiteinteilung oder Diensteinteilung). Das is dort drüben ein richtig beachtlicher Anteil an Arbeitnehmern und die bekommen auch oft ein ordentliches Gehalt und werden auch von den Firmen gerne gesehen.

    Bei uns wirst sogar beim Hofer abgelehnt wenn im Lebenslauf ein Studium steht, weil du ja nach ein paar Monaten wieder weg sein könntest.

    Von wegen Arbeitnehmermarkt. Da sind wir noch weit entfernt. Es gäbe so viele studierende die nebenbei mehr arbeiten wollen würden und Expertise hätten. Aber die Firmen zwingen die meisten in die gastro weil sich die Ungarn auch schon zu schade sind für den Job.

  11. ich hab 2008-2010 schon 1200euro gekreigt für Praktikum im sommer (htl)…

    Die praktika gehälter schienen komplett gleich geblieben zu sein…

    zahlt sich hald langsam echt nimma aus

  12. I erinnere mich noch an meine Ferialjobs…. Einmal Teller waschen am Klopainersee, 1600netto für 60h Woche wollten die nur geben bis die Arbeiterkammer mir geholfen hat (beschde)

    Dann Schlosserei Edelstahl Schwimmbecken schweißen im Hochsommer, schwere Verletzung mit der flex weil mir der Vorgesetzte den Schutz nicht geben wollte, war gut bezahlt dann mit dem Krankenstand und dem Besuch vom Arbeitsinspektor

    Dann Büro, CAD, goldene Nase verdient in den paar Wochen wo ich war, beschlossen Matura muss sein, nie mehr Blaumann, gute Entscheidung

    Kein Mitleid mit den Firmen die Jugendliche ausnutzen weil billige Arbeitskräfte 🤷

  13. Hab in einer Fertigung (Metall/Elektro) inkl. Überstunden und anteilig 13./14. Gehalt 1200 Brutto bekommen. Dafür jeden Tag ewig gependelt und jeden Abend fertig.

    War ein Pflichtpraktikum, ich war so unglaublich wütend. Wurde dort sogar gefragt ob ich nicht auch Samstag kommen möchte.

    Wollte mir einen Tag freinehmen und mir wurde vom Abteilungsleiter gesagt: „Also sowas hat sich auch noch keiner Fragen getraut.“

    Und gezeigt wurde mir auch nichts, absolut wertlos. Seit dem gehören Pflichtpraktika für mich abgeschafft.

    Ekelhafte Ausbeuterfirmen.

    In meiner jetzigen Firma gehen wir schon davon aus das die Praktikanten eh nicht produktiv Arbeiten werden und zeigen ihnen dafür mehr damit sie vielleicht was sinnvolles mitnehmen können.

  14. Bezahlung ist scheiße (im Prinzip Ausbeutung), Arbeitsbedingungen sind scheiße, kein Respekt.

    “Warum, oh warum bloß, will das niemand mehr machen???”

  15. Ferialpraktika sind fast immer eine Ausbeutung. Ich hatte im Sommer ein Praktikum bei einem großen IT Unternehmen, hatte die gleichen Aufgaben, Arbeitszeiten und Qualifikationen wie ein fix angestellter Kollege aber bekam die Hälfte von seinem Gehalt. Damit waren Ferialpraktika für mich beendet.

  16. Ich vermute ja, dass der Lohn vielleicht für einen Schüler/Stundenten ok ist, aber die Arbeitsbedingungen sich rumgesprochen haben.

    Kurz gesagt, wenn das Unternehmen eher verschrien ist, dann arbeitet man für seinen Kollektivlohn lieber wo anders wo es auch netter ist.

    Kununu sagt dazu:

    >Vorgesetzter macht regelmäßig die Mitarbeiter runter und schreit diese immer wieder sogar an!

    >Kommunikation: das Nötigste wenn zB halt mal eine Maschine einen Defekt hat; nur schreien möglich-nicht reden

    >diese 3/Drittelschicht verlangt von einem körperlich und psychisch alles ab und in meinem Fall kam dann auch noch die abwertenden Sprüche von den KollegInnen dazu und die ungerechte Umgangsweise. es sollte für den Mobbingstraftatbestand noch viel härtere Gesetze geben.

    >Unmenschlicher sprachlicher Umgang mit Arbeiter.

    Klingt alles nicht so berauschend.

    Fast ein Wunder, dass die anscheinend ja trotzdem um die 160 Ferialarbeiter gefunden haben. Um die restlichen 25 Stellen noch zu besetzen, müssten sie halt die Arbeitsbedingungen verbessern. Alternativ, beim ORF jammern und hoffen, dass das reicht um noch ein paar zu krallen.

  17. Ich sag mal so:

    Im Vergleich zu den ~100€ Taschengeld die ich damals als Schüler im Monat kriegt hab, war so ziemlich jede Bezahlung in Ferialjobs und sogar die 300€ beim Bundesheer eine förmliche “Goldgrube” für mich 😅

  18. Wennst nicht auf das Geld angewiesen bist weil die Eltern eh Iphone und Führerschein+Auto zahlen, versteh ich, das man in den 9Wo Sommerferien an der Work/Life Balance arbeiten muss anstelle Geld verdienen.

    Abgesehen von den Pflichtpraktika als HTL´er wo´s dich fachspezifisch als Elektrikerlehrling im 1. Lehrjahr einstufen und du echt ausgenommen wurdest (1 Woche Stemmen im Neubau) hab ich die Folgejahre und auch zwischen Matura und Zivildienst immer mindestens 6Wo gschichtelt.

    Aber mitte der 90er war die welt noch eine andere…

  19. Naja – manche dieser Jobs sind nur Zeitverschwendung für alle Beteiligte. Als “working poor” ist man “deadlocked”. Kommt natürlich auf die Branche an, aber “Ferialjobs” ist stark überbewertet. Abgesehen davon das viele eh net “hängeringend” suchen oder manche Ausschreibungen fake sind – das merkt man wenn man sich bewirbt und nicht einmal eine Antwort erhält.

  20. I hab Ferialarbeit ah immer gehasst..ja ok war auch aufm Bau…aber trotzdem. Lohn + Überstunden eh immer “so”. Und dadurch dass ma mit den 2 Monaten was ma gmacht hat dann no unter die 11.000 war quasi steuerfrei.
    Dann warns 8 Wochen Arbeit für ca 5000€.
    Für jemanden der die restlichen 10 Monat mitm Taschengeld auskommt war des a sensationelle Menge Geld. Daran kanns also meiner Meinung nach eher seltener liegen….

    Dass es oftamal als Praktikum ungeeignet war (vom Lerneffekt) und ma halt die Scheissjobs gmacht hat…ja klar des is eher die Ausnahme. Und doch….zumindest 4 Wochen haltet man ja scho durch….

  21. Mal als Chemie Student ein “Ferien Job” im September in einem Labor gemacht.
    Bezahlung für 40 Stunden und mehr oder weniger ersatz eines Mitarbeiters (hab 3 Tage Einschulung bekommen und dann selbst ständig die Urlaubs Vertretung für wen gemacht) war bissl mehr als 400€. Hab ich natürlich kein zweites Mal gemacht sondern irgend ein Blödsinn der mir fast das 3 fache gebracht hat aber fachlich nichts weiter gebracht..

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