Da ich recht neu bei dem Thema bin benötige ich bitte ein wenig Schwarmwissen.
Es gibt Solarpanele für den Balkon/Terrasse.
Zum Beispiel sowas:
https://myshop.kelag.at/detail/index/sArticle/3843?number=
Laut Beschreibung muss man das nur an der Steckdose anstecken und es wird eingespeist.
Wie soll das funktionieren? Brauche ich da nicht einen Speicher bzw muss nicht mein Heimstromnetz für sowas ausgelegt sein?
Macht das überhaupt Sinn und erspare ich mir da einiges an Stromkosten?
Hat wer sowas schon im Einsatz?

8 comments
  1. Bringt nur etwas wenn du zum Zeitpunkt der Erzeugung auch 800W Verbrauch hast. Alles was du nicht selbst verbrauchst stellst du kostenlos dem Netz zur Verfügung. Deswegen brauchst du auch keinen Speicher oder extra Zähler.
    Zudem sind die 800W die Maximalleistung, also bei besten Verhältnissen.
    Lohnt es sich? Bei den aktuellen Preisen für die Paneele nicht. Die müssten erst wieder günstiger werden.
    Wenn du etwas unabhängiger vom Netz sein möchtest dann kannst du das damit erreichen.

  2. > Wie soll das funktionieren?

    Mittels eines Microinverter der die Wellenform und Spannung im Stromnetz in der Wohnung misst und den output vom Solarpanel damit synchronisiert und einspeist. Wenn du gerade weniger Strom verbrauchst als du mit dem Solar erzeugst fließt das in das Stromnetz zurück. Vergütung gibt es dafür allerdings nicht.

    > Macht das überhaupt Sinn und erspare ich mir da einiges an Stromkosten?

    Das kann man so pauschal nicht sagen. Hängt ja davon ab wie viel Sonne du am Balkon hast und welche Grundlast du hast. Wenn du unter Tag wo die Sonne scheint nie daheim bist und auch keine Geräte laufen hast die einiges an Strom verbrauchen bringt es dir wenig ohne Speicher. Anders aber wenn du sowieso oft Home Office machst, Warmwasser mit Strom erzeugst oder z.b. Waschmaschine, Geschirrspüler, Server etc. untertags betreibst.

    Gibt übrigens auch noch viele andere Anbieter. Stichwort Balkonkraftwerk liefert viele Treffer. Derzeit ist aber vieles ausverkauft bzw sehr teuer weil durch die hohen Strompreise jeder sowas haben will.

  3. u/Chypsylon und u/TheFamousSpy haben technisch glaub ich schon alles dazu gesagt.

    VKI Artikel vll dazu : [https://konsument.at/bauen-energie/nachhaltigkeit/solaranlagen-zum-einstecken](https://konsument.at/bauen-energie/nachhaltigkeit/solaranlagen-zum-einstecken)

    >**Lange Amortisationszeit**
    >
    >Um ein Gefühl für die erzeugte Strommenge zu bekommen: Übers Jahr gerechnet kann ein Kühlschrank damit betrieben werden. Die Amortisationszeit ist entsprechend nicht gerade kurz. Bei Anschaffungskosten im Bereich von 500 bis 700 Euro rechnen sich diese Anlagen je nach Haushaltsgröße, Sonneneinstrahlung und Stromverbrauch in 10 bis 17 Jahren

  4. Wenn du schon einen Smartmeter installiert hast gibt es sehr wohl Anbieter denen du den erzeugen Strom verkaufen kannst.
    Anders ausgedrückt “Speicherst” du den erzeugen Strom im Netz und beziehst ihn wenn du ihn brauchst.
    Haken an der Sache: Wenn überhaupt, verkaufst du deinen Strom unter dem Preis.

    Ganz unabhängig gehts nur mit einem Batteriespeicher und Netztrennschalter. Aber oh boy … das ist echt schwierig genehmigt zu bekommen.

  5. Zu teuer für die 50-70 EUR die du evtl sparst im Jahr. Wenn überhaupt. Ideal wirst damit an schönen Tagen im Sommer evtl 220W-230W ziehen und deine Grundlast unterstützen. (Kühlschrank, Fernseher, PC, Licht, Kleinzeugs, was sonst so läuft unter Tags). Der Rest verpufft ohne Speicher.

  6. Hab meine BA-Arbeit darüber geschrieben, aber ums kurz zu machen, nein. Selbst kleiner Systeme von 400w haben eine Amortisationzeit von 10-15 Jahren, da der Grundlastverbrauch einfach zu gering ist. Ausnahmen dazu sind nur gegeben wenn du zum Beispiel regelmäßig im Home-Office bist. Weiters sind Kleinstanlagen explizit von Zählpunkten befreit. Daher wird der Überschuss immer unvergütet eingespeist.

  7. Ob es Sinn macht oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab und das wirst wahrscheinlich nur du für dich entscheiden können.

    Du musst wissen welche Ausrichtung dein Balkon hat und wie viel Ertrag dann auch tatsächlich drinnen ist. Natürlich spielt auch der Aufstellwinkel eine Rolle und ein senkrechtes Modul ist natürlich weniger effizient als ein optimal ausgerichtetes Modul. Als nächstes musst du noch wissen, ob du tatsächlich deinen Strom verbrauchen kannst, oder ob du ihn verschenkst. Zu guter Letzt hängt die Entscheidung auch davon ab, aus welchem Grund du sowas haben willst. Einsparung, Klimaschutz, nettes Bastelhobby.

    Ich habe mir vor kurzem so etwas gebaut. 2 Stk. 380 Watt Solarmodule zu je 140 Euro, weil ich mich bei einer Sammelbestellung anschließen konnte und einen Hoymiles HM-800 Wechselrichter um 280 Euro, der für beide Module reicht und dazu noch Kleinkram. In Summe kam ich auf 750 Euro für 760 Watt Peak. Beide Module sind nach Süden ausgerichtet und im 30-Grad-Winkel aufgestellt auf meiner Garage. Dort gibt es keine Verschattung. Klingt ja einmal nicht so schlecht für den Ertrag, ergibt aber in der Frage der Amortisation folgende Probleme:

    – Durch die Modulleistung kann ich auch bei schlechterem Wetter meine ca. 100 bis 200 Watt Grundlast abdecken, was mal gut ist.

    – Durch die Südausrichtung hat die Leistungskurve allerdings eine Glockenform mit der höchsten Leistung zu Mittag. Da bin ich oft nicht zu Hause und es “droht” bei Schönwetter Strom verschenkt zu werden. Damit entgegne ich, dass die Warmwasserbereitung am Vormittag pausiert und erst in der Mittagszeit wieder startet. Allerdings dauert das nur max. 2 Stunden. Waschmaschine und Spülmaschine haben aber auch Timerfunktionen, die dann halt genutzt werden müssen. Also du musst einige Dinge, die vorher jederzeit gleich sinnvoll waren an die natürliche Tagesform und an das Wetter anpassen wollen um finanziell zu profitieren.

    – Ich weiß (noch) nicht was ich verschenke. Dazu muss ich meinen Sicherungskasten umbauen. 2 Reservesicherungen rausnehmen und einen 3-phasigen Hutschinenzähler einbauen, der mir die verschenkte Strommenge misst. Ich hatte zwar die Hoffnung, dass das bald montierte Smartmeter das übernimmt, jedoch wurde mir berichtet, dass dies im Online-Portal nicht aufscheint. Als Elektrotechniker kann ich das selbst und der Zähler (für internen Bedarf ungeeicht) ist günstig. Aber würdest du dafür auch noch einen Elektriker benötigen, was die Amortisationszeit bei der kleinen Anlage wieder ziemlich in die Höhe treibt. Ohne Verschenkzähler kann man die Amortisationszeit gar nicht berechnen und außerdem braucht man ihn zum Überblick, wie effizient man mit der Anlage umgeht.

    Du siehst, dass es da schon eine Vielzahl an Variablen zu beachten gibt. Was mir aber bei deinem Link auffällt ist, dass das Angebot einfach zu teuer ist. Suche dir wenn auch Willhaben einen Solarhändler mit passenden Modulen, kaufen den Wechselrichter selbst und du kannst theoretisch auf den halben Preis pro Watt kommen.

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