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>**Der Leiter der Schwazer Wirtschaftskammer (Anm. Bezirk Schwaz liegt in Tirol, beinhaltet touristische Hochburgen wie zb Zillertal und Achensee) weiß von weinenden Wirtinnen und verständnisvollen Gästen, die auswärts essen müssen.**
>Schwaz – Der Leiter der Schwazer Wirtschaftskammer, Stefan Bletzacher, muss sich seit einigen Wochen in einer neuen Funktion üben: als Seelentröster. Grund ist der eklatante Personalmangel. Allein im Gastgewerbe würden viel mehr Saisoniers fehlen, als Anträge gestellt wurden.
>Drei weinende Wirtinnen, sagt er, habe er in letzter Zeit am Telefon gehabt. Sie seien verzweifelt, etwa weil das Haus voll sei und nun das einzig verbliebene Zimmermädchen krankheitsbedingt nicht arbeiten kann. Oder weil kein Abwäscher gefunden werden kann. Oder weil der Koch gekündigt hat und keiner weiß, wer nun für die Halbpension sorgen wird. „Einige Betriebe haben deshalb von Halbpension auf Frühstück umgestellt. Andere mussten Ruhetage einführen, damit sie Mitarbeitern freigeben können“, erzählt Bletzacher.
>In manchen Hotels bekommen die Halbpensionsgäste jetzt mehrmals pro Woche Gutscheine fürs Abendessen außer Haus. „Für die Gäste ist das meist kein Problem, eher für den Hotelier. Er ist es gewohnt, sein Restaurant die ganze Woche offen zu haben und tut sich mit dem Loslassen schwer“, meint Bletzacher.
>Laut Ernst Erlebach, Hotelier und TVB-Obmann der Ersten Ferienregion Zillertal, sind mehr Mitarbeiter als 2019 beschäftigt. „Aber die wollen oft weniger arbeiten, nämlich vier statt sechs Tage.“ Daher brauche man mehr Mitarbeiter. „Viele von jenen, die Personal für den Winter brauchen, stellen Mitarbeiter schon jetzt an, in der Hoffnung, dass sie bleiben“, sagt Erlebach.
>Wo die abgewanderten Tourismuskräfte nun sind? „Meist in ihrer Heimat, etwa in Ungarn und Tschechien“, sagt Bletzacher. Durch die Grenzsperrungen und Lockdowns 2020 seien viele von jenen, die in Tirol eine Arbeitsstelle hatten, plötzlich ohne Job dagestanden. „Noch so ein Jahr und manche hätten ihre Wohnungen nicht mehr zahlen können. Sie suchten sich daher einen Ganzjahresjob in der Heimat, das war sicherer“, erklärt der WK-Leiter.
>Die 2,8 Prozent Arbeitslosen im Bezirk hätten allesamt ein Vermittlungshindernis. Wiener Arbeitslose bringe man nicht nach Tirol. „Sei es, weil sie Haustiere, Omas oder Kinder zu betreuen haben“, sagt Bletzacher. 80 Ukrainer seien neuerdings in Schwaz in Beschäftigung. Bletzachers Wunsch: „Ausländer, die arbeiten wollen, willkommen zu heißen. Länder wie etwa die USA zeigen, wie es geht.“
39 comments
Besser zahlen wär auch eine Möglichkeit. 🤔🤷♂️
Wenn Zimmermädchen, Köche und co ausgebeutet werden, hat keiner Mitleid. Aber wenn die Chefs verzweifeln, soll man auf einmal Mitleid haben?
Awww
Hooray für ausländische Lohnsklaven!
Die sollen bitte zusperren oder gut zahlen. Wenn du keinen Abwäscher für 1,3k netto findest, musst halt 2k zahlen. Angebot und Nachfrage. Haben ja auch keine Skrupel für deppade Spagetti 10 Euro aufwärts zu verlangen.
Weinende Wirten ist das neue händeringend
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Mehr bezahlen,weniger weinen
Was? Eine permanente stelle im Ostblock ist ein sicherer Arbeitsplatz als in Österreich auf Saison? Consider me shocked!
Mein Bruder ist/war Koch. Er musste 6 Tage die Woche ~12 h pro Tag arbeiten und hat knapp 2.5k€ netto verdient.
Mein zweiter Bruder, auch Koch, hat im der Hauptsaison (Sommer/Winter) nie mehr als einen Tag pro Woche frei. Es gibt auch Wochen wo er keinen Tag frei hat.
Meine Mutter ist Kellnerin, das selbe Spiel bei ihr. Dabei kommt noch dazu, dass sie sofort auf kurzarbeit umgestellt wird sobald die Bude nicht mehr komplett voll ist.
Leute im Gastgewerbe werden schlecht behandelt und schlecht bezahlt. Gleichzeitig verdienen sich die Gastronomen eine goldenen Nase.
Beispiel ein bekannter von mir findet keinen Tellerwäscher. Er will bzw. kann, laut eigener Aussage nicht mehr als 1.3k€ bezahlen. Gleichzeitig erzählt er mir aber, dass er 3 Wohnungen gekauft hat, als Investition.
Viele Gastronomen sind Blutsauger und ich finde es gut, dass sich einige Sachen ändern!
Ich werde alle Wirte in meine Gebete einschließen. Thoughts and prayers
H Ä N D E R I N G E N D
In Tirol sind ja bekanntlich die Mieten extrem hoch. Welcher Gastro Angestellter tut sich das bitte freiwillig an 70% seines Gehalts nur für westösterreichische Mieten ausgeben? Glaube das ist der Hauptgrund für den Mangel oder?
Eine Runde Mitleid.
Zahlt endlich ordentlich.
Die Wirte haben es doch nicht anders verdient. Es gibt kein Recht darauf andere Menschen auszubeuten.
Ich hab zwar keinen Background in der Gastro aber durchaus Erfahrung mit “Fachkräftemangel”. Es ist immer wieder verblüffend, wie Unternehmer:innen es schaffen sich selbst auszureden, dass fehlende Arbeitskräfte etwas mit zu geringer Entlohnung zu tun haben könnten.
“Aber bei uns ist doch so ein gutes Arbeitsklima.”
“Aber wir bieten ja Freigetränke.”
“Aber wir können halt einfach nicht das zahlen, was andere zahlen.”
“Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer nur wegen Geld arbeiten geht.”
“Ich versteh nicht, warum alle zu großen Unternehmen wollen.” – “Die zahlen mehr und haben oft auch echte Benefits.” – “Na, das glaub ich nicht, dass es deswegen ist.”
Schlussendlich redens sich dann ein, dass man eh keine Leute will, die “nur” des Geldes wegen arbeiten. Passt nicht zum Unternehmen. Ja, dann weints halt weiter!
Wenn ein Betrieb nur durch Ausbeutung existieren kann, hat er keine Daseinsberechtigung und soll zusperren. Da hilft auch kein Geheule.
Der Markt wird das schon regeln. Also zahlt halt einen anständigen Lohn. Dann findet ihr auch wen…
Seht ihr das. Das ist die kleinste Violine der Welt und die spielt nur für die armen Wirte die kein Personal mehr zum ausbeuten finden.
Muss ein schlechter Wirt sein, vl sollten wir ihm Coronahilfen streichen oder andere Vergünstigungen damit er motiviert ist sich zu verbessern.
Diese faulen Chefs die einfach nicht mehr Leute einstellen, sagenhaft…
Schaut so aus als wäre der Tourismus in Österreich in seiner derartigen Form ein Auslaufmodell.
Problematisch für Regionen wie Tirol oder Teile Salzburgs, die zum überwiegenden Teil davon abhängig sind.
Finde ich super! Im Lockdown hat man die ausländischen Angestellten rausgeschmissen statt sie in Kurzarbeit zu schicken. Freut mich, dass die in ihrer Heimat etwas besseres gefunden haben und nicht zu den Sklaventreibern nach Tirol zurückmüssen.
Es gäbe sicher Wiener die bereit wären in Tiroler Hotels zu arbeiten. Aber sicher nicht für die auf 3 Monate befristeten Arbeitsverträge.
Es ist einfach so, dass die “Unternehmer” nie zurückstecken wollen. Das soll immer nur der Arbeitnehmer machen, für immer weniger Geld immer mehr arbeiten
Und wenn dann mal der freie Markt gegen sie steht und sie mehr für Personal bezahlen müssten, ist der freie Markt auf einmal nimma cool.
Der ist nur gut solangs ihnen massig Profite bringt
Soll sich der freie Markt drum kümmern.
Heult leise da drüben.
Wenn man mehr zahlt gehts scheinbar auf magische Art und Weise:
[https://www.kleinezeitung.at/kaernten/villach/6140331/3200-Euro-netto-fuer-Barkeeper_Gastronom-fuer-Gehaltsversprechen](https://www.kleinezeitung.at/kaernten/villach/6140331/3200-Euro-netto-fuer-Barkeeper_Gastronom-fuer-Gehaltsversprechen)
“Ich habe 30 bis 40 Bewerbungen bekommen, das sind deutlich mehr als auf bisherige Ausschreibungen. …”
*insert surprised pikachu meme*
ich hab protokoll geschrieben vor 5 jahren über interviews mit top gastronomen.
eine sache die ich rausnehmen kann: 50% der gastronomen haben einen an der waffel, und der österr. wirtschaft würds gut tun wenn 50% der gastro zusperren würd. weils ausbeuter sind. weils schwarz kassieren. weils lohndumpen.
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
Heeeeeeerrlich! So muss das laufen.
Wie ihr findet keinen Spüler, kein Zimmermädchen? Ja, dann stell dich selber 70h/Woche rein! Dazu nimmst noch einen lustigen Lohn, beschissene Personalzimmer und einen Arbeitnehmer Schutz der nichts wert ist. Dazu noch das rumgeschreie von cholerischen Chefs! Viel Spaß!
Wie passt das eigentlich in die Agenda der FPÖ? Ohne die ganzen willigen Lohnsklaven aus dem Ausland, wird es im Tourismusland Österreich zappenduster.
Und an den Arbeitsbedingungen der USA sollte man sich kein Beispiel nehmen. Die Gastromitarbeiter leben quasi vom Trinkgeld ohne Krankenversicherung. Was ne Scheiße dort abgeht.
> Wiener Arbeitslose bringe man nicht nach Tirol. „Sei es, weil sie Haustiere, Omas oder Kinder zu betreuen haben“
Klassische Wiener Bobos. A echter Tiroler scheißert auf die Oma.
> Länder wie etwa die USA zeigen, wie es geht
Genau! Nieder mit Gewerkschaften und Kollektivvertrag! /s
Ahh jetzt wollen wir die Ausländer wieder haben.
Da verkennt jemand komplett die Lage. Wie kann das sein?
Wir steuern auf eine Depression zu die sich gewaschen hat. Die Gäste werden ausbleiben und das Personal was jetzt da ist wird noch zu viel sein…
Keiner weiß ob das noch heuer, nächstes Frühjahr oder nächsten Herbst kommt aber klar ist das kommt.
Sollns halt zusperren, ist ja nicht so als bräuchten wir die wirklich zur Grundversorgung.
Ich habe selber im Gastgewerbe gearbeitet und habe viele Stunden meines Lebens an dieses Gsindl unbezahlt verschenkt, dass die jetzt weinen freut mich sehr. Ich wurde im Grunde bestohlen und zusätzlich noch beschimpft und sexuell belästigt. Ich habe Saisonarbeiter:innen kennengelernt, die jedes Jahr gewechselt haben und an keinem Ort war es besser – die haben Horrorgeschichten, da wird einem schlecht. Teilweise waren die schwer drogensüchtig, weil die Zustände und Arbeitsbedingungen so horrend und unpackbar sind. Das die sich das nicht mehr antun ist wirklich schön zu lesen.
Ich kenne in Wien 2 gelernte Köche. Der eine hat die Matura nachgeholt, Lehramt studiert und arbeitet jetzt als Lehrer. Er meinte, 50h/Woche, kein Wochenende und knappe 1500€/Monat rentieren sich nicht mehr. Der zweite arbeitet in verschiedenen Hilfsarbeiterjobs und ist glücklicher, weniger gestresst und verdient am Ende des Monats gleich viel und manchmal sogar mehr.
Wenn jemand sagt “Länder wie etwa die USA zeigen, wie es geht”, weiß man als Leserin wo die Reise hingeht, wenn solche Leute wie der Bletzacher mehr zu sagen hätten. Sozialstaat abbauen, Menschen so verzweifeln lassen, dass sie jede Drecksarbeit annehmen müssen, trotzdem so wenig bezahlen, dass man davon nicht leben kann und im Auto leben muss. Und bitte immer mehr Geld in die reichen Taschen der weinenden Hotelbesiter:innen scheffeln, weil die haben ja hart dafür gearbeitet ein Erbe zu bekommen. Während die faulen Angestellten das ja auch hätten machen können.
lustig is hald das kein schwanz gewinnbeteiligung auszahlt,
Dann zahlts hald von mir aus KV, ok aber dann gebts den leuten ne ordentliche gewinnbeteiligung,
Wenn i KV krieg aber am ende vom jahr 5k prämie wär i ah ok damit
wir haben soviele 0815 wirtsheisl die können von mir aus eh alle wegsterben, haben quasi keinen mehrwert
Ob ich beim hurber wirt oder beim hansl wirt a TK schnitzl mit pommes für 12.50 bestell is eh komplett wurscht, dann gibts hald statt 2 wirtshäusler , nurnoch 1ns mit doppeltem umsatz der kann dann auch seinen mitarbeitern wesentlich mehr zahlen
Bekannter ist Hotelier in zweiter Generation und hat keinerlei Personalprobleme.
Hat sicher nichts mit fairer Bezahlung, angemessenen Arbeitszeiten, Urlaube, Mitentscheidung des Personals sowie wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe zu tun, dass er seit Jahren das gleiche Personal hat. Sollte doch mal eine Stelle frei werden, wird diese in kürzester Zeit via Mundpropaganda des Personals besetzt. Leute kündigen also ihre Jobs in anderen Betrieben um bei ihm zu Arbeiten, muss wohl dieser Freie Markt sein, von dem man immer so viel hört.
Aber Leid tun muss er mir schon etwas, fährt er doch nur Tiguan und besitzt nur 1 Ferienwohnung anstatt 3.
Tja, mehr zahlen, bessere Arbeitszeiten und weniger auf billige Arbeitskräfte aus dem Ausland setzen.
Fällt mir immer meine letzte Saison in Sölden ein.
“Schau das der Tk leer wird, wir wollen doch in unser Haus am Wörthersee fahren.”
Chefin, die ausser geboren worden zu sein, wirklich nichts geleistet hat.
hÄnDeRiNgEnD
Sowas von kein Mitleid. Die Branche badet nur aus was sie die letzten 20 Jahre verbockt hat.
Bin bald 40 und in meinem Umkreis waren sehr viele in der Gastro. Jetzt keiner mehr bis auf die, die im Betrieb der Familie arbeiten.
Echt Null Mitleid mit den Ausbeutern. Gibt natürlich auch anständige Wirte 😉
Aber eigentlich beschweren sich die Alle nur darüber das keiner mehr so dumm ist fuer sie den Sklaven zu spielen.