Staatsbürgerschaftsdebatte: Wer dem eigenen Pass treu bleibt

5 comments
  1. Die Kommentare im Standard druecken eigentlich nur Unverstaendnis aus. Sofern das auch nur im entferntesten die Meinung der waehlenden Bevoelkerung ausdrueckt ist wohl nicht davon auszugehen, dass hier eine Liberalisierung von irgendeiner Partei versucht werden wuerde. Es ist mir unklar wie ein Thema so vergiftet werden konnte.

    Im Meinungsbeitrag von den Auslandsoesterreichern zum Thema geht es nahtlos weiter: https://www.derstandard.at/story/2000136907317/lasst-endlich-doppelstaatsbuergerschaften-zu

  2. Wieder mal ein Artikel, der darauf ausgelegt ist, maximale Empörung zu generieren. Ein homosexueller Deutscher, der es bedauert, dass hier so viele rechts wählen, ist das perfekte Feindbild für die Stammtischbrigade, die das Standard-Forum beherrscht. Natürlich wird er am Ende des Artikels erwähnt, damit die hochgekochte Entrüstung sich direkt in einem depperten Kommentar entladen kann.

    Offenbar ein gutes Geschäftsmodell, denn diese Thema wird verlässlich alle zwei bis drei Wochen aufgewärmt. Rage Porn vom Feinsten.

  3. Als Exil Österreicher ist es mega deppert dass sich Österreich so anstellt bei Doppelstaatsbürgerschaften. Ich will meine österreichische nicht aufgeben weil meine Familie noch dort lebt und ich auch vorhabe mal wieder zurückzukommen.
    Andererseits habe ich hier (USA) zwar die meisten aber nicht alle Vorteile eines Staatsbürgers – ich kann nicht wählen und auch nicht als Lehrer arbeiten (obwohl abgeschlossenes Lehramtsstudium und ausreichender Qualifikationen). Amerika, sonst eher konservativ, hätte kein Problem mit einer Doppelstaatsbürgerschaft…

  4. Österreich ist einfach so rückständig was die Staatsbürgerschaft betrifft. Auf der einen Seite darfst du grundsätzlich kein Bürger sein wenn du noch ein Bürger woanders bist – egal wie lange du schon hier arbeitest und auch fleißig Steuern zahlst und einfach verdammt nochmal Teil der Gesellschaft bist. Auf der anderen Seite wird die Staatsbürgerschaft auch wie Zuckerl rausgegeben an jeden mit genug Kohle, Connections und toten Juden in der Familie.

    Ein persönliches Beispiel: Morgen treffen wir uns mit einer Freundin, die seit kurzen Österreicherin ist, denn sie konnte beweisen, dass einer ihrer Ahnen Jude war und durchs NS-Regime ermordet wurde. Sie möchte jetzt gern mehr über Österreich erfahren, weil sie war ja noch nie dort, kann kein Deutsch. Eh schön für sie…

    Aber irgendwie ist es halt bitter, wenn die eigene Lebensgefährtin niemals eine Chance haben wird Österreicherin zu werden ohne ihre jetzige Staatsbürgerschaft abzulegen (und damit auch ihren Aufenthaltstitel in ihrer Heimat). Wir leben zwar nicht in AUT, nur vom Balkon sehen wir rüber, aber im Endeffekt ist die Gesetzeslage in Deutschland ja genau die gleiche. Deutsch kann sie ebenfalls, ihren Master hat sie hier gemacht und ein paar Ahnen hat sie auch die vom NS-Regime ermordet wurden – halt leider keine Juden.

    Warum darf so jemand nicht einfach einbürgern mit einer Doppelstaatsbürgerschaft? Von mir aus muss man halt vorher 10-20 Jahre hier wohnen und arbeiten, das ist eh schon schwer genug wenn du aus einem Drittstaat kommst. Was ist so schlimm daran, wenn jemand der hier seit 20 Jahren lebt auch hier wählen darf und einen permanenten Aufenthaltstitel bekommt und eben auch in die Heimat zurückdarf wann immer er will, ohne 300€ für Visas auszugeben jedes Jahr und dort von mir aus auch noch wählen darf? Welchen Schaden würde das für Österreich verursachen?

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