Mich stört es immer wieder, wenn bei regionalen Produkte mit einer guten Ökobilanz geworben wird. So wird auch in der heutigen Kronen Zeitung erneut mit der Regionalität von Kuhmilch im Vergleich zu Mandelmilch (zufällig natürlich die Milchalternative mit dem negativsten Einfluss auf die Umwelt) argumentiert. Auch in diesem Sub wird häufig ähnlich argumentiert.

Besonders im Gedächtnis blieb mir ein Satz des Präsidenten des Bauernbunds Georg Strasser:

**„Wer heimische Produkte kauft, schützt somit das Klima“.**

Dazu zwei Links von Our World in Data:

**Der Verlgeich von Kuhmilch zu Milchalternativen:**

[https://ourworldindata.org/environmental-impact-milks](https://ourworldindata.org/environmental-impact-milks)

**Die Umweltauswirkungen verschiedener Nahrungsmittel:**

[https://ourworldindata.org/environmental-impacts-of-food](https://ourworldindata.org/environmental-impacts-of-food)

Woher kommt der Glaube, dass die Umweltauswirkungen jedes regionalen Produktes quasi vernachlässigbar sind?

Warum wird in Zeiten der Klimakrise nicht darauf hingewiesen, dass tierische Produkte wie Rindfleisch oder Käse große negative Auswirkungen auf die Umwelt haben, auch wenn sie regional sind?

21 comments
  1. Also wenn du deine Milch beim Bauern kaufst und die Kuh nur das Heu von den eigenen Wiesen isst, ist der CO2 Ausstoß gleich null. Und auch CH4 kann man vernachlässigen, die selbe Menge würde die Wiese auch abgeben wenn sie natürlich verrottet.

    Dieses Milch/Rindfleisch = böse, geht mir schon so auf den Sack.

    Vielleicht sollte man eher auf Erdäpfel aus Ägypten oder vegane Burgerpatties die aus holländischen Fabriken kommen verzichten.

  2. Weils no immer besser ist als Alnatura SojaFleischersatz aus Brasilien oder Hafermilch/Reis/Mandelmilch aus “Welt”-Mischung. Da könnens noch so oft BIO draufschreiben!

  3. Warum ist man der Meinung, dass das so eine großartige Rolle spielt?
    Siehe mal nach was global tatsächlich zum CO2 Ausstoß beiträgt, sind Nahrungsmittel ein Tropfen auf den heißen Stein.
    Bevor ich den Rest meines Lebens vegane Burgerpatties esse, verzichte ich eher ab und zu auf den Urlaub.

  4. Was ich auch interessant finde, ist dass TK-Kost gar nicht so klimaschädlich ist, zumindest erinnere ich mich, das mal gelesen zu haben, korrigiert mich wenn ich falsch liege. Ein Punkt in dem paper war die Energieeinsparung beim Abfall, also die Bioabfälle fallen alle mehr oder weniger an einem Ort an und sind dadurch leichter zu verarbeiten/entsorgen. Und natürlich verdirbt frisches Gemüse schneller, wodurch nochmal mehr Abfall im Supermarkt anfällt.

  5. Achtung, Äpfel und Birnen. Sprechen wir von Umweltbelastung basierend auf “Geographischer Wahl” oder von “Produktwahl”, das sind 2 paar Schuhe.

    Wenn ich LOKALE Kuhmikch vs LOKALE Hafermilch wähle ist die Grafik klar. Die LOKALE Hafermilch hat wohl weniger CO2 footprint.

    Jedoch:
    1) wenn ich Hafermilch aus dem AUSLAND kaufe kann die Rechnung anders aussehen.

    2) Es sind unterschiedliche Produkte. Kuhmilch und Hafermilch sind ähnlich aber eben nicht gleich. Dh nicht einfach austauschbar ohne Einfluss auf die Genussqualität (merkt man schon daran, dass Soymilch im Kaffee einfach Scheisse schmeckt)

    Somit ist die Aussage “kauft lokal” nicht nur gutes Marketing sondern in gewissen Fällen durchaus sinnvoll.
    Bier braucht man zB auch nicht unbedingt mit dem Laster aus dem Ausland importieren, das darf auch lokal sein.

  6. Wenn also jemand ein Auto kaufen will und statt einem Verbrenner ein E-Auto beworben bekommt dann bist du derjenige, der sich wundert warum man dem nicht sagt, dass er auch zu Fuß gehen kann.

    Regional wird als Positiv beworben weil es besser ist als Nicht-Regional, ohne dabei auf ein Produkt zu verzichten oder seine Gewohnheiten umzustellen. Besser als nix, heißt es ja sonst auch immer wenn irgendwelchen sinnlosen “Tropfen-auf-den-heißen-Stein”-Lösungen umgesetzt werden. Warum soll das hier auf einmal nicht mehr gelten.

  7. Das mit dem Umwelt Auswirkungen finde ich spannend. Kennt die Grafik auch die Bevölkerung in Indonesien, wo Leute vertrieben & Wälder angezündet werden um Soja und Kokos anzubauen?
    (weiß ich aus erster Hand, ex Freundin aus Sumatra)

  8. Tatsächlich ist es so, dass man in gewissen Fällen die “Regionalität vernachlässigen könnte”.

    Was mein ich damit?

    Wenn man jetzt unbedingt Erdbeeren im Winter essen will (was man sowieso nicht sollte), dann wäre es vom Treibhausgas Ausstoß besser, Erdbeeren aus Spanien oder so zu kaufen. Da regionale Glashäuser so viel Energie verbrauchen. Natürlich gibt es mittlerweile Alternativen, die Glashäuser nachhaltiger machen – die sind bis jetzt aber leider nicht der Standard.

    Auch ist es so, dass der Transport per Schiff und Flugzeug so effizient ist, dass Importiertes Obst und Gemüse weniger Treibhausgase verursacht als heimische tierische Produkte.

    Natürlich sollte man auch bei pflanzlichen Produkten auf Regionalität achten und möglichst unverarbeitete Produkte konsumieren.

    Btw die meisten bekannten Soja-Produkte benutzen Soja aus Europa, weil das ja auch immer ein Argument zu sein scheint. (https://www.niemblog.de/soja-herkunft-fuer-lebensmittel/)

  9. Ich kann’s auch ned mehr hören.”Des is regional, des is gut”.

    Der “regionale” Bauer kann den ärgsten Scheiß anbauen/die Viecher katastrophal behandeln, grad bare minimum die nötigen Anforderungen erfüllen. Jedes schlechte Fleisch etc. is irgendwo “regional”, wo es herkommt/geschlachtet wird.

    “Regional” für sich allein sagt quasi gar nix aus.

    Deshalb is Bio so wichtig. Ist auch nicht perfekt, ist auch noch zu wenig, aber es braucht Mindesstandards, die auch tatsächlich überprüft gehören etc.

    Der tolle AMA-Schweinestall bei Korneuburg oder so vor kurzem, wo die vermoderten Leichen der gestorbenen Tiere im Stall lagen, war auch “regional”.

  10. Geht denk ich auch darum die Wertschöpfung und Produktion im Land zu behalten, gerade was Lebensmittel angeht.

    Das vegan um Welten besser für die Umwelt ist ist klar.

  11. Regionalität und Bio haben nichts mit Klimaschutz zu tun.

    Fürs Klima ist es am besten, wenn die agrarflächen dort sind, wo sie am meisten Ertrag bringen, und diese Flächen möglichst intensiv bewirtschaftet werden.
    Der Transport fällt praktisch nicht ins Gewicht.

    Die freien Flächen sollen aufgeforstet werden.

  12. Das ist sowieso von A bis Z alles verlogen. Was da importiert und transportiert wird ist eine Frechheit.

    Ausserdem nehme ich dem Bauernbund übel das die die ÖVP gewählt haben – die tragen Mitschuld daran das die WkSTa ermitteln musste.

  13. Regt mich auch massiv auf. Eine Bekannte isst unglaublich gern ihr “lokales Biorindfleisch” und nervt auch andauernd alle VegetarierInnen im Freundeskreis. Im nächsten Augenblick regt sie sich dann aber wieder über leute auf die 10 statt 5 minuten duschen und unter laufendem wasser spülen. Den leuten sind die Auswirkungen von Fleisch auf Umwelt und Tier einfach überhaupt nicht bewusst.

  14. Vielleicht wegen der geringeren Transportwege!?

    Abgesehen davon: Welche “Klimakrise”(politisches Konstrukt)? Wie und vor was soll das Klima geschützt werden?

    In der letzten Eiszeit jedenfalls gab es noch keine Industrie. Auch danach nicht. Was, wenn es einfach “der Lauf der Dinge” ist? CO²? Jaja, wird aber andererseits auch für Pflanzen(Photosynthese) benötigt.

    Umwelt schützen(Plastik/Müll in den Ozeanen etc.): Ja!
    Selbstgeißelung aus übergeordneten Gründen, welche der Politik in die Karten spielt: Nein!

  15. Leider ist alles nicht so einfach.
    Regional ist gut so lange nicht sehr viel gekühlt werden muss. Es ist durchaus möglich, dass eine Südfrucht im Winter eine bessere Klimabilanz hat als ein steirischer Apfel, der Monate im Kühlhaus gelagert wurde.
    Rindfleisch hat natürlich eine negative Bilanz. Allerdings sollte man auch bedenken, dass Wiederkäuer für viele Menschen die Besiedelung karger Landschaften überhaupt erst möglich macht.
    Ohne Fleisch zu leben kommt für mich nicht in Frage. Allerdings muss es wirklich nicht jeden Tag sein.

  16. Regionale Produkte sind umweltbewusster und Fleisch ist Klimaschädlcher als Vegetarisch, sind 2 Aussagen die sich nicht widersprechen

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